Elektromobilität braucht Normen

Die sozioökonomische Komponente ist für die Entwicklung der Elektromobilität von zunehmender Bedeutung. PwC hat sich in einer praxisnahen Studie intensiv mit diesem Themenbereich beschäftigt. Die sozioökonomische Analyse hat gezeigt, dass neue Normen und Standards essenziell sind, damit die Elektromobilität künftig Fahrt aufnehmen kann.

Fakt ist: Internationale und nationale Normen und Standards fördern die Technikkonvergenz, garantieren eine bestimmte Qualität und fördern den Wettbewerb. Normen und Standards schaffen Transparenz und erzeugen Vertrauen beim Nutzer. Daher dienen Normen und Standards direkt und indirekt dazu, die Nutzerakzeptanz der Elektromobilität zu steigern. Während die technische Komponente bereits umfassend in der deutschen Normungs-Roadmap Elektromobilität dargestellt wird, stand die sozioökonomische Komponente in Bezug auf normungsspezifische Fragestellungen der Elektromobilität bisher noch nicht im Fokus der Arbeiten.

PwC hat in der Analyse des sozioökonomischen Kreislaufs aus "Nutzer", "Wirtschaft", "Recht" und "Politik" zahlreiche Einflussgrößen ermittelt, die bis dato noch nicht auf den zukünftigen Normungsbedarf untersucht wurden. Darauf aufbauend wurden Szenarien entwickelt, die zeigen, wann unterschiedliche Zielgruppen die Elektromobilität für sich entdecken. Generell wird Elektromobilität mittel- und langfristig nur von der breiten Masse der Nutzer akzeptiert werden, wenn Reichweite und Kosten von Elektroautos mit denen von konventionellen Fahrzeugen konkurrieren können. Da dieses Ziel in den nächsten Jahren nicht erreicht wird, müssen die Nutzer über neue Geschäftsmodelle und alternative Mobilitätskonzepte an die Elektromobilität herangeführt werden.

Das Thema Sicherheit steht bisher nicht im Fokus der Nutzer

Die sozioökonomisch basierten Szenarien zeigen zudem weitere wesentliche Aspekte, die die Entwicklung der Elektromobilität fördern, aber auch behindern oder verzögern können. Beispiel: Thema Sicherheit. Sie steht bisher noch nicht im Fokus der Nutzer, kann aber bei Eintritt entsprechender Ereignisse, wie schweren Verletzungen bei Batteriebränden oder Komplikationen beim Abtransport, die Marktfähigkeit der Elektromobilität deutlich vermindern. Normen wie etwa bei der Kennzeichnung von Elektroautos, der Entwicklung von Rettungsleitfäden oder der periodischen Überwachung von Hausinstallationen können einen wichtigen Beitrag leisten, die Elektromobilität sicherer zu gestalten.

"Es ist wichtig, dass hierzu herstellerübergreifend Normen entwickelt werden, die es den Rettern bei einem Unfall ermöglichen, Opfer gefahrlos zu bergen ohne selbst Gefahr zu laufen, einen Stromschlag zu bekommen“, verdeutlicht Georg Teichmann, Senior Manager bei PwC und einer der Studienautoren, die im Rahmen der Studie erarbeiteten Normungsvorschläge.

Die vollständige Studie steht Ihnen oben als Download zur Verfügung, eine Zusammenfassung erhalten Sie hier als deutsche und englische Version.

Bibliographische Daten

Elektromobilität
Normen bringen die Zukunft in Fahrt

Herausgeber

DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

Durchgeführt von

PwC unter Mitarbeit von Fachhochschule Frankfurt am Main – University of Applied Sciences und Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Bibliographie/Quelle

Januar 2012
170 S.

Preis

kostenfrei