Euro in der Krise – Handlungsempfehlungen zur Krisenbewältigung

Die aktuell größte Herausforderung für Politik und Wirtschaft ist die Staatsschulden- und Eurokrise. Zusammen mit dem HWWI zeigt PwC in einer Studie die Folgen unterschiedlicher Entwicklungsszenarien für Politik und Wirtschaft auf.

Der Euro steckt in einer tiefen Krise. Um den drohenden Zerfall der Eurozone und die damit einhergehenden tiefen politischen und ökonomischen Verwerfungen zu vermeiden, muss der eingeschlagene Konsolidierungskurs beibehalten und durch eine europäische Fiskalunion ergänzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Szenarioanalyse von PwC und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Wie sehr das Thema die Wirtschaftselite beschäftigt, zeigt auch der 15. CEO-Survey von PwC: 65 Prozent der in Deutschland befragten Topmanager geben darin an, dass die nicht absehbaren Reaktionen der Staaten auf wachsende Haushaltsdefizite die Aussichten für ihre Unternehmen bedrohen. Mehr als die Hälfte erwartet eine Abkühlung der weltweiten Konjunktur.

Die Studie "Der Euro in der Krise" entwickelt vier Szenarien zur Zukunft des Euro und zeigt deren Folgen für die Euro-Staaten, die Wirtschaft in der Eurozone sowie ein mittelständisches Beispielunternehmen. „Die Szenarien helfen, alternative künftige Entwicklungen zu analysieren, um Kausalbeziehungen besser zu verstehen. So wird deutlich, welche Möglichkeiten zum Umsteuern bestehen. Unsere Szenarien sind nicht nur eine Entscheidungshilfe, sondern eine gute Grundlage, um Erfolg versprechende Strategien für die Zukunft zu entwickeln“, skizziert Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC die Ziele der Untersuchung.

Vier Szenarien zur Zukunft des Euro:

  1. Rückkehr zu den Maastricht-Kriterien (Der Euroraum bleibt in seiner derzeitigen Form erhalten, der Vertrag von Maastricht wird wieder eingehalten, die Glaubwürdigkeit des Vertrags von Maastricht wird durch zusätzliche Abkommen und Verträge – wie den Fiskalpakt – gestärkt)
  2. Eurobonds werden ohne politische Union eingeführt (Der Euroraum bleibt in seiner derzeitigen Form erhalten, es finden keine wesentlichen Reformen der europäischen Institutionen statt, die Finanzierung der Staatsschulden wird dauerhaft über Eurobonds auf die Staatengemeinschaft übertragen)
  3. Ein europäischer Staatenbund entsteht (Der Euroraum bleibt in seiner derzeitigen Form erhalten, die Währungsunion wird entweder zu einer politischen Union oder zu einer echten Fiskalunion ausgeweitet)
  4. Der Euro zerbricht (Der Euroraum kann in seiner derzeitigen Form nicht erhalten werden, dies kann zum Ausscheiden einzelner Eurostaaten führen, zum Zusammenschluss der stärkeren Eurostaaten zu einer Art „Kernwährungsunion“ oder zu einem totalen Zerfall der Währungsunion)