Green Public Procurement

Green Public Procurement

Die Möglichkeiten, Umweltbelange in den Beschaffungsprozess der öffentlichen Hand zu integrieren, ist seit Langem ein vieldiskutiertes Thema. Mit der in Kürze auch in Deutschland umgesetzten Reform des Vergaberechts ist nun ausdrücklich klargestellt, dass soziale, umweltbezogene und innovative Aspekte bei der Vergabe öffentlicher Aufträge berücksichtigt werden können.

Im Auftrag der Europäischen Kommission hat PwC zusammen mit den niederländischen Beratungsunternehmen Significant und Ecofys eine Studie zum Thema umweltfreundliche öffentliche Beschaffung (sogenanntes Green Public Procurement - GPP) erstellt. Im Rahmen dieser Studie wurden über 2.500 öffentliche Stellen in sieben Mitgliedsstaaten der Europäischen Union befragt. Im Anschluss entwickelte PwC mit den beiden Partnern vier verschiedene Indikatoren, um den Anteil des umweltgerechten Beschaffungswesens in den europäischen Mitgliedsstaaten zu überwachen und zu bewerten.

GPP-Potenzial in Deutschland nicht ausreichend genutzt

Die Kernaussage der Studie aus deutscher Sicht: Das Potenzial von GPP wird hierzulande nicht ausreichend genutzt. Bei nur 30 Prozent des öffentlichen Beschaffungsvolumens werden Umweltaspekte berücksichtigt, davon im Wesentlichen in den Produktgruppen IT und Büromöbel. Das Durchschnittsergebnis der Umfrage in den sieben Ländern lag bei 45 Prozent GPP.

Bis zu zehn Prozent Einsparpotenzial

Die Studie zeigt auch, dass GPP im Vergleich zur herkömmlichen Beschaffung zu Kosteneinsparungen von durchschnittlich einem Prozent führt. Die größten Effekte sind bei Ausschreibungen von Bauwerken (minus zehn Prozent) und im Transportsektor (minus drei Prozent) zu verzeichnen. Der Grund liegt darin, dass zwar die Anschaffungskosten umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen teilweise höher sind, sich jedoch vergleichsweise höhere Kosteneinsparungen während des Betriebs ergeben.

Um 25 Prozent verminderte CO2-Emissionen

Die Beschaffung "grüner" Produkte und Dienstleistungen durch den Staat führt außerdem zur Reduktion von CO2-Emissionen von durchschnittlich 25 Prozent, so das Ergebnis der Umfrage. Deutschland schnitt schlechter ab: Hier hat die öffentliche Hand mittels GPP nur um neun Prozent verminderte CO2-Emissionen bewirkt.

Setzt man schließlich den finanziellen Nutzen und die CO2-Einsparungen in Relation, so zeigt die Studie, dass umweltfreundliche Kriterien bei der Beschaffung von Produkten beziehungsweise Dienstleistungen im Bereich Bau, Transport, Reinigungsleistungen und Elektrizität am meisten Wirkung zeigen.

Für das Jahr 2010 ist geplant, die Umfrage erneut und dann in allen 27 Mitgliedsstaaten durchzuführen.

Download der Studie

Die Studie finden Sie auch auf den Seiten der Europäischen Kommission.

Bibliographische Daten

Study on the collection of statistical information on GPP
Study on the collection of statistical information on GPP: methodologies and results

Autoren

Klaas van den Berg
Monique Lempers
 

Herausgeber

PricewaterhouseCoopers Amsterdam
Significant Barneveld
Ecofys Utrecht

Bibliographie/Quelle

PDF
Januar 2009
238 S.
A4