Öffentliche Verwaltungen und Unternehmen im kommunalen Umfeld müssen sich zunehmend auf die Auswirkungen der Finanzkrise, des weltweiten Klimawandels, der Verstädterung sowie des demographischen Wandels einstellen. Politik und Wirtschaft stehen mehr und mehr vor der Herausforderung, neben dem ökonomischen Erfolg auch soziale und ökologische Aspekte zu berücksichtigen.
In der Privatwirtschaft hat sich in den letzten Jahren neben der Finanzberichterstattung eine (freiwillige) Berichterstattung zur erweiterten Unternehmensverantwortung etabliert. Solche Nachhaltigkeitsberichte werden auch immer häufiger von öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen herausgegeben. Damit signalisieren diese ihre Bereitschaft zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und zur Mitarbeit an der Lösung lokaler und globaler Probleme. Die Berichte geben Auskunft über die ökonomischen, sozialen und ökologischen Fortschritte der Organisation, etwa über ihre Zukunftsorientierung, ihre Ausrichtung auf den Umweltschutz oder die Berücksichtigung ethischer Prinzipien. Somit wird eine erweiterte Rechenschaft über die verantwortungsvolle Verwendung öffentlicher Finanzmittel gegenüber Politik, Bürgern sowie den sonstigen Anspruchsgruppen abgelegt.
Vor der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts sollte ermittelt werden, welche gesellschaftlichen Gruppen Ansprüche und Forderungen an das öffentliche Unternehmen oder die öffentliche Einrichtung stellen und diese damit wesentlich beeinflussen. Zu den wichtigsten Anspruchsgruppen eines öffentlichen Unternehmens zählen die Eigentümer, die Mitarbeiter, die Kunden, die Öffentlichkeit am Standort und gegebenenfalls die Wettbewerber. Bei öffentlichen Einrichtungen wie Verwaltungen, Hochschulen, Bildungseinrichtungen oder Krankenhäusern treten als wichtige Anspruchsgruppen insbesondere die Politik und die Bürger als Steuerzahler, Leistungsberechtigte oder Adressaten noch hinzu.

Anspruchsgruppen mit wesentlichem Einfluss auf den Unternehmenserfolg
Ausgehend von den unterschiedlichen Anforderungen der Anspruchsgruppen einerseits und den gesetzlichen Vorgaben andererseits sollte der Status quo des Unternehmens beziehungsweise der Einrichtung analysiert werden. Auf dieser Basis können
werden.
Die für die Berichterstattung relevanten Informationen sollten in möglichst strukturierter und standardisierter Form erfasst und dargestellt werden. Der wohl bekannteste Leitfaden dafür wurde von der Global-Reporting-Initiative (GRI) entwickelt, einem Netzwerk von Investoren, Non-Profit-Organisationen, Unternehmensvertretern und Wirtschaftsprüfern. Die in den Leitfäden definierten Indikatoren können auch als Basis für die Entwicklung von Kennzahlen für den öffentlichen Sektor verwendet werden. Die Kennzahlen sollten kontinuierlich erhoben und im Bericht transparent abgebildet werden, um eine schnelle Orientierung hinsichtlich der angestrebten Entwicklungen und der erreichten Ziele zu ermöglichen.
Der Nachhaltigkeitsbericht sollte alle relevanten Organisationsbereiche einbeziehen. Um dem Verdacht eines reinen Marketing-Instrumentes entgegenzutreten, genügt es jedoch nicht, nur die positiven Seiten der Unternehmens- oder Verwaltungstätigkeit abzubilden, sondern auch die noch vorhandenen Schwachstellen sollten aufgeführt werden. Je besser es außerdem gelingt, das nachhaltige Engagement als Teil des eigenen Kerngeschäfts darzustellen, desto überzeugender wird die Berichterstattung.
Durch die Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts hinsichtlich des Inhalts sowie der Datenqualität gewinnt die Unternehmens- beziehungsweise Verwaltungsführung ein verlässliches Urteil über die Richtigkeit der Darstellung. Außerdem kann der Prüfer wichtige Hinweise auf die Weiterentwicklung der Berichtsprozesse geben. In Bezug auf den Inhalt wird geprüft, ob die Unternehmens- beziehungsweise Verwaltungsleistungen vollständig berücksichtigt und die Informationsbedürfnisse der Anspruchsgruppen beachtet wurden und ob die Inhalte wesentlich für die Berichterstattung sind. Bei der Prüfung der Datenqualität ist insbesondere auf Klarheit, Genauigkeit, Aktualität, Vergleichbarkeit, Zuverlässigkeit und Ausgewogenheit der in den Bericht eingegangenen Daten zu achten. Somit vermag das Testat die Glaubwürdigkeit des gesamten Berichts entscheidend zu steigern.