Die Konzentration der öffentlichen Hand auf ihre Kernaufgaben eröffnet auch bei klassischen Aufgaben des Staates, wie Planung, Bau und Betrieb öffentlicher Gebäude, die Möglichkeit, private Partner in die operative Durchführung einzubinden. Nicht nur bei Schulgebäuden, Rathäusern und Justizvollzugsanstalten, sondern auch bei Straßen und Krankenhäusern.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
Bund, Länder und Gemeinden sehen sich einem immer stärker werdenden Standortwettbewerb ausgesetzt. Qualität und Preis staatlicher Leistungen im Bereich der Daseinsvorsorge und der Bereitstellung staatlicher Infrastruktur gewinnen zunehmend an Bedeutung. PwC berät die öffentliche Hand ebenso wie Investoren bei der optimalen Vorbereitung, Finanzierung und Durchführung von Public Private Partnerships. PwC unterstützt Mandanten im Rahmen von formalen und funktionalen Privatisierungen, der Vergabe von Konzessionen und der überörtlichen Zusammenarbeit, Effizienzvorteile zu ermitteln und nutzbar zu machen.
Im Rahmen von Public Private Partnerships fließen zusätzliche Finanzmittel und Know-how in die öffentliche Verwaltung ein und erlauben den Zugang zu spezifischen Ressourcen, die erst auf diese Weise erschlossen werden können. Öffentliches Handeln wird somit effektiver und serviceorientierter. Alle Umstrukturierungsmaßnahmen stehen dabei unter der Prämisse, öffentliche Mittel durch Modernisierungs-, Rationalisierungs- und Flexibilisierungseffekte effizienter einzusetzen.
Die Chancen der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privaten können nutzbar gemacht werden. Dazu gehört auch eine bessere Risikoallokation im Vorfeld, die in der Konsequenz zu geringeren Kosten führt. PwC kann in der Moderatorenrolle unterstützen, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen und den kontinuierlichen Dialog über organisatorische Grenzen hinweg sicherzustellen.

Hansjörg Arnold
Hansjörg Arnold: Zunächst einmal ist Public Private Partnership eine Möglichkeit für Kommunen, Projekte zu realisieren, für die es kurzfristig keine Mittel gäbe - gerade in der momentanen angespannten Wirtschaftslage. Vor allem aber lassen sich durch die Partnerschaften erhebliche Kosten einsparen, durchschnittlich zehn bis 20 Prozent im Vergleich zu konventionell ausgeschriebenen Projekten. Zudem können die Bauprojekte schneller abgeschlossen werden, im Schnitt sechs bis zwölf Monate früher als bei normalen Ausschreibungen. Dabei kommen auch viele Mittelständler zum Einsatz.
Arnold: Der Schlüssel sind hier vor allem Lebenszyklusansätze: Der private Partner ist nicht nur für Planung und Bau verantwortlich, sondern auch für den späteren Betrieb über die gesamte Nutzungsdauer. Das kann er in seine Planung von Anfang an einbeziehen. Daraus ergibt sich erhebliches Einsparpotenzial. Diese Instandhaltungsverpflichtung sichert auch den Werterhalt des Gebäudes.
Arnold: Zunächst müssen die Kommunen sorgfältig prüfen, ob ein Projekt überhaupt für Public Private Partnership geeignet ist. Gute Erfahrungen haben wir mit dem Bau von Straßen, Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern gemacht. Kommunen, die eine öffentlich-private Partnerschaft eingehen wollen, brauchen ein transparentes Wettbewerbsverfahren. Sie müssen kontrollieren, ob die Partnerschaft wirklich wirtschaftlich ist. Auch müssen die Verträge und Verantwortlichkeiten klar geregelt sein. Denn weiterhin sind es die Kommunen, die die politische Verantwortung für die Projekte tragen.
Arnold: In den vergangenen Jahren sind bereits mehr als 120 PPP-Projekte im öffentlichen Hochbau realisiert worden und das Interesse der Städte und Kreise ist nach wie vor groß. PPP hat sich bereits als eine normale Beschaffungsvariante der öffentlichen Hand etabliert und wird es weiter tun. Das Bundesbauministerium fördert ausgewählte PPP-Pilotprojekte. Mit dieser Initiative soll der PPP-Anteil bei öffentlichen Hochbauten von 4,5 auf 15 Prozent steigen.