Die Einführung der kommunalen Doppik nach dem Konzept des Neuen Kommunalen Rechnungswesens (NKR) ist Grundlage für die Zusammenführung der Jahresabschlüsse der niedersächsischen Kommunen und ihrer ausgegliederten Einheiten (Eigenbetriebe und -gesellschaften et cetera) zum konsolidierten Gesamtabschluss. Bei der Stadt Salzgitter wurde diese NKR-Umstellung bereits in 2005 pilothaft und zum 1. Januar 2007 abschließend vollzogen. Seit Mai 2009 nimmt die Stadt eine erneute Vorreiterrolle für die großen Städte in Niedersachsen ein – diesmal zum "Konzern Stadt".
In äußerst kurzer Frist haben die Stadt, ihre drei Eigenbetriebe sowie acht städtische Beteiligungsgesellschaften in privatwirtschaftlicher Rechtsform zwischen Mai und November 2009 einen Pilot-Gesamtabschluss zum Stichtag 31. Dezember 2008 aufgestellt. Durch die Verkehrs- und Versorgungsholding und den Wohnungsbaubereich waren dabei auch mehrstufige Konzernstrukturen (im Sinne von Teilkonzernen) zu berücksichtigen. Der Pilotabschluss, der Verwaltungsleitung und Politik im Dezember 2009 zur Kenntnis gegeben wurde, dient nachfolgend als "Konzerneröffnungsbilanz", während der erste zu prüfende Gesamtabschluss nachfolgend auf den 31. Dezember 2009 aufzustellen ist.
Die Federführung für das Konzernprojekt in Salzgitter liegt bei Stadtkämmerer Ekkehard Grunwald und Beteiligungsmanager Jens Flügge. Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Kämmerei und Beteiligungssteuerung sind Ansprechpartner aus den Betrieben und Gesellschaften in die städtische Steuerungsgruppe zum Gesamtabschlussprojekt eingebunden. Die fachliche Begleitung des Projekts erfolgt durch das Fachteam Haushalts- und Rechnungswesen im Bereich Public Management Consulting von PwC. Ergänzend wird das Teilprojekt zum Aspekt der Gesamtsteuerung im neuen "Konzern Stadt" durch Prof. Andreas Lasar von der Fachhochschule Osnabrück betreut.
Von der frühzeitigen Befassung mit der Materie des Gesamtabschlusses verspricht sich die Stadt Salzgitter wichtige Hinweise auf eine verbesserte Steuerung des städtischen Konzernverbundes. Außerdem wurden praxisorientierte Erkenntnisse für die Arbeitsgruppe Gesamtabschluss beim niedersächsischen Innenministerium aufbereitet. Ziel ist es, eine auf niedersächsische Belange abgestimmte Gesamtabschlusskonzeption vorzustellen, die den anderen Kommunen eine effiziente und bedarfsgerechte Konzernkonsolidierung sowie Ansätze für eine integrierte Ressourcensteuerung im kommunalen Konzern ermöglicht.
Über die Ergebnisse der Pilotierungsarbeiten informieren die Doppikseiten der Stadt Salzgitter. Zudem wurde ein Beitrag mit dem Titel "Schrauben am Konsolidierungskreis: Pilotprojekt zum kommunalen Gesamtabschluss in Salzgitter - ein Werkstattbericht", in: Der Neue Kämmerer, Ausgabe Oktober 2009, S. 11, veröffentlicht. Zurzeit erfolgt die systemtechnische Übertragung der Pilotierungsergebnisse in einen Konsolidierungsmandanten des städtischen HKR-Systems, die ebenfalls von PwC begleitet wird.