"Wir arbeiten professionell" ist ein häufiges Statement von Nonprofit-Organisationen (NPO). Doch was bedeutet Professionalität, wie stellt sie sich nach außen dar, und wie kann sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden? Das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (ifm Mannheim) führte im Auftrag von PwC eine Studie zur Professionalisierung von NPOs durch.
Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vorliegenden Studie wird Professionalisierung von NPOs vor allem darin sichtbar, dass diese verstärkt Managementmethoden einsetzen, um effizientere Strukturen zu schaffen. Doch die Erwartungen ihrer Anspruchsgruppen, der Ressourcengeber, gehen darüber hinaus und können je nach Gruppierung unterschiedlich aussehen. Der Spender fordert Transparenz in der Mittelverwendung von NPOs. Instrumente wie Zertifizierungen und die Einführung überprüfbarer Managementmethoden tragen entscheidend dazu bei, Anerkennung und somit auch Spenden zu erhalten. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) erwartet formal korrekt gestellte Anträge.
PwC berät die öffentliche Hand bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte für eine marktgerechte Förderstrategie.
Allen Anspruchsgruppen gemeinsam ist, dass sie Effektivität und Verantwortlichkeit bei professionell arbeitenden NPOs voraussetzen. Erfüllen die NPOs die spezifischen Erwartungen der Stakeholder, nimmt man sie, abhängig vom Erfüllungsgrad der gestellten Anforderungen, als professionell tätig wahr.
Grundlage der Studie sind vier Faktoren aus der Professionalisierungsforschung, durch die sich der Grad der Professionalisierung von Organisationen bestimmen lässt:
Für die Studie wurden 18 Vertreterinnen und Vertreter von NPO aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit unterschiedlichster Größe befragt. Maßstab für Größe ist hierbei die Spanne der Jahreseinkommen im Jahr 2008. Diese lag zwischen unter 250.000 Euro (in der Studie "kleine Organisationen" genannt) und Organisationen mit über 100 Millionen Euro Jahresbudget ("große Organisationen"). Die Eingrenzung auf ein Arbeitsthema führte zum einen zu einer besseren Vergleichbarkeit innerhalb der Gruppe. Zum anderen sind diese Organisationen seit der Gründung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) im Jahr 1961 stark in das Blickfeld von Politik und Öffentlichkeit gerückt. Die Aufmerksamkeit der Medien, die finanzielle Förderung durch Individualspender, aber auch die Auflagen für eine staatliche Förderung sind seitdem kontinuierlich gestiegen.
Die Ergebnisse zeigen: NPOs nutzen die Chancen zur Professionalisierung unter Wahrnehmung der Faktoren zur Bestimmung des Professionalisierungsgrads. Darüber hinaus suchen sie nach Möglichkeiten, die Mehrung ihrer Professionalität mit der Wahrung der eigenen Identität zu vereinbaren.
PwC zeichnet seit dem Jahr 2005 jährlich Spendenorganisationen mit dem Transparenzpreis für vorbildliche Berichterstattung aus (siehe auch unter "Verwandte Themen"). Auch das ifm Mannheim befasst sich mit Fragestellungen zum Thema NPO.
Trends der Professionalisierung in Nonprofit-Organisationen
Ergebnisse einer Befragung von Nonprofit-Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland
Dr. Patricia Siebart
Alexandra Mannsky
Lydia Seifert
PwC, Frankfurt am Main
September 2010