PwC-Umfrage: Gemeinden wollen in Straßenbeleuchtung investieren

Rund 72 Prozent der bundesdeutschen Kommunen wollen ihre Straßenbeleuchtung modernisieren. Das geht aus einer aktuellen PwC-Umfrage hervor. Mit dem Einsatz moderner Technologien ließen sich bundesweit 100 Millionen Euro einsparen, schätzen Experten von PwC.

In vielen Gemeinden bleiben nachts die Straßen dunkel. Denn viele Kommunen stehen nach der Finanz- und Wirtschaftskrise unter enormem Sparzwang. Zudem sind viele Straßenbeleuchtungen veraltet. Daher wollen rund 72 Prozent aller Gemeinden ihre Straßenbeleuchtung modernisieren. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von PwC unter 341 Gemeinden hervor. Bei einem Durchschnittsalter von 21 Jahren lassen sich viele Laternen nicht länger verwenden und Investitionen nicht mehr hinauszögern. Aber auch strengere Auflagen verschärfen den Druck auf die Kommunen. So darf unter anderem die weit verbreitete Quecksilberhochdrucklampe ab 2015 nicht mehr verkauft werden. Das sieht die Ökodesign-Richtlinie der EU vor.

Einsparungen von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr sind möglich

Eine Modernisierung hat positive Effekte auf die kommunalen Haushalte: "Das Einsparpotenzial liegt nach unserer Auswertung der Umfrage bundesweit bei rund 100 Millionen Euro pro Jahr", sagt Gerrit Birkemeyer, PwC-Experte für kommunale Energieversorgung und Straßenbeleuchtung. Die befragten Kommunen bezahlen für jede ihrer 1,6 Millionen Straßenlaternen im Schnitt insgesamt 92 Euro pro Jahr. Allein für den Strom fallen pro Lichtquelle 55 Euro an. "Mit einer kompletten Umstellung auf moderne LED-Technik ließen sich die Stromkosten je Laterne um 30 bis 50 Prozent reduzieren", ergänzt Birkemeyer. Doch diese innovative Beleuchtungstechnik ist noch nicht weit verbreitet.

Um Kosten zu sparen, greift jede vierte Gemeinde zu drakonischen Maßnahmen: Diese Kommunen stellen die Straßenbeleuchtung nachts zeitweise komplett ab. Laut PwC-Befragung schalten 30 Prozent nur jede zweite Leuchte ein. Die meisten Gemeinden setzen bereits moderne Methoden zum Energiesparen ein. Knapp 80 Prozent verwenden Dämmerungsschalter, 55 Prozent schalten zweilampige Leuchten auf einlampigen Betrieb um. Nur sehr wenige Städte setzen bislang innovative Systeme ein wie Bewegungsmelder oder "Dial for light", das Einschalten per Anruf.

Im landesweiten Vergleich unterscheiden sich die Kosten für die Straßenbeleuchtung erheblich. Städte mit weniger als 5.000 Einwohnern bezahlen pro Kilometer Straßenbeleuchtung im Schnitt 2.100 Euro, während Großstädte im Schnitt 3.600 Euro aufwenden. Aber auch bei den Großstädten variieren die Kosten erheblich: Sie schwanken bei 21 Städten zwischen 3200 und 4800 Euro.

Die Umfrage zeigt auch: 41 Prozent der befragten Kommunen erledigen die Straßenbeleuchtung in Eigenregie. 22 Prozent der Kommunen beauftragen den kommunalen Energieversorger und ein Drittel vergibt diese Tätigkeit an einen überregionalen Versorger. Sonstige private Anbieter machen derzeit nur einen kleinen Anteil aus.

Private Anbieter werden wichtiger für die Straßenbeleuchtung

Das könnte sich schon bald ändern: "Private Anbieter gewinnen nach unserer Einschätzung auch bei der Straßenbeleuchtung in Zukunft an Bedeutung", so PwC-Experte Birkemeyer. Schon heute haben Städte wie Berlin oder Braunschweig den Betrieb der kommunalen Straßenbeleuchtung an ein privates Unternehmen delegiert. Das Stichwort heißt Public-Private-Partnership (PPP). Dabei finanzieren die privaten Partner nicht nur die Investitionen in die Straßenbeleuchtung, sondern sie betreiben und unterhalten auch die Anlagen.