Vorstandschefs rund um den Globus blicken wieder optimistisch in die Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommt der 14. CEO Survey von PwC. Das gilt allerdings nicht quer durch alle Branchen. Der öffentliche Sektor kämpft mit den Folgen der Rezession: Die steigenden Staatsausgaben und Schuldenberge in den Griff zu bekommen, ist die Herkules-Aufgabe, vor der auch die Bundesregierung steht. Wie können Zukunftsstrategien aussehen? Und was erwarten deutsche CEOs von der Regierung? Mehr dazu in der PwC-Studie "Rethinking government" und im Gespräch mit Wolfgang Wagner, Leiter des Bereichs Öffentlicher Sektor bei PwC.
Wie entwickelt sich der Euro? Wie gehen andere europäische Länder mit ihren Schuldenbergen um? CEOs weltweit sorgen sich, dass die Folgen der Wirtschaftskrise und insbesondere das hohe Staatsdefizit und die zunehmende Verschuldung das Wachstum bremsen könnten. Auch die besonders optimistisch gestimmten deutschen Manager geben zu: Die Unsicherheit, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln werden, lähmt ihre Bestrebungen, im großem Stil zu investieren und zu expandieren.
Mit welchen Strategien die Regierung in dieser Situation gegensteuern kann, zeigt die Studie "Rethinking government: doing things differently". Sie basiert auf den Ergebnissen des 14. CEO Survey, für den PwC über 1.200 Manager weltweit befragt hat, und verknüpft diese Erkenntnisse mit den Sichtweisen von Regierungsvertretern. 13 Prozent der für den CEO Survey befragten Manager waren Vertreter des öffentlichen Sektors. Die Studie enthält unter anderem die Einschätzungen von Dr. Johannes Beermann, Chef der Sächsischen Staatskanzlei und Lars Martin Klieve, Kämmerer der Stadt Essen.

Wolfgang Wagner
Wolfgang Wagner: Die CEOs aus Deutschland, die wir für den CEO Survey befragt haben, erwarten von der Regierung, dass sie gute Rahmenbedingungen schafft, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Fast 60 Prozent der deutschen Vorstandschefs sehen den Staat in der Verantwortung, qualifizierten Nachwuchs auszubilden und zu fördern. Fast ebenso viele Befragte sehen den Staat in der Pflicht, wenn es darum geht, die Finanzmärkte zu stabilisieren und den Zugang zu erschwinglichem Kapital zu gewährleisten. Und fast 40 Prozent der deutschen Unternehmenslenker sehen die wichtigste Aufgabe des Staates darin, die Versorgung mit den Ressourcen zu gewährleisten, die sie für den Erfolg ihres Unternehmens benötigen.
Wagner: Ein interessantes Ergebnis unserer Befragung ist, dass die Perspektiven von Unternehmenslenkern und Vertretern der öffentlichen Hand gar nicht so weit auseinander liegen. Das Interesse an gut ausgebildeten Arbeitskräften teilen sie beispielsweise. Die Befragten beider Seiten sehen Bildung als eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Privatwirtschaft. Besonders bei der Weiterbildung müssen private Unternehmen aber mehr Aufgaben übernehmen als bisher, so die Auffassung der Vertreter der öffentlichen Hand.
Wagner: 54 Prozent der befragten CEOs sind der Meinung, dass Regierung und private Unternehmen gemeinsam mehr Erfolg haben, wenn es um die Bekämpfung von globalen Risiken wie Klimawandel und die Finanzkrise geht. Als roter Faden durch die Gespräche zieht sich, dass Unternehmenschefs die Rolle der Regierung als "Enabler" sehen: Sie soll die Rahmenbedingungen schaffen, in denen Unternehmen nachhaltig wachsen können. Für die öffentliche Hand heißt das: Sie muss ihre Rolle im 21. Jahrhundert überdenken und Strategien entwickeln, die Wachstum fördern, das für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt nachhaltig ist. Die Studie liefert frische Ansätze, wie das aussehen kann.