Studie von PwC, FH Frankfurt am Main und Fraunhofer LBF leitet Normungsbedarf im Bereich der Elektromobilität aus Nutzerpräferenzen und -erwartungen ab
Im Jahr 2020 sollen auf Deutschlands Straßen eine Million Elektrofahrzeuge rollen. Auf dem Weg zu dieser Zielmarke müssen nicht nur technologische Herausforderungen bewältigt werden. Ebenso wichtig ist es, die potenziellen Nutzer von den neuen Möglichkeiten und der Zukunftssicherheit der Elektromobilität zu überzeugen. Normen und Standards leisten dazu einen wesentlichen Beitrag, beispielsweise indem sie die Sicherheit und Kompatibilität der elektrischen Komponenten gewährleisten oder auch eine mögliche Zweitnutzung bzw. ein Recycling der Batterien garantieren. Die vorliegende, im Auftrag des DIN Deutschen Instituts für Normung e.V. erstellte Studie analysiert, welcher Normungsbedarf sich aus den Präferenzen und Erwartungen der Nutzer, aber auch denen der politischen Akteure sowie den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich der Elektromobilität ergibt.
Ausgangspunkt für die Ableitung notwendiger Normen und Standards sind sechs kritische Faktoren für den Erfolg der Elektromobilität. Diese sind: Sicherheit / Zuverlässigkeit, Komfort, Kosten und Umwelteigenschaften der neuen Technologie, die erzielbare Reichweite sowie der Ausbaugrad der Ladeinfrastruktur. Auf diesen Faktoren aufbauend wurden Themenfelder identifiziert, die für die Verbreitung der Elektromobilität in den Jahren von 2015 bis 2025 relevant werden und die bislang nicht oder zumindest nicht umfassend in der deutschen Normungs-Roadmap erfasst sind.
Die folgende Tabelle fasst wesentliche Ergebnisse dieser schrittweisen Analyse zusammen.

Quelle: PwC, Fraunhofer LBF, FH FFM (2011)
Während einige Themenfelder mehrere kritische Faktoren betreffen (beispielsweise das normierte Verfahren zur Reichweiten- bzw. Batterieladestandsmessung), sind andere klar auf einen einzigen Faktor bezogen. Allerdings heißt dies nicht, dass die letztgenannten Normierungsthemen weniger relevant wären: Standardisierte Handlungsanweisungen für den Rettungsfall beispielsweise betreffen zwar nur den Faktor Sicherheit / Zuverlässigkeit, jedoch sind klare Festlegungen in diesem Bereich unverzichtbar. Nicht nur professionelle Rettungsteams, sondern auch Normalnutzer müssen wissen, wie sie Risiken bei der Bergung von Unfallopfern vermeiden können und welche Gefahren überhaupt bestehen.
Die in der Tabelle dargestellten Befunde werden in der Studie zudem durch ausgewählte „Use Cases“ konkretisiert, die anschaulich machen, wie der Normungsbedarf in Normen und Standards umgesetzt werden kann beziehungsweise muss. Besonders komplex ist beispielsweise der Aufbau einer Ladeinfrastruktur im Privathaushalt, in der die Batterie des Elektrofahrzeugs gleichzeitig Stromspeicher für überschüssige, selbsterzeugte Energie (z.B. durch Solarpaneele auf dem Hausdach) ist. Damit sich Investitionen in derartige Anlagen auszahlen, müssen diese für eine langfristige, vom gefahrenen Elektroauto beziehungsweise genutzten Batterietyp unabhängige Nutzung ausgelegt sein. Normen und Standards können dies gewährleisten.
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