Bei Krankenkassen haben die Männer das Sagen

Frauen in der Gesundheitswirtschaft: Jede dritte Führungsposition ist weiblich besetzt / Personalführung, Werbung und Marketing als weibliche Domänen / Bei Krankenversicherungen sind Frauen in Top-Positionen deutlich unterrepräsentiert

Frankfurt, 3. November 2015.

Das Gesundheitswesen ist für Frauen ein beliebtes Arbeitsfeld. Drei Viertel aller Mitarbeiter sind weiblich. Das spiegelt sich jedoch nicht im Management wieder: Dort ist nur jede dritte Führungsposition weiblich besetzt, auf oberster Ebene sind es nur 15 Prozent. Das zeigt die PwC-Erhebung „Frauen in der Gesundheitswirtschaft“, für die Daten von 2.200 Krankenhäuser- und Rehakliniken ausgewertet wurden wie auch von  3.000 Pharmaunternehmen, Versicherungen und von Herstellern medizinischer Geräte, 190 Ministerien und Behörden sowie Verbänden und wissenschaftlichen Instituten. „Obwohl Frauen in der Gesundheitsbranche traditionell gut vertreten sind, macht sich das bei Führungspositionen kaum bemerkbar. Mit 33 Prozent entspricht der Frauenanteil in diesem Bereich genau dem Durchschnitt der gesamten Wirtschaft. Selbst Kliniken, in denen drei Viertel der Beschäftigten weiblich sind, weisen im Topmanagement nur einen Frauenanteil von 16 Prozent auf“, sagt Michael Burkhart, Partner bei PwC und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen und Pharma.

Vor allem Krankenkassen erweisen sich als Männerdomäne: Dort sind Frauen in leitender Position deutlich unterrepräsentiert. Ihr Anteil liegt bei nur zwölf Prozent, in Vorstand und Geschäftsführung ist nicht einmal jede zehnte Stelle (9 Prozent) in weiblicher Hand. „Dieses Ergebnis erstaunt. Schließlich stehen Krankenversicherungen als Körperschaften des öffentlichen Rechts im Blick der Öffentlichkeit“, urteilt Corinna Friedl, Expertin bei PwC im Bereich Gesundheitswesen. „Ein Punkt ist sicherlich, dass Frauen bislang noch die nötigen Netzwerke fehlen, um in diesen männlich dominierten Strukturen Fuß zu fassen.“

Östliche Bundesländer weisen bessere Quoten auf

Im Gegensatz dazu haben Politik und Behörden eine eher ausgeglichene Verteilung vorzuweisen: Auf Bundes- und Länderebene stellen Frauen 44 Prozent der Führungskräfte. Vor allem in ostdeutschen Bundesländern ergibt sich ein fast ausgewogenes Bild: Dort liegt die Frauenquote bei 49 Prozent, während im Westen (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland) Frauen zu 36 Prozent in Führungspositionen vertreten sind. „Die ostdeutschen Bundesländer schneiden deutlich besser ab, was die Gleichverteilung der Positionen unter den Geschlechtern angeht. Da mögen die besseren Betreuungsmöglichkeiten für Kinder eine Rolle spielen wie auch generell die Akzeptanz von Frauen im Beruf“, so Burkhart.

Neben der öffentlichen Verwaltung weisen auch Krankenhäuser ein Ost-West-Gefälle auf, wenn es um den Anteil von Frauen in Führungspositionen geht: So liegen Sachsen-Anhalt (49,5 Prozent), Brandenburg und Sachsen (beide 47,7 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (47,3 Prozent) weit über dem Durchschnitt. Zum Vergleich: In Niedersachsen sind es nur 29,5 Prozent, in Baden-Württemberg 32,6 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 31,6 Prozent.

Im Pflegedienst und im OP sind meist Frauen der Chef

Allerdings gibt es innerhalb der einzelnen Abteilungen der Gesundheitswirtschaft durchaus weibliche Domänen: Dazu zählen die Bereiche Personalführung, Werbung, Presse und Marketing. In Personalabteilungen von Pharmaunternehmen machen Frauen 55 Prozent der Führungskräfte aus. In den PR- und Marketingabteilungen von Kliniken liegt ihr Anteil bei 58 Prozent. Auch bei der Pflegedienstleitung (65 Prozent), der OP-Leitung (64 Prozent) und beim Qualitätsmanagement (61 Prozent) weisen Kliniken einen Anteil weiblicher Führungskräfte auf, der weit über dem Durchschnitt liegt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.pwc.de/women_healthcare

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