Jeder zweite Deutsche will zu günstigerem Stromanbieter wechseln

PwC-Umfrage: 40 Prozent der Deutschen sind mit Strompreisen unzufrieden / Jüngere Menschen wechseln Stromanbieter häufiger als ältere / Nur 17 Prozent nennen Ökostrom als Grund für Wechsel / Smart Home und Smart Meter sind vielen unbekannt

Frankfurt am Main, 30. März 2015

Frankfurt am Main. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger denkt darüber nach, in den kommenden zwölf Monaten den Stromanbieter zu wechseln (54 %). Dabei sind die Stromkunden aufgeschlossener, die in der Vergangenheit schon einmal gewechselt haben. In dieser Gruppe liegt der Anteil derer, die einen neuen Anbieter ins Auge fassen, sogar bei 70 Prozent, wie eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1000 Bundesbürgern zeigt. Im Schnitt geben die Deutschen 88 Euro im Monat für Strom in ihrem Haushalt aus. 40 Prozent sind dabei mit den Preisen unzufrieden. Im Allgemeinen erweisen sich die Deutschen über die Kosten als gut informiert: Nur jeder sechste Deutsche kennt nicht die Kosten seines Stromverbrauchs. Allerdings hängt das stark vom Alter der Befragten ab: So weiß ein Drittel der Menschen unter 30 Jahren nicht, wie viel sie für Strom ausgeben. Bei der Generation 60plus sind es dagegen nur zwölf Prozent.

„Auch bei der Bereitschaft, den Stromanbieter zu wechseln, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. So sind jüngere Menschen deutlich wechselfreudiger“, wie Dr. Norbert Schwieters, Leiter des Bereichs Energiewirtschaft bei PwC, erläutert. Mehr als 70 Prozent der befragten Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 29 Jahren haben in den vergangenen drei Jahren schon einmal den Stromanbieter gewechselt. Im Schnitt hat das dagegen nur jeder zweite Deutsche in diesem Zeitraum getan. Für 90 Prozent ist dabei ein günstigerer Preis des neuen Versorgers ausschlaggebend. Der Wunsch nach Ökostrom spielt nur bei 28 Prozent der Jüngeren eine Rolle. Über alle Altersklassen hinweg sind es nur 17 Prozent, die aus ökologischen Gründen den Anbieter wechseln wollen.

Drei Viertel der Deutschen haben sich im vergangenen Jahr einen Überblick über Stromanbieter und deren Preise verschafft. Dabei ist das Internet für 57 Prozent die Hauptquelle für Informationen. Sozial-Media-Kanäle spielen dagegen über alle Altersklassen hinweg bei diesem Thema eine eher untergeordnete Rolle.

Smart Home ist bei Bundesbürgern nicht sehr bekannt

Mit Themen wie das vernetzte Zuhause (Smart Home) oder intelligente Zähler (Smart Meter) können Bundesbürger bislang noch wenig anfangen, wie die PwC-Umfrage zeigt. So haben drei Viertel von ihnen den Begriff Smart Home noch nie gehört. Bei Smart Meter sind es 38 Prozent, die nichts mit dem Begriff verbinden. Bei diesen Technologien spielen für mehr als 90 Prozent der Bundesbürger die Frage der Datensicherheit und der Schutz vor Hackern eine entscheidende Rolle, für ein Viertel der Befragten sprechen diese Aspekte sogar gegen eine Nutzung. Die mit diesen Technologien verbundene Möglichkeit, Geräte mittels einer App zu steuern, hält nur die Hälfte der Befragten für wichtig. „Damit die Konsumenten die neuen Dienstleistungen auch nutzen, spielt die Datensicherheit eine zentrale Rolle. Sie sollte bei Politik und Unternehmen einen hohen Stellenwert einnehmen“, betont Schwieters.

Selbst Strom zu produzieren und damit weniger abhängig von Stromversorgern zu sein, können sich 65 Prozent der Deutschen vorstellen. Dabei zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: Im Süden sind 70 Prozent der Menschen bereit, zu Prosumern von Strom, also zu Konsumenten und Produzenten zugleich zu werden. Im Norden sind es dagegen nur 60 Prozent. Das hängt auch mit den besseren Voraussetzungen zusammen, die in südlichen Bundesländern für Solaranlagen gegeben sind.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.pwc.de/energiewirtschaft

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