Medienbranche wird stärker wachsen als Gesamtwirtschaft

„German Entertainment and Media Outlook“ von PwC prognostiziert ein Plus von jährlich 2,1 Prozent bis 2019  /  Vor allem die Werbeeinnahmen dürften überdurchschnittlich zulegen / Rasantes Wachstum bei digitalen Medien / Anzeigenerlöse klassischer Medien gehen weiter zurück

Frankfurt, 20. Oktober 2015

Die Medienbranche in Deutschland wird auch in Zukunft stärker wachsen als die Gesamtwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt der „German Entertainment and Media Outlook“ der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Der Studie zufolge dürfte die deutsche Unterhaltungs- und Medienbranche bis 2019 auf einen Umsatz  von 75,6 Milliarden Euro kommen. Dies entspräche einem Wachstum von durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr, während PwC für die gesamte Wirtschaft nur mit einem Plus von jährlich 1,6 Prozent rechnet.

Die einzelnen Marktsegmente haben sich 2014 sehr unterschiedlich entwickelt: Während die Umsätze in den Bereichen Zeitung, Zeitschriften, Bücher und Film im vergangenen Jahr Rückgänge verzeichneten, entwickelten sich die Einnahmen in den Segmenten Musik und Hörfunk stabil. Ein deutliches Wachstum konnten die betrachteten Teilbranchen Onlinewerbung, Internetzugang, Videospiele und Fernsehen verbuchen. Als neues Marktsegment stellt der „German Entertainment and Media Outlook“ dieses Jahr erstmals den Sportmarkt aus der Perspektive der Unterhaltungs- und Medienbranche vor. Dieses Segment entwickelte sich 2014 sehr dynamisch und verzeichnete Erlöse von 1,3 Milliarden Euro. 

Werbeerlöse legen wieder zu – Onlinewerbung ist der größte Treiber.

„Vor allem, was die Entwicklung der Werbeeinnahmen betrifft, sind wir für die kommenden Jahren sehr optimistisch“, sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. „Zwar werden die Anzeigenerlöse im Printsegment weiter zurückgehen. Diese Entwicklung wird durch deutlich steigende Einnahmen in der Onlinewerbung aber mehr als kompensiert werden.“ Der gemessen an der Verbreitung von Smartphones immer noch geringe Anteil mobiler Werbung dürfte in den kommenden Jahren deutlich steigen. „Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Entwicklung datengesteuerter und algorithmusbasierter Angebote, die ein gezieltes Targeting der Konsumenten ermöglichen“, sagt Ballhaus.

TV-Gelder sind eine der wichtigsten Einnahmequellen auf dem Sportmarkt

Zum ersten Mal überhaupt wurde der „Unterhaltungsmarkt Sport“ in den „German Entertainment und Media Outlook“ einbezogen. PwC reagiert damit insbesondere auf die wachsende Bedeutung von Fußball-Übertragungsrechten für die gesamte Medienbranche. Tatsächlich erreichten Pay-TV-Anbieter 2014 – nicht zuletzt wegen der Bundesliga – Rekordwerte. So stieg die Zahl der Abonnenten um gut zehn Prozent auf knapp sieben Millionen. Zu diesem Wachstum trugen abseits der Sportübertragungen auch neue Filmangebote und der Ultra-HD-Standard bei.

Bei Konsumentenausgaben wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 2,0 Prozent bis 2019 erwartet

Von allen Medien- und Unterhaltungsbranchen dürfte der Sportsektor in den kommenden Jahren am stärksten zulegen. So prognostiziert PwC bis 2019 einen Anstieg der Konsumentenausgaben in diesem Bereich um durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr. Enorme Wachstumschancen bescheinigt die Studie auch dem Markt für Videospiele. Welches Potenzial hier liegt, zeigte sich beispielhaft im vergangenen Jahr, als die Umsätze im Bereich „Social/Casual Games“ um 177 Prozent zulegten. „Bei den Videospielen ist nicht nur die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten bemerkenswert. In den kommenden Jahren werden auch die bislang noch überschaubaren Werbeerlöse in diesem Segment sprunghaft steigen“, sagt PwC-Experte Ballhaus. 

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