Berliner rechnen mit angespanntem Wohnungsmarkt

13 Juni, 2017

97 Prozent der Berliner rechnen mit steigenden Mieten / Hauptstadt vor allem für Singles und junge Erwachsene attraktiv / Einwohner stehen dem Ausbau des Nahverkehrs positiv gegenüber / Berliner Schnauze unter den Top Drei der Berliner „Wahrzeichen“

Berlin, 13. Juni 2017

Die Zeit der günstigen Mieten in der Hauptstadt ist endgültig vorbei. Das sehen zumindest 97 Prozent der Bewohner so, die mit steigenden Mietpreisen in den nächsten fünf Jahren rechnen, 51 Prozent sogar mit stark steigenden Mieten. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 500 Berlinern zwischen 18 und 65 Jahren hervor. Die Berliner gehen auch davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren weniger Wohnungen zur Verfügung stehen. 44 Prozent erwarten, dass das Angebot an Wohnraum sinken oder sogar stark abnehmen wird.

Immobilienwirtschaft und Stadt stehen vor großen Aufgaben

„Dabei stehen die Stadt und die Immobilienwirtschaft weiterhin vor der Herausforderung, mit dem weiter steigenden Zuzug Schritt zu halten und geeigneten Wohnraum zu schaffen. Schließlich wird die Bevölkerung nach einer Prognose der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bis 2030 noch einmal erheblich wachsen: Die errechneten Varianten liegen immerhin zwischen vier und 10,9 Prozent.“

Thomas Kieper, Partner bei PwC und zentraler Ansprechpartner am Standort Berlin

Seit der Wiedervereinigung zieht die Hauptstadt Menschen aus aller Welt an – und das nicht nur als Touristen, sondern auch, um dort zu arbeiten und zu leben. „Berlin ist in den letzten 25 Jahren eine echte Metropole geworden“, konstatiert Kieper.

Den Begriff „Metropole“ nennen auch 96 Prozent der Befragten bei der Frage, wofür ihre Stadt steht. Er landet so mit „Großes Kulturangebot“ (ebenfalls 96 Prozent) und „multikulturell“ (98 Prozent) auf den Top-Drei-Rängen der Begriffe, die am ehesten mit Berlin verbunden werden.

Attraktiv für Jung und Alt? Nicht wirklich!

Attraktiv ist die Hauptstadt dabei aus Sicht ihrer Bewohner vor allem für Singles (96 Prozent) und junge Erwachsene unter 30 (95 Prozent). Für Familien (57 Prozent), Senioren (50 Prozent) und Kinder (45 Prozent) wird die Hauptstadt deutlich weniger positiv bewertet. „Für Städte und Kommunen ist es natürlich toll, wenn sie bei jungen Menschen hoch im Kurs stehen“, so Thomas Kieper. „Trotzdem ist es wichtig, auch dann attraktiv zu bleiben, wenn sich die Lebensumstände dieser Altersgruppe verändern – zum Beispiel, weil sie eine Familie gründen.“

Kindergärten, Verwaltung, Schulen schneiden mäßig ab …

Deshalb ist es auch kritisch, dass die Berliner mit Einrichtungen, die vor allem für Familien wichtig sind, nur mäßig zufrieden sind: bei den Kitas/Kindergärten und der öffentlichen Verwaltung sind das nur 38 Prozent, bei den Schulen 37 Prozent. Damit bilden diese drei Aspekte die Schlusslichter auf der Zufriedenheitsskala. „Das sollte zu denken geben“, findet Thomas Kieper. „In der Regel sind Menschen mit schulpflichtigen Kindern für die örtliche Wirtschaft wichtig, da diese Altersgruppe üblicherweise bereits eine abgeschlossene Ausbildung hat und es unter ihnen viele Fachkräfte gibt, die der Arbeitsmarkt braucht.“ Die Top drei der Zufriedenheitsliste belegen die Einkaufsmöglichkeiten (96 Prozent), das gastronomische (95 Prozent) und das kulturelle Angebot (94 Prozent).

… gut hingegen Verkehrsinfrastruktur, Gesundheitsversorgung und Universitäten

„Bemerkenswert und aus Sicht der Wirtschaft sehr erfreulich ist das gute Abschneiden des öffentlichen Nahverkehrs, der Gesundheitsversorgung, der Verkehrsinfrastruktur und der Universitäten, die von 84 bis 71 Prozent der Befragten als sehr oder eher zufriedenstellend bewertet werden. All das sind wichtige Faktoren, um Menschen und Mitarbeiter vor Ort zu halten.“

Thomas Kieper, Partner bei PwC und zentraler Ansprechpartner am Standort Berlin

Dazu passen auch die Ergebnisse auf die Frage, wie die Berliner über den Ausbau der S- und Regionalbahn denken: Obwohl er mit vielen Großbaustellen verbunden ist, unterstützen 52 Prozent die Maßnahmen, 42 Prozent sind sogar froh darüber und ein Drittel ist bereit, für ein gut ausgebautes Netz gelegentliche Streckensperrungen in Kauf zu nehmen. „Die Bahn, die in den nächsten Jahren rund 500 Millionen Euro in den Ausbau der ÖPNV-Streckennetze stecken möchte, stößt damit auf Zustimmung der Berliner“, so Thomas Kieper. Allerdings gibt es auch 36 Prozent, die sich über Zugausfälle und Verspätungen ärgern.

Das tun sie vermutlich bisweilen recht lautstark: Denn immerhin ein Viertel der Befragten glaubt, dass die berühmte Berliner Schnauze ihre Stadt ganz besonders repräsentiert – damit liegt sie auf dem dritten Rang, nach dem Brandenburger Tor (55 Prozent) und dem Alexanderplatz (35 Prozent), aber noch vor Currywurst, Reichstag, Regierungssitz und Ku‘damm. „Das finde ich prima“, kommentiert Thomas Kieper. „Als überzeugter Wahlberliner, der seit 1988 hier lebt, weiß ich schließlich genau, dass bei uns ‚Herz und Schnauze‘ meistens als Doppelpack vorkommen.“

 

Zur Umfrage:

Die Ergebnisse der Regionalbefragung: „So sehen die Berliner Berlin“ stammen aus einer repräsentativen Online-Panel-Befragung, die im Frühjahr 2017 im Auftrag der PricewaterhouseCoopers GmbH WPG durchgeführt wurde. Befragt wurden 500 Personen aus der Region Berlin im Alter von 18 bis 65 Jahren.

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