Deutsche sehen in künstlicher Intelligenz eher eine Chance als eine Bedrohung

08 August, 2017

77 Prozent glauben, dass künstliche Intelligenz den Alltag erleichtern wird, zeigt eine Umfrage von PwC / 58 Prozent hoffen auf eine Lösung des Fachkräftemangels etwa in der Altenpflege / Zugleich fürchten viele Bundesbürger allerdings auch mögliche Probleme – etwa den Verlust von Arbeitsplätzen / PwC-Expertin Arnoldy: „Letztlich werden die positiven Effekte von künstlicher Intelligenz deutlich überwiegen“

Düsseldorf, 8. August 2017

Die Mehrheit der Deutschen sieht in der rasanten Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) eher eine Chance als eine Bedrohung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter gut 1.000 Bundesbürgern. Unter künstlicher Intelligenz versteht man neuartige Technologien, die Informationen nicht nur verarbeiten, sondern auf Basis dieser Informationen eigenständige Handlungen durchführen.

77 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass künstliche Intelligenz den Menschen helfen wird, ihren Alltag besser zu organisieren. 72 Prozent hegen zudem die Hoffnung, sich dadurch „auf wichtigere Dinge im Leben“ konzentrieren zu können. Zugleich räumen allerdings 51 Prozent ein, dass Ihnen die Entwicklung ein Stück weit auch Angst mache. Dieser Zwiespalt zeigt sich besonders, wenn es um mögliche Konsequenzen für den Arbeitsmarkt geht: So erhoffen sich einerseits 58 Prozent der Befragten von künstlicher Intelligenz eine Lösung für den drohenden Fachkräftemangel etwa in der Altenpflege. Andererseits befürchten allerdings auch viele Bundesbürger, dass durch den Einsatz von KI Jobs verlorengehen könnten. So trifft die Aussage „Die künstliche Intelligenz wird mehr Arbeitsplätze schaffen als vernichten“ nur bei 35 Prozent auf Zustimmung.

„Wir brauchen KI, um Probleme wie den Klimawandel zu lösen“

„Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz bedeutet eine Zäsur, vergleichbar mit der Industrialisierung oder der IT-Revolution. Insofern ist das Unbehagen, das sich in unserer Umfrage zeigt, sehr gut nachvollziehbar“, sagt Susanne Arnoldy, Partnerin und Technology Roadmap Leader bei PwC Deutschland. Letzten Endes würden die positiven Effekte der künstlichen Intelligenz aber eindeutig überwiegen, so Arnoldy: „Die Probleme, vor denen die Menschheit steht – von der Erderwärmung bis zum demographischen Wandel – sind so gewaltig, dass wir alleine damit überfordert sein werden. Darum ist es ein gutes Signal, dass die meisten Deutschen die Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz eben doch gutheißen.“

Tatsächlich bestreiten nur zwölf Prozent der Befragten den Nutzen von künstlicher Intelligenz ganz generell. Dagegen bejahen 49 Prozent die Aussage, dass intelligente Software oder lernfähige Roboter dazu beitragen könnten, sozial Schwächeren Zugang zu Bereichen zu ermöglichen, die sie sich bislang nicht leisten können – etwa juristische Dienstleistungen, Finanzberatung oder Nachhilfe für die Kinder. Ebenfalls 49 Prozent halten die künstliche Intelligenz für ein mögliches Instrument gegen Cyber-Kriminalität. 45 Prozent trauen ihr Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel zu. Und 43 Prozent hoffen, dass sich mithilfe künstlicher Intelligenz bessere Medikamente und Therapien finden lassen, beispielsweise gegen Krebs.

Roboter sollen putzen, aber lieber nicht Auto fahren

Sieben von zehn Deutschen können sich vorstellen, irgendeine Form von intelligentem Assistenten zu nutzen – etwa bei der Steuererklärung oder bei der Terminplanung. Geht es um praktische Einsatzfelder im Alltag, sagen 58 Prozent, sie würden sich einen Putzroboter anschaffen, der die Wohnung sauber hält. 51 Prozent wünschen sich einen Hilfsroboter, der den Menschen schwere körperliche Arbeiten abnimmt. Dagegen stoßen selbstfahrende Autos nur bei jedem dritten Befragten auf Begeisterung. Lediglich 15 Prozent lehnen die Hilfe durch künstliche Intelligenz in alltäglichen Dingen grundsätzlich ab.

Bemerkenswert ist, dass bloß sechs Prozent der Deutschen noch nie etwas von künstlicher Intelligenz gehört haben. Allerdings trauen sich auch nur 33 Prozent zu, den Begriff zu erklären. Die große Mehrheit (61 Prozent) sagt dagegen, sie würden zwar das Stichwort kennen, könnten es aber nicht genau definieren.

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