Die neue „Wellcare“-Welt: Gesundheits-, Schönheits- und Fitnessmarkt wächst weltweit auf geschätzt 580 Milliarden Euro

29 Juli, 2017

Repräsentative Bevölkerungsumfrage: Gesundheit und Fitness stehen bei den Deutschen hoch im Kurs / Digitale Helfer auf dem Vormarsch: 30 Prozent nutzen bereits oder haben Interesse an Fitness-Trackern / 24 Prozent der Befragten würden ihre Gesundheitsdaten mit ihrer Krankenkasse teilen / Unternehmen aus dem Wellcare-Bereich müssen strategische Kooperationen eingehen

München, 29. Juli 2017

Das Geschäft rund um Gesundheit, Schönheit und Fitness, kurzum Wellcare genannt, wächst seit Jahren und wird durch innovative Produkte sowie durch digitale Services wie Healthtracker und Fitness-Apps weiter gestärkt. Das globale Marktvolumen dieses sogenannten „Wellcare“-Marktsegments wird auf 580 Mrd Euro pro Jahr geschätzt – so die aktuelle Studie „The Rise of Wellcare: A new business at the nexus of health, food and beauty“ von Strategy&, PwC’s Strategieberatung. Neben Markttrends und konkreten Beispielen erfolgreicher Wettbewerber im Wellcare-Segment gibt die Studie konkrete Handlungsempfehlungen, wie Unternehmen vom starken Wachstum dieses Segments profitieren können. „Nicht zuletzt das gesteigerte Interesse an nachhaltigen Produkten in Kombination mit dem Trend zur Selbstoptimierung bietet der Kosmetik-, Pharma- und Fitnessbranche aktuell viele Möglichkeiten. Vor allem durch strategische Partnerschaften zwischen Unternehmen aus der Pharma- und Konsumgüterbranche, differenzierte Forschung und Entwicklung sowie durch die integrierte Nutzung digitaler Services sind hier in den kommenden Jahren enorme Marktpotentiale zu holen“, kommentiert Reinhard Vocke, Konsumgüterexperte bei Strategy& und Mitautor der Studie.

Das Interesse der Verbraucher an Produkten für die eigene Gesundheit und für das Wohlbefinden ist in Deutschland ungebrochen, wie eine studienbegleitende, repräsentative Umfrage von PwC Strategy&, unter 1.000 Befragten zeigt. 92 Prozent der Befragten geben an, dass Gesundheit und Fitness für ihr persönliches Wohlbefinden im Alltag wichtig bzw. sehr wichtig sind. Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Befragten treiben mindestens ein- bis zweimal pro Woche Sport. 59 Prozent der Befragten achten bewusst auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Für eine gesunde Ernährung geben die Befragten monatlich auch das meiste Geld innerhalb des Wellcare-Bereichs aus: 37 Euro werden durchschnittlich in spezielle Ernährungsweisen, wie hochwertige Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, investiert. Gesundheits- und Fitnessprodukte sind den Befragten pro Monat im Schnitt 24 Euro wert und 31 Euro fließen in Wellnessbehandlungen oder Beautyprodukte. Beim Kauf dieser Produkte oder Dienstleistungen achten die Befragten vor allem auf hohe Qualität (wichtig bzw. sehr wichtig für 91 Prozent), danach folgen eine nachgewiesene Wirksamkeit (82 Prozent) sowie die Inhaltsstoffe (81 Prozent).

Trotz des großen Angebots steht der Trend zu digitalen Services zur Förderung von Fitness, Gesundheit und Aussehen von den Konsumenten bislang noch am Anfang. Bislang nutzen nur 14 Prozent Trainings-Apps für ihr Lauftraining oder andere Trainingsübungen. 11 Prozent der Befragten verwenden einen Fitness-Tracker oder smarte Multisportuhren. Doch es besteht durchaus Interesse an digitalen Hilfsmitteln: 30 Prozent der Befragten geben zum Beispiel an, einen Fitness-Tracker zu nutzen oder sich in absehbarer Zeit einen kaufen zu wollen. Besonders unter den jüngeren Befragten zwischen 18 und 39 Jahren ist die Zahl der (potentiellen) Nutzer mit 43 Prozent hoch. Ein Teil der Befragten wäre auch bereit, ihre Daten mit Dritten zu teilen. So stimmen 46 Prozent der Aussage zu, sie würde die Daten ihrem Arzt übermitteln. 24 Prozent würden die erfassten Informationen zu ihrem Gesundheitszustand mit der Krankenkasse teilen und 2 Prozent würden sie sogar an ihren Arbeitgeber weiterleiten.

„Für Anbieter digitaler Gesundheits- und Fitnessanwendungen gilt es jetzt, das vorhandene Interesse gezielt zu nutzen und vor allem das Vertrauen der Verbraucher in Bezug auf den Datenschutz zu gewinnen. Grundsätzlich sollten sich alle großen Wellcare-Player in den kommenden Jahren darauf konzentrieren, strategische Partnerschaften mit Unternehmen aus komplementären Bereichen einzugehen und das Angebotsportfolio für die eigene Kundschaft in Richtung Wellcare sinnvoll zu erweitern“, so Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC in Deutschland und EMEA. „Neben Kooperationen mit Digitalpartnern kann sich auch die Zusammenarbeit zwischen Pharma- und Konsumgüterunternehmen als wertvoll erweisen. Die Pharmabranche verfügt traditionell über große Budgets im Bereich Forschung und Entwicklung, während die Konsumgüterhersteller starke Marken und einen direkteren Draht zum Kunden vorweisen können. Im Wellcare-Markt der Zukunft werden nicht mehr nur einzelne Produkte oder Services verkauft. Vielmehr bauen die erfolgreichen Player ein Ökosystem an Services, Community-Angeboten und hochwertigen Inhalten rund um die Verbraucherbedürfnisse auf. Der Kampf um diese Wertschöpfungspotenziale und Marktanteile hat gerade erst begonnen.“

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