Münchner Start-ups auf Erfolgskurs

10 August, 2017

PwC-Umfrage: Vier von fünf Start-ups aus der bayerischen Hauptstadt gehen von steigenden Umsätzen in diesem Jahr aus / Erwartungen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt / Neun von zehn Start-ups wollen in den nächsten Monaten investieren / Zwei von drei planen Mitarbeiter einzustellen / München vor allem bei digitaler Infrastruktur und Kooperationen mit Universitäten vorbildlich / Defizite bei der Nutzung öffentlicher Förderung

München, 10. August 2017

Münchens junge Unternehmen strotzen vor Zuversicht: 82 Prozent der Start-ups aus der bayerischen Landeshauptstadt gehen davon aus, ihren Umsatz in diesem Jahr steigern zu können. Vier von zehn rechnen sogar mit einem Wachstum von mehr als zehn Prozent. Damit liegen sie deutlich vor ihren Kollegen im Rest der Republik: Im Bundesdurchschnitt erwarten lediglich 70 Prozent ein Wachstum in naher Zukunft und nur drei von zehn gehen von zweistelligen Wachstumsraten aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 450 deutsche Start-ups befragt wurden, davon 50 mit Sitz in München.

Hohe Zufriedenheit mit dem lokalen Gründerklima

Knapp neun von zehn der befragten Münchner Start-ups sind mit dem Gründerklima in der Stadt zufrieden. Besonders loben die Befragten die digitale Infrastruktur, insbesondere den Breitbandausbau und die Verfügbarkeit von schnellem Internet: 62 Prozent der Befragten in München beurteilen diesen Aspekt als sehr gut, im Bundesdurchschnitt sind es lediglich 46 Prozent.

„Für innovative, technologiegetriebene Unternehmen ist ein schneller Zugang zum Netz nicht nur erfolgskritisch, sondern auch ein zentraler Faktor bei der Standortentscheidung. Deshalb ist es gut, wenn München bei diesem Thema solide aufgestellt ist und das von den Gründern auch so wahrgenommen wird.“

Eckhard Späth, Leiter des PwC-Standortes in München

Für einen Flächenstaat wie Bayern sei es aber gleichzeitig wichtig, dass ländliche Regionen nicht vom schnellen Internet abgehängt bleiben. Mit der Gründung des ersten deutschen Breitbandkompetenzzentrums habe das Land hier bereits einen erfolgversprechenden Weg eingeschlagen, so Späth. Immerhin 20 Prozent der Münchner Start-ups arbeiten bereits mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen – deutschlandweit sind es nur 16 Prozent. „Der Wissenstransfer zwischen den Münchner Hochschulen und den jungen Unternehmen in der Stadt funktioniert“, lobt PwC-Experte Späth. „Dieser rege Austausch ist einer der großen Vorteile des Münchner Ökosystems, ganz besonders natürlich für technologiegetriebene Gründungen.“

Verschenktes Potenzial: Unternehmenskooperationen und öffentliche Fördermittel werden noch zu wenig genutzt

Zugleich identifiziert die Studie allerdings auch brachliegende Potenziale. So geben 36 Prozent der Münchner Start-ups an, sie hätten keinerlei Kooperationspartner – weder in der Wissenschaft noch unter etablierten Unternehmen, Beratungsfirmen oder Investoren. Zum Vergleich: Bundesweit sind nur 28 Prozent der jungen Unternehmen völlig auf sich allein gestellt. Auch in Sachen Finanzierung ist der Anteil an Einzelkämpfern in der Isar-Metropole besonders hoch. So setzen 90 Prozent der Münchner Start-ups im Zuge der Gründung eigenes Geld ein (bundesweit: 84 Prozent). Dagegen greifen nur 14 Prozent (bundesweit: 25 Prozent) auf öffentliche Fördermittel zurück. „Dass nur eine Minderheit der Befragten die Förderlandschaft nutzt, ist sicherlich ihrer Komplexität geschuldet“, sagt Philipp Medrow, Leiter der PwC Start-up-Initiative NextLevel. „Sich in den deutschen und europäischen Regelungen zurecht zu finden und Förderchancen zu nutzen, ist ziemlich schwierig.“

Fachkräftemangel? Für viele Münchner Start-ups kein Thema.

Am grundsätzlichen Optimismus vieler Münchner Gründer ändern diese ungenutzten Potenziale allerdings nichts. So kündigen neun von zehn Start-ups an, in den kommenden zwölf Monaten weitere Investitionen zu tätigen. Zwei von drei wollen ihre Mitarbeiterzahl erhöhen. Im Schnitt planen die Firmen, ihre Belegschaft um beachtliche 22 Prozent auszubauen (bundesweit: 16 Prozent). Besonders besorgt sind Münchner Start-ups beim Thema Cyber-Attacken: Jeder vierte Befragte nannte diese als externes Risiko für sein Unternehmen (deutschlandweit: 18 Prozent). Umgekehrt verhält es sich beim Thema Fachkräftemangel. Während im Bundesschnitt 29 Prozent der Start-ups ein ernstes Problem darin sehen, womöglich nicht die richtigen Mitarbeiter zu finden, sind es in München lediglich 18 Prozent.

„Die Wirtschaftskraft und die hohe Lebensqualität in München ziehen viele gut ausgebildete Menschen an. Und das kommt nicht nur den etablierten Unternehmen, sondern auch den Start-ups in der Region zugute.“

Eckhard Späth, Leiter des PwC-Standortes in München

Das zeigt sich auch in den Zahlen: Während bundesweit nur jedes vierte Start-up die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter als sehr gut empfindet, sind es in München über ein Drittel.

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