Umfrage: Brexit wird Frankfurter Wohnungsmarkt belasten

01 Juli, 2017

Bürger rechnen mit höheren Mieten und sinkendem Wohnraumangebot / Schlechte Noten für Schulen und Kitas / Frankfurter sind mit Einkauf-, Gastro- und Ausgehmöglichkeiten sehr zufrieden / Dennoch: „Die Stadt muss Geld in die Hand nehmen“

Frankfurt, 1. Juli 2017

Jeder zweite Befragte aus Frankfurt am Main und der Region macht sich wegen des Brexits Sorgen über steigende Mietpreise. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 500 Erwachsenen aus Frankfurt und Umgebung hervor. Zudem befürchten 40 Prozent, dass zahlungskräftige Zuzügler einzelne Stadtviertel verändern und diese gentrifizieren könnten. Jeder Dritte (34 Prozent) hat außerdem Bedenken, dass der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und die damit einhergehende Verlagerung von Arbeitsplätzen an den Main zu einem geringeren Angebot an Wohnungen führt. Nicht zuletzt deshalb rechnet die Mehrheit der Frankfurter auch insgesamt damit, dass die Mieten in den kommenden fünf Jahren nach oben klettern werden: 95 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie mehr für Wohnraum werden zahlen müssen, wobei 43 Prozent sogar von einem deutlichen Sprung nach oben ausgehen. Lediglich ein Prozent glaubt, dass die Mietpreise sinken werden.

Der Brexit wird von vielen Frankfurtern aber auch positiv gesehen: Unter anderem geben 39 Prozent der Befragten an, dass die Stadt beziehungsweise die Region attraktiver wird, wenn sich neue Unternehmen ansiedeln. „Hier liegt eine Jahrhundertchance für Frankfurt und die gesamte Metropolregion“, sagt Dr. Ulrich Störk, Partner bei PwC und Leiter des Standorts in Frankfurt.

„Wenn nur ein Bruchteil der jetzigen Arbeitsplätze aus der Londoner City an den Main kommt, wird dies einen Sogeffekt auf weitere Jobs aus anderen Branchen haben.“

Dr. Ulrich Störk, Partner bei PwC und Leiter des Standorts in Frankfurt

Sehr gute Einkaufsmöglichkeiten –Hohe Zufriedenheit mit Gastro- und Kulturangebot

Gleichzeitig bietet die Main-Metropole ihren Bewohnern schon jetzt zahlreiche Vorteile. So sind 89 Prozent der Befragten eher oder sehr zufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten, ebenfalls 89 Prozent freuen sich über das Angebot an Restaurants und Cafés und 88 Prozent über die Museen, Theater, Kinos und Konzerte. Entsprechend hoch schätzen die Befragten die Lebensqualität gerade für Singles, junge Erwachsene unter 30 und Paare ohne Kinder ein. Jeweils etwa neun von zehn der Befragten sehen diese Bevölkerungsgruppen gut in Frankfurt aufgehoben.

„High Potentials, beispielsweise aus der Digitalwirtschaft, wollen nicht nur gutes Geld verdienen, sondern auch gut leben können. Und Frankfurt bietet dazu die entsprechenden Möglichkeiten. Mit diesem Pfund kann die Stadt wuchern – auch international.“

Dr. Ulrich Störk, Partner bei PwC und Leiter des Standorts in Frankfurt

Schlechte Noten für Schulen, Radwege und Kitas

Negativ bewerten die Frankfurter hingegen die Radwege, Schulen und Kindergärten in der Stadt. Lediglich 31 Prozent sind mit dem Betreuungsangebot für die Jüngsten zufrieden, 36 Prozent mit den Fahrradwegen und 41 Prozent mit den Schulen. Die Elterngeneration ist dabei besonders kritisch: Nur jeder Dritte der 30 bis 49-Jährigen ist mit den Schulen der Stadt zufrieden. Insgesamt sehen daher auch nur 33 Prozent aller Befragten die Stadt als attraktiv für Familien. Und lediglich 27 Prozent meinen, dass es ein schöner Wohnort für Kinder ist. „Frankfurt muss Geld in die Hand nehmen und weiter ins öffentliche Angebot investieren, um für Fachkräfte und ihre Familien attraktiver zu werden“, so PwC-Experte Störk.

International und Multikulturell

Für die überwiegende Mehrzahl der Befragten ist Frankfurt eine internationale, multikulturelle, urbane und weltoffene Metropole. Jeweils über 90 Prozent bringen diese Attribute mit Frankfurt in Verbindung. Entsprechend repräsentiert für die meisten Befragten der Frankfurter Flughafen (60 Prozent) die Stadt, gefolgt von den Banken (43 Prozent) und der Skyline (41 Prozent). Am schlechtesten schneidet Frankfurt in den Bereichen Naturnähe, Sauberkeit und Sicherheit ab – nur jeweils etwa vier von zehn Befragten bringen diese Attribute mit der Stadt in Verbindung.


Über die Studie:

Die Ergebnisse der Studie „So sehen die Frankfurter Frankfurt“ basieren auf einer repräsentativen Online-Panel-Befragung, die im Frühjahr 2017 im Auftrag der PricewaterhouseCoopers GmbH WPG durchgeführt wurde. Befragt wurden 500 Personen aus der Region Frankfurt am Main im Alter von 18 bis 65 Jahren.

Über PwC:

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