Was Berlin wirklich zum Start-up-Mekka macht

08 August, 2017

Mehr als nur „hip“: Berlin punktet auch bei den harten Standortfaktoren / Gründer in der Hauptstadt haben exzellenten Zugang zu finanziellen Mitteln / Große Unterstützung durch Business Angels / Lob für Gründerklima und wirtschaftspolitische Initiativen

Berlin, 8. August 2017

Jung, cool, hip – das sind Attribute, mit denen der Start-up-Standort Berlin gern beschrieben wird. Dabei gibt es durchaus handfestere Gründe, warum die Hauptstadt für junge Unternehmen so attraktiv ist und ihnen ein gutes Start-up-Ökosystem bietet. Das zeigt eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 450 deutschen Start-ups, von denen etwa jedes sechste aus Berlin kommt. So beurteilen zum Beispiel 46 Prozent der Berliner Start-ups den Zugang zu finanziellen Mitteln als „sehr gut“ – während es bundesweit nur 34 Prozent sind. 

Berlin profitiert von seiner langen Start-up-Tradition

Eine besondere Rolle spielen dabei sogenannte Business Angels, also Geldgeber, die bereits in einem frühen Stadium in Geschäftsideen investieren und dabei häufig auch eine Beraterrolle übernehmen. Jede fünfte junge Berliner Firma wurde im Zuge ihrer Gründung von einem Business Angel unterstützt. Deutschlandweit kommt dagegen nur jedes zwölfte Start-up in diesen Genuss.

„Berlin profitiert dabei ganz klar von seiner langen Erfahrung mit Start-ups und insbesondere davon, dass bereits erfolgreiche Gründer zusätzlich als Business Angels im Öko-System aktiv sind.“

Philipp Medrow, Leiter der PwC-Start-up Initiative NextLevel und Partner am Standort Berlin

Ebenfalls höher als bundesweit ist der Anteil der Unternehmen, die auf das noch junge Finanzierungskonzept des Crowdfundings zugreifen – bundesweit sind es 5 Prozent, in Berlin 7 Prozent.

Vernetzung und Kooperation schaffen wichtige Freiräume

Insgesamt hat sich in Berlin ein Start-up-Ökosystem entwickelt, mit dem die lokalen Start-ups zufrieden sind, 38 Prozent bezeichnen es sogar als exzellent (bundesweit 18 Prozent). „Aus Berliner Sicht ist vor allem erfreulich, dass die Stadt bei allen Einzelaspekten, die für ein Öko-System wichtig sind, besser als der Bund abschneidet“, sagt Philipp Medrow und ergänzt: „Auch die Gründer selbst machen einiges richtig. Sie bewerten zum Beispiel die Möglichkeiten der Vernetzung sehr gut - das ist ein klares Indiz, dass sie diese Chancen auch nutzen.“ Drei Viertel der Berliner Start-ups setzen außerdem auf Kooperationen – vor allem mit etablierten Unternehmen. Philipp Medrow findet das sehr wichtig.

„Durch Kooperationen erhalten Start-ups die Freiheit, sich auf ihre Geschäftsidee zu konzentrieren, neue Märkte zu erschließen und sich fehlendes Know-how dazu zu holen statt es mühsam selbst aufzubauen.“

Philipp Medrow, Leiter der PwC-Start-up Initiative NextLevel und Partner am Standort Berlin

Berliner Start-ups haben ehrgeizige Pläne

Ein Ende des Start-up-Booms ist in der Hauptstadt nicht in Sicht. Obwohl weitere deutsche Städte nach Ansicht der Befragten im Bund und in Berlin als Start-up-Hub an Bedeutung gewinnen werden. Aus Sicht der Berliner behält die Hauptstadt jedoch mit 84 Prozent die Nase vorn, gefolgt von Hamburg (79 Prozent) und Frankfurt (63 Prozent). Bundesweit landet allerdings Hamburg mit 74 Prozent auf dem ersten Platz – vor Berlin (70 Prozent) und Frankfurt (68 Prozent).

So oder so: Die Berliner Start-ups haben ehrgeizige Pläne für die Zukunft. So geben satte 96 Prozent an, in den kommenden zwölf Monaten weitere Investitionen tätigen zu wollen. Dabei rechnen 68 Prozent mit steigenden Umsätzen – bei 28 Prozent sollen diese sogar mehr als 10 Prozent betragen. 63 Prozent planen die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter. Und jedes vierte dieser Unternehmen geht dabei von einer Erweiterung der Belegschaft um mehr als ein Fünftel aus.

Hauptrisiken Fachkräftemangel, Datenschutzvorschriften, Cyber Security

Gefährdet sind diese Pläne unter Umständen durch den Fachkräftemangel, den 29 Prozent der Berliner Gründer als größtes volkswirtschaftliches Risiko für ihr Geschäft sehen - obwohl sie mit 40 Prozent das Angebot qualifizierter Fachkräfte in ihrer Stadt positiver sehen als ihre Kollegen im Rest der Republik (26 Prozent). „Das Image hip, cool und weltoffen zieht junge Menschen von überall an. Insofern gibt es hier wirklich einen tollen Brain-Pool. Allerdings ist das Dilemma, dass eben auch viele Unternehmen darauf zugreifen wollen“, sagt der überzeugte und auch gebürtige Berliner Philipp Medrow.

Daneben treiben die Berliner Start-ups, befragt nach den größten Risiken für ihr Geschäftsmodell, zwei Sorgen um: 26 Prozent fürchten strengere Vorgaben beim Thema Datenschutz, 22 Prozent haben Angst vor möglichen Cyber-Attacken. Aber immerhin ziehen sie daraus auch ihre Konsequenzen: Bei der Frage, welche Aktivitäten zur Verbesserung der IT-Sicherheit ergriffen werden, liegen Berliner Start-ups bei einigen relevanten Maßnahmen über dem bundesweiten Durchschnitt: 39 Prozent planen Investitionen in IT-Sicherheitsmaßnahmen in den nächsten zwölf Monaten (bundesweit 37 Prozent) und 36 Prozent (bundesweit 29 Prozent) modernisieren ihre IT-Landschaft permanent.

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