Quer durch Europa lassen Unternehmen das Liquiditätspotenzial, das aus der Reduzierung ihres Working Capitals resultieren könnte, unangetastet. Allein im Krisen-Geschäftsjahr 2009 haben europäische Unternehmen mehr als 475 Milliarden Euro unnötig in ihrem Working Capital gebunden. Vereinzelt könnten noch bis zu 30 Prozent Liquidität aus dem Working Capital freigesetzt werden. Das zeigt die Working Capital Management Study, für die PwC die veröffentlichten Geschäftsberichte von über 1.200 Unternehmen in 12 europäischen Ländern durchleuchtet hat.
Der "Cash-to-Cash"-Zyklus hat sich in der jüngsten Berichtsperiode verlängert, zitiert PwC-Experte Thomas Doll aus der Working Capital Management Study. Unternehmen brauchen im Durchschnitt mehr Zeit als früher zwischen dem Zahlungsausgang an den Lieferanten eines Vorprodukts und dem Eingang der Zahlung für das verarbeitete Produkt. Insbesondere die Kennziffer der Days Inventory Outstanding (DIO) sei - trotz aller Vorsätze schlankerer Lagerhaltung - nicht wie erhofft gesunken, sondern sogar gestiegen, berichtet sein Kollege Timo Laborge.
Die Reduzierung des Working Capitals und die damit in Zusammenhang stehende Optimierung der zugrundeliegenden Systeme und Prozesse birgt noch ein enormes Liquiditäts- und Profitabilitätspotenzial. Selbst jene Unternehmen, die bereits Maßnahmen für eine geringere Kapitalbindung ergriffen haben, haben nach Meinung der beiden PwC-Experten noch Hausaufgaben zu erledigen: "Die Unternehmen müssen gerade jetzt aus den Erfahrungen der Finanz- und Wirtschaftskrise lernen und sicherstellen, dass sie das prozessübergreifende und eng miteinander verzahnte Zusammenspiel der immer komplexer werdenden Geschäftsprozesse, deren Abbildung, Integration und Optimierung in IT-Systemen beherrschen. So werden sie nachhaltig Liquidität aus dem Working Capital freisetzen und ihre Profitabilität erhöhen können.
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Working Capital Management Study
PwC, Frankfurt am Main
Januar 2011
20 S.
zahlr. Tab. und Abb.
PDF-Dokument,
DIN A 4