Unternehmen wenden viel Energie auf, um Leistungsträger und Führungstalente im Unternehmen zu halten. Dabei übersehen sie unter Umständen ihre Schlüsselmitarbeiter; Mitarbeiter, die einen überdurchschnittlichen Anteil daran haben, ob der Kunde mit dem Produkt oder der Dienstleistung zufrieden ist. "Unternehmen sollten sich darauf konzentrieren, dass sich Schlüsselmitarbeiter besser mit dem Unternehmen identifizieren", so PwC-Personalexperte Till Lohmann. "Mit dieser Strategie lässt sich die Fluktuationsquote senken und die Leistung des Unternehmens insgesamt verbessern".
Die Entlassungen und das Einfrieren der Gehälter während der Krise haben sich auf die Moral der Mitarbeiter ausgewirkt: Sie identifizieren sich immer weniger mit ihrem Arbeitgeber. "Das ist ein Problem", so PwC-Personalexperte Till Lohmann, "denn es ist bekannt, dass Mitarbeiter, die sich stark mit ihrem Unternehmen identifizieren, seltener den Arbeitgeber wechseln. Zusätzlich wirkt es sich positiv sowohl auf die Loyalität der Kunden als auch auf Umsatz und Gewinn des Unternehmens aus."
Der Anteil derer, die innerlich bereits gekündigt haben, stieg von zehn Prozent im Jahr 2007 auf alarmierende 33 Prozent im Jahr 2009. Einer von vier High Potentials plant, seinen Arbeitgeber in den nächsten zwölf Monaten zu wechseln. Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Publikation "Engaging your pivotal talent".
"Firmen müssen verstehen, was die Menschen in wichtigen Positionen von ihrer Arbeit erwarten, und kreative Wege finden, sie zu motivieren. Oft sind nicht-finanzielle Anreize wirksamer als Geld," so Lohmann. Für die junge Arbeitnehmergeneration - die sogenannten Millennials - ist beispielsweise Fortbildung ein sehr wichtiger Anreiz. Drei Mal so viele junge Mitarbeiter halten Weiterbildung für wichtiger als eine Bonus-Zahlung.
Dabei sind nicht alle Positionen im Unternehmen gleich wichtig. Unternehmen, die prinzipiell die Identifikation aller Mitarbeiter erhöhen wollen, laufen Gefahr, die Kollegen zu übersehen, die den größten Unterschied für das Unternehmen machen könnten.
Ein Nahrungsmittelgroßhändler erhält negatives Kunden-Feedback und begibt sich auf die Suche nach den Ursachen. Dabei stellt sich heraus: Die wichtigste Schnittstelle zwischen Kunden und Unternehmen sind die Lkw-Fahrer. Sie liefern nicht nur die Waren aus, sondern stehen auch in direktem Kontakt mit den Restaurant-Managern und müssen Probleme mit der Lieferung direkt vor Ort besprechen und Lösungen suchen. Bislang hatte sich die Personalabteilung des Unternehmens vor allem auf die Mitarbeiter im Vertrieb fokussiert und mit finanziellen Anreizen motiviert.
Künftig richtet der Großhändler seinen Fokus darauf, die Arbeitsbedingungen für die Lkw-Fahrer zu verbessern: Laster werden effizienter gepackt, damit das Ausladen schneller und reibungsloser funktioniert; die langen und unregelmäßigen Arbeitszeiten werden adressiert.
Wie Unternehmen die richtigen und wichtigen Mitarbeiter identifizieren und motivieren können, analysiert die Publikation "Engaging your pivotal talent".