Mitarbeiter rekrutieren, fördern und gewinnbringend einsetzen

Im Zuge der Krise haben viele Unternehmen ihre Personalstrategie in Frage gestellt und großen Veränderungsbedarf konstatiert. Fast 80 Prozent der Unternehmenschefs planen, ihr Talentmanagement anzupassen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Bedürfnisse junger Generationen wird es immer schwieriger, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten. Das PwC Saratoga Institut hat aktuelle Personal-Trends in einer Studie zusammengestellt: "Managing people in a changing world" gibt Anregungen, wie Firmen mit ihrer wertvollsten Ressource umgehen und im globalen Wettbewerb bestehen können.

Wie gelingt es Unternehmen, ihre Mitarbeiter so einzusetzen und weiterzuentwickeln, dass sie zufrieden sind und den größten Mehrwert für die Organisation bringen? Dieser Frage widmet sich die vierte Ausgabe des alle zwei Jahre erscheinenden Berichts "Managing people in a changing world. Key trends in human capital" des PwC Saratoga Instituts.

Auf der Basis von Daten aus über 10.000 Unternehmen in 40 Ländern analysiert die Studie den Beitrag jedes Mitarbeiters zum Erfolg eines Unternehmens. Die Kennzahl ist der sogenannte "Human Capital Return on Investment" (HR ROI), der den Gewinn vor Steuern in Relation zu den Ausgaben für Löhne und Gehälter setzt.

Wettbewerbsfähig ist nur, wer flexibel auf Veränderungen reagiert

Trotz der wirtschaftlichen Krise ist es den USA - anders als vielen europäischen Ländern - gelungen, einen hohen HC ROI zu halten. Das lag vor allem daran, dass sie ihren Mitarbeitereinsatz und die Gehälter flexibler und schneller an die wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen konnten.

"Auch Unternehmen hierzulande müssen schneller und flexibler auf veränderte Marktbedingungen reagieren. Eine vorbehaltlose Nutzung geeigneter, auch vom Staat zur Verfügung gestellter Instrumente hilft hier. Nur dann werden sie ihre Wettbewerbsfähigkeit bewahren und ausbauen", sagt Till Lohmann, Leiter People & Change bei PwC in Deutschland.

Dazu gehöre auch, personalbezogene Frühindikatoren und Kennzahlen zu nutzen, und alle vorhandenen Personalinstrumente, die zu einer Reduktion der Personalkosten (zum Beispiel die Anpassung der Entgelt- und Incentivierungssysteme) und zu einer flexibleren Personaleinsatzplanung (beispielsweise Entsendungen oder Versetzungen) führen, bei Bedarf einzusetzen.

Der Konkurrenz einen Schritt voraus sein

Wie kann ein Unternehmen nicht nur im anspruchsvollen Kundenmarkt, sondern auch im sich ständig verändernden und globaler werdenden Arbeitsmarkt bestehen? Wie können die europäischen Länder auch in Zukunft noch mit den aufstrebenden und bevölkerungsreichen Ländern Brasilien, Russland, China und Indien konkurrieren? Die vorliegende Studie gibt konkrete Antworten darauf:

Talente und Schlüsselkräfte identifizieren und fördern

Firmen verschenken wertvolles Mitarbeiterpotenzial, wenn sie bei der Besetzung von Führungspositionen nicht stärker als bisher auf interne Bewerber setzen. Im Durchschnitt wird nur eine von drei Stellen von internen Nachfolgern besetzt. Eine umfassende Identifikation von vorhandenen Talenten sowie eine effektive, früh einsetzende Talentförderung und konsequente Nachfolgeplanungen können die Abhängigkeit vom externen Arbeitsmarkt verringern.

Diversität der Belegschaft fördern

In einer Welt, in der sich die Kundenanforderungen ständig verändern, wird die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens zu einem der wichtigsten Assets. Vielfalt in Bezug auf kulturellen Hintergrund, Gesinnung sowie Alter und Geschlecht der Belegschaft fördert die Innovationsfähigkeit und damit auch die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen.

Outsourcing und Offshoring beidseitig nutzen

Um die Vorteile der Auslagerung von Tätigkeiten in Zukunft noch besser nutzen zu können, bedarf es einer neu definierten, langfristigen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Service Providern. Diese sollte nicht nur Kostengesichtspunkte, sondern vor allem auch Qualitätsaspekte mit einschließen. Dieses neue Verhältnis beinhaltet auch einen Austausch von Arbeitskräften, der zu einem verbesserten beidseitigem Verständnis beitragen kann.

Wenn Fachkräfte benötigt werden, warum bildet sie niemand aus?

61 Prozent der CEOs beklagten bereits 2008, dass der Mangel an Fachkräften das Wachstum maßgeblich behindern wird. Trotzdem gibt es keine Anzeichen, dass Unternehmen in diesem Bereich mehr investieren. Stattdessen reagierten 48 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Personalabbau auf die Krise. Das wird auf lange Sicht gesehen den bereits vorherrschenden Fachkräftemangel noch weiter verstärken. Hier ist ein auf Langfristigkeit ausgerichtetes Umdenken der Verantwortlichen dringend erforderlich.

Weitere Anregungen bietet die Studie "Managing people in a changing world".

Bibliographische Daten

Managing people in a changing world
Key trends in human capital, a global perspective - 2010

Autoren

Human Resource Services, PwC Saratoga

Herausgeber

PwC International

Bibliographie/Quelle

Juli 2010
24 S.
PDF

Preis

kostenlos