Personalverantwortliche auf dem Weg zum Businesspartner

Firmen treiben den Umbau ihres Personalbereichs zu modernen Businesspartnern voran. Doch schöpfen sie noch nicht alle Vorteile aus, die dieses ursprünglich von Professor Dave Ulrich entwickelte Modell im Personalbereich bietet. Das hat eine Studie von PwC von ergeben. Fast alle befragten Unternehmen (97 Prozent) teilten ihren Personalbereich nach dem Businesspartner-Modell ein. Jedoch zeigten sich große Unterschiede in der Ausgestaltung der Rollen und der Umsetzung.

Für die Studie "Das Personalmanagement im Wandel - Eine Untersuchung zum HR-Businesspartner-Modell" befragte PwC Mitarbeiter von Führungsetagen und Personalbereichen verschiedener Unternehmen und Sektoren. Durch die aufwendige Betrachtungsweise aus zwei Perspektiven ergab sich ein interessanter Blick auf den Stand der Veränderungsprozesse in Firmen unterschiedlicher Größen und Branchen.

Die befragten Unternehmen und Personalbereiche waren aufgefordert, ihre Einschätzung unter anderem zu den folgenden Themenbereichen abzugeben:

  • Wie ist die Rolle des Personalbereichs im Unternehmen?
  • Was sind die Aufgabengebiete der Businesspartner? Welche werden am meisten nachgefragt? Wie haben sich die Aufgaben in der Krise verändert?
  • Wie ist die Beziehung zwischen Businesspartner und Führungsetage, den "Dienstleistern" und "Kunden"?
  • Wie zufrieden sind beide Seiten mit der Zusammenarbeit?
  • Wie qualifizieren sich Mitarbeiter zu einem Businesspartner und welche Möglichkeiten der Fortbildung haben sie?

Die Zusammenarbeit wurde als durchweg positiv bewertet. Gerade in Krisenzeiten wurde die Unterstützung des Personalbereichs als besonders wertvoll eingeschätzt. In der Nennung und Gewichtung der Aufgabengebiete traten allerdings Unterschiede zutage. 

Businesspartnerrolle ausbaufähig

Trotz der Umstellung auf das Ulrich-Modell mit seinen drei Rollen, das den HR-Businesspartner von seinen operativen Aufgaben entbinden soll, werden diese Aufgaben von der Führungsetage immer noch stark nachgefragt. Den Beteiligten bleibt wenig Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten. Die eigentlichen strategischen Aufgabenfelder der neu geschaffenen Funktion bleiben ungenutzt.

Die Experten von PwC sehen noch erhebliches Potenzial, den HR-Businesspartner stärker strategisch einzubinden und von seiner Fachkompetenz zu profitieren. Auch muss der Personalbereich hier Überzeugungsarbeit leisten, damit die Businesspartnerrolle nicht nur auf dem Papier existiert. Die Studie liefert Vorschläge, wie dies gelingen kann, beispielsweise durch die Schärfung einer Value Proposition, einen regelmäßigen Austausch, ein entsprechendes Erwartungsmanagement und eine klare Abgrenzung der Aufgabengebiete.

Bibliographische Daten

Das Personalmanagement im Wandel
Eine Untersuchung zum HR-Businesspartner-Modell in deutschen Unternehmen

Autoren

Till Lohmann
Elmar Görtz
et al.

Herausgeber

PwC, Frankfurt am Main

Bibliographie/Quelle

August 2010
36 S.