PwC-Studie: Unternehmen setzen bei ihren Abschluss- und Reportingprozessen verstärkt auf Qualität

90 Prozent der Unternehmen wollen ihre Abschluss- und Reportingprozesse in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten verbessern. Für 65 Prozent nimmt eine Verbesserung der Qualität die höchste Priorität ein. Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Studie "Reporting Survey: Studie zur Optimierung von Abschluss- und Reportingprozessen". Dafür befragte PwC 230 Finanzvorstände und Führungskräfte aus dem Finanz- und Rechnungswesen in Deutschland und Österreich. Mehr zu den Ergebnissen im Gespräch mit Klaus Panitz, PwC-Experte für Reportingprozesse.

Der Reporting Survey untersucht, wie Unternehmen in Bezug auf Qualität, Kosten und Zeit bei der Erstellung ihrer Abschluss- und Reportingprozesse aufgestellt sind. In der Studie wird deutlich: Unternehmen legen immer mehr Wert darauf, dass die Qualität ihres Reportings höchsten Standards entspricht. Für 65 Prozent der befragten Unternehmen hat der Qualitätsaspekt die höchste Priorität. 29 Prozent halten den Zeitaspekt für am wichtigsten. Nur sechs Prozent der Befragten setzen die Kosten an erste Stelle.

Im Gespräch mit Klaus Panitz, PwC-Experte für Reportingprozesse


Klaus Panitz

Woher kommt das gestiegene Interesse der Unternehmen an der Qualität ihrer Abschluss- und Reportingprozesse?

Klaus Panitz: Die Außendarstellung eines Unternehmens wird immer wichtiger. Kapitalgeber wie Banken oder Investoren beobachten die Entwicklung eines Unternehmens ganz genau. Über 90 Prozent der Finanzvorstände und Führungskräfte aus dem Finanz- und Rechnungswesen gaben bei der Befragung an, dass die Kommunikation mit Investoren und Banken eine ihrer wichtigsten Aufgaben sei. Auch wenn zwei Drittel der Befragten die Qualität ihres Reportings als hoch oder sehr hoch einschätzen: 85 Prozent planen eine weitere Erhöhung der Qualität.

Was können Unternehmen tun, um die Qualität weiter zu steigen?

Klaus Panitz: Die befragten Unternehmen fokussieren sich mehrheitlich auf eine weitergehende Standardisierung, zum Beispiel darauf, einheitliche Kontenrahmen einzuführen. Sie treiben die Integration von Systemen und automatisierten Schnittstellen voran und sorgen mit Schulungsmaßnahmen für ein einheitliches Verständnis.

Welche Erkenntnisse bringt die Studie in Bezug auf die Zeit, die ein Unternehmen für die Erstellung des Abschlusses benötigt?

Klaus Panitz: Vier von zehn befragten Unternehmen wollen dabei schneller werden. Dabei hat sich die Erstellzeit zwischen 2007 und 2009 bei 50 Prozent der Unternehmen bereits verkürzt. Börsennotierte Unternehmen sind im Schnitt schneller als nicht börsennotierte. Die schnellsten Unternehmen benötigen nach unserer Umfrage etwa 19 Arbeitstage, bis ein testierter Konzernabschluss vorliegt. Im Durchschnitt sind es 48 Tage.

Was können Firmen tun, um die Erstellzeit zu verkürzen?

Klaus Panitz: Die Abstimmung zwischen den Teilgesellschaften soll schneller werden, die Anhänge automatisch erstellt werden.

Inwiefern spielt der Wunsch, die Kosten für die Erstellung des Abschlusses zu reduzieren, eine Rolle?

Klaus Panitz: Auch wenn der Kostenaspekt für die meisten Unternehmen weit weniger wichtig ist als Qualität und Zeit: 50 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihre Kosten für Abschluss- und Reportingprozesse zu reduzieren. Das soll beispielsweise durch die Einführung von Shared-Service-Centern gelingen. Weitere Treiber zur Verbesserung der Kostensituation: Die Datenqualität erhöhen. Daran wird deutlich: Eine verbesserte Qualität und geringere Kosten schließen sich nicht aus, sondern bedingen sich gegenseitig.

Wie planen und steuern Unternehmen ihre Reportingprozesse?

Klaus Panitz: 90 Prozent der befragten Unternehmen setzen dafür Aktivitätenpläne ein. 80 Prozent der Befragten führen ein Monitoring dieser Aktivitätenpläne durch. Allerdings verwenden nur 30 Prozent Tools zur Unterstützung. Hier besteht also noch erhebliches Verbesserungspotenzial.

Bibliographische Daten

Reporting Survey
Studie zur Optimierung von Abschluss- und Reportingprozessen

Autoren

Klaus Panitz
Björn Seidel
Jörg Waschkowitz
Britta Wormuth

Herausgeber

PwC, Frankfurt am Main

Bibliographie/Quelle

Juni 2011
40 S.