Unternehmen brauchen Plan B für SEPA

Knapp ein halbes Jahr vor dem Startschuss für SEPA erscheint eine flächendeckende Umstellung zum Stichtag zunehmend unrealistisch, wie aus dem aktuellen „PwC SEPA Readiness Thermometer“ hervorgeht. Um das Risiko von Zahlungsverzögerungen und Liquiditätsengpässen nach dem 1. Februar 2014 zu minimieren, brauchen Unternehmen einen Notfallplan.

Immerhin ein Drittel der europäischen Unternehmen läuft Gefahr, die SEPA-Umstellung nicht bis zum Stichtag 1. Februar 2014 zu schaffen. Ein Viertel der rund 150 von PwC befragten Betriebe hat mit der Umstellung noch nicht einmal begonnen (Stand Juni 2013). Die Umfrageergebnisse deuten zudem daraufhin, dass der zeitliche und finanzielle Aufwand für SEPA ausgerechnet von den Unternehmen unterschätzt wird, die bislang noch keinen Umstellungsplan haben. Während von den Befragten, die sich intensiv mit SEPA befasst haben, immerhin 90 Prozent mit weiterem Anpassungsbedarf nach dem Starttermin rechnen, glauben dies nur 42 Prozent der Unternehmen mit geringerem Kenntnisstand.

„Der Start für SEPA wird mit Sicherheit holprig. Von den drohenden Anlaufproblemen sind auch die Betriebe betroffen, die ihre Systeme rechtzeitig auf SEPA umgestellt haben. Diese könnten beispielsweise mit Liquiditätsproblemen konfrontiert sein, wenn Kunden, die die Anpassung zum Stichtag nicht bewerkstelligt haben, keine Banküberweisungen tätigen können“, warnt Thomas Schräder, PwC-Partner und Experte für den Bereich Treasury.

Vor diesem Hintergrund ist bedenklich, dass fast die Hälfte (46 Prozent) der Unternehmen keinen „Plan B“ für den Fall einer verzögerten oder unvollständigen SEPA-Einführung hat. Besonders hoch ist das Risiko für Unternehmen, bei denen der Lastschrifteinzug eine große Rolle spielt, beispielsweise Online-Händler. Nach den SEPA-Regeln darf unter anderem eine Lastschrift nur noch dann eingelöst werden, wenn der Kunde dies zuvor schriftlich genehmigt („mandatiert“) hat. Fehlt ein gültiges Mandat, können Kunden eine Lastschrift noch bis zu 13 Monate später rückgängig machen.

Der SEPA Report gibt neben den Umfrageergebnissen auch einen Ausblick auf die möglichen Maßnahmen um noch eine SEPA-Fähigkeit zum Stichtag zu erreichen. Unternehmen, denen die Zeit für die SEPA-Umstellung davon läuft, sollten sich auf die Sicherstellung der technischen Zahlungsfähigkeit konzentrieren. Dazu kann auch die Beauftragung eines Service Providers sinnvoll sein, der als Bindeglied zwischen Unternehmen und Bank fungiert und die Konvertierung der Zahlungsinformationen übernimmt, bis die Systeme und Prozesse des Unternehmens SEPA-kompatibel sind.

Bibliographische Daten

PwC SEPA Readiness Thermometer - August 2013 update Prepare a Plan B

Herausgeber

PwC Accountants N.V.

Bibliographie/Quelle

Juli 2013
24 Seiten
zahlr. Abb. und Tab.

Preis

kostenlos