14. Expertenforum von PwC: Was sich bei der Rechnungslegung ändert

Ertragsrealisierung, Finanzinstrumente, Leasingbilanzierung – die Reformen, die das International Accounting Standards Board (IASB) und das Financial Accounting Standards Board (FASB) vor Jahren angestoßen haben, erreichen die Zielgerade. Absehbar ist: Vollständige Konvergenz wird es nicht geben; eine Kenntnis der Abweichungen zwischen den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den US Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP) bleibt weiterhin relevant. Daneben dürfen auch die Neuerungen der nationalen Rechnungslegung (HGB) - z. B. der neu verabschiedete DRS 20 zur Lageberichterstattung im Konzern - nicht aus den Augen verloren werden, erklären die PwC-Accounting-Spezialisten Armin Slotta und Guido Fladt.

Im Gespräch mit Armin Slotta, Leiter des PwC-Bereichs Capital Markets & Accounting Advisory Services, und Guido Fladt, Leiter des "National Office", der PwC-Grundsatzabteilung für Fragen der Rechnungslegung.


Armin Slotta

Das PwC-Expertenforum beschäftigt sich mit den neuen Regeln zur Umsatzrealisierung. Warum ist dieses Thema für Unternehmen so wichtig?

Armin Slotta: In Abhängigkeit von der jeweiligen Branche sind die Unternehmen von den neuen Regelungen unterschiedlich stark betroffen. In den Fällen, in denen die zukünftige Erfassung der Umsätze eines Unternehmens nicht mehr dessen Rechnungsstellung entspricht, ergeben sich zum Teil erhebliche Mehraufwendungen hinsichtlich der Implementierung der neuen Anforderungen: Die Unternehmen werden bestehende Systeme und Prozesse überprüfen sowie Verträge und Vertragsbestandteile neu würdigen müssen.

Shareholder und Analysten finden die zukünftigen Anforderungen im Zahlenwerk wieder: Die Neuregelungen werden sich zum Teil erheblich auf wichtige Kennzahlen wie z.B. die Eigenkapitalquote auswirken.


Guido Fladt

Die neuen Regeln wurden zwar im Mai 2014 beschlossen, werden jedoch erst 2017 Pflicht. Warum ist dennoch Eile geboten?

Guido Fladt: Unternehmen, die sich mit diesem Thema erst beim Inkrafttreten der neuen Regeln befassen, sind zu spät dran. Sie werden in diesem Fall von den Folgen eiskalt erwischt. Die Teilnehmer des PwC-Expertenforums können sich mit diesen Fragen schon im Vorfeld eingehend beschäftigen. Dabei haben die Teilnehmer die Wahl zwischen einem Grundlagen- oder einem branchenspezifischen Workshop zur künftigen Umsatzrealisierung nach IFRS. Die Unternehmen bekommen so einen Einblick, was auf sie zukommt und können sich entsprechend vorbereiten.

Warum beschäftigt sich das Expertenforum von PwC neben Fragestellungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) auch mit Problemstellungen nach US-GAAP?

Slotta: Wer mit Kunden oder Lieferanten in den USA zu tun hat, eine grenzüberschreitende M&A-Transaktion plant oder ein Beteiligungsunternehmen in den USA an die Börse bringen will, sollte eben auch die dortigen Bilanzierungsstandards genau verstehen. Deswegen ist das Interesse an US GAAP immens. Das Expertenforum befasst sich deshalb nicht mehr nur mit Fragen des Rechnungslegungsstandards IFRS, der für kapitalmarktorientierte Konzernabschlüsse gilt, sondern auch mit US GAAP.

Und wie ist es mit den Vorschriften des HGB, sind diese nach wie vor auch sehr wichtig?

Fladt: Selbstverständlich ja. Die Bedeutung handelsrechtlicher Themen war niemals in Frage gestellt, da die Anwendung der IFRS in Deutschland auf kapitalmarktorientierte Konzernabschlüsse begrenzt ist. Die nationalen Regeln für die Rechnungslegung hatten nie an Bedeutung verloren. Wir wollen mit dem Expertenforum den qualifizierten Austausch zu den komplexen Regelungen der nationalen und internationalen Rechnungslegung fördern. Je umfassender die Orientierung ist, die wir den Teilnehmern bieten, desto besser. Daher freut es mich, dass wir auch in diesem Jahr neben PwC-Experten wieder hochrangige Unternehmens- und Gremienvertreter gewinnen konnten, die die Veranstaltung bereichern werden.