Fraud in der Wirtschaftskrise

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland ist mittlerweile von Wirtschaftskriminalität betroffen. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Delikte künftig noch steigen wird, da die veränderten Marktbedingungen potenziellen Tätern mehr Gelegenheiten bieten. Doch welche Arten von Wirtschaftskriminalität werden zunehmen? Antworten gibt die PwC-Analyse "Fraud in der Wirtschaftskrise". Der Leitfaden hilft Unternehmen, das eigene Gefährdungspotenzial richtig einzuschätzen.

Der Wirtschaftsabschwung brachte weltweit neue Gefahren für Unternehmen ans Licht. So deckte der Zusammenbruch verschiedener Investitionsmodelle moderne Arten von Wirtschaftskriminalität auf, von denen Unternehmen zuvor nicht oder nicht derartig stark betroffen waren. Oder sie glaubten zumindest, nicht betroffen zu sein.

Wirtschaftskriminalität richtet großen Schaden in Unternehmen an

Fraud, Bestechung/Korruption und andere wirtschaftskriminelle Handlungen sind eine ernste Gefahr für Unternehmen, da sie großen finanziellen und immateriellen Schaden anrichten. Wenn das wirtschaftliche Überleben einer Gesellschaft oder eines Einzelnen gefährdet ist, kann es zu weiteren Verschiebungen der Grenze zwischen moralisch akzeptiertem und nicht akzeptiertem Verhalten kommen. Beispielsweise rechtfertigen sich Einzelne so: "Unser Unternehmen ist grundsätzlich solide. Und wenn ich Grenzen überschreiten muss, um uns über die nächsten sechs Monate zu bringen, dann ist das eben erforderlich."

Leitfaden: Die eigene Gefährdung richtig einschätzen

Unternehmen müssen sich der erhöhten Gefahr durch Wirtschaftskriminalität bewusst sein. Ein Leitfaden von PwC mit zwölf Fragen hilft Unternehmensleitungen, Internen Revisoren und Compliance-Beauftragten, die Gefahr richtig einzuschätzen und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln:

  1. Besteht die Gefahr, dass unser Unternehmen an Bestechung beteiligt ist und regulatorische Konsequenzen zu befürchten sind?
  2. Wie sehr belastet der Schaden, der auf Beschaffungsseite durch Wirtschaftskriminalität oder durch Umsatzabfluss verursacht wird, unsere Geschäftszahlen?
  3. Wie stabil sind die Kontrollen in unseren Treasury- und Kreditwesenprozessen?
  4. Besteht im Unternehmen die Gefahr eines schwerwiegenden Datendiebstahls?
  5. Besteht die Gefahr, dass unser Unternehmen an Kartellverstößen beteiligt ist?
  6. Wie verlässlich sind unsere Finanzdaten?
  7. Wie verlässlich sind grundsätzliche Informationen, die wir gegenüber Stakeholdern und Regulierungs- und Aufsichtsbehörden veröffentlichen?
  8. Wie sichern wir unsere Lizenzeinnahmen und wie gut schützen wir unser geistiges Eigentum?
  9. Bringen wir unser Unternehmen durch unsere Personaleinstellungsprozesse in Gefahr?
  10. Wie gut ist unser Unternehmen auf Krisenzeiten insbesondere bei aufgedeckten regulatorischen Verstößen vorbereitet?
  11. Wie gut kennen wir unsere Geschäftspartner?
  12. Sind unsere Managerhaftpflicht- (D&O) und Vertrauensschadenversicherungen ausreichend?

Gegenmaßnahmen bieten erhebliches Einsparpotenzial

Der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität bietet Unternehmen ein großes Einsparpotenzial und bedarf nur vergleichsweise geringer Investitionen. Immerhin betrug der durchschnittliche Schaden pro betroffenem Unternehmen rund 1,7 Millionen Euro, ergab die PwC-Studie "Wirtschaftskriminalität 2009". Eventuelle Strafzahlungen oder Reputationsrisiken sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Die ausführliche Analyse zu den wirtschaftskriminellen Risiken in der Finanzkrise lässt sich kostenlos herunterladen. 

Bibliographische Daten

Fraud in der Wirtschaftskrise
Ein Ausblick auf die Risiken von Wirtschaftskriminalität in Unternehmen 2009

Autoren

Claudia Nestler

Herausgeber

PwC, Frankfurt am Main

Bibliographie/Quelle

Mai 2009

Preis

kostenlos