"Deutschlands Unternehmen erfüllen beim Risikomanagement zwar ihre gesetzlichen Pflichten, in der Kür sind sie aber noch immer schwach", fasst Uwe Herre die Ergebnisse des "Risk-Management-Benchmarking 2010" von PwC zusammen. Zwar hat der Studie zufolge die große Mehrheit der deutschen Unternehmen ein Risikomanagement-System installiert, wie es beispielsweise das Aktiengesetz verlangt. Alarmierend finden die PwC-Experten jedoch, dass neun von zehn Unternehmen nicht auf eine dokumentierte und operational anwendbare Risikostrategie zurückgreifen können.
"In vielen Unternehmen fehlen nach unseren Erkenntnissen die Werkzeuge, um systematisch die Gesamtrisikosituation zu beurteilen", warnt Uwe Herre, Risk-Management-Experte von PwC. Wenn sich Unternehmen auf das Management von Einzelrisiken fokussieren, können sie jedoch die Unternehmensgefährdung insgesamt nur schwer abgleichen mit der Risikotragfähigkeit durch liquide Mittel, Eigenkapital, Kreditlinien etc.
Zu selten, so haben die PwC-Spezialisten festgestellt, spielten Unternehmen das gleichzeitige Auftreten mehrerer kritischer Faktoren durch. Dabei könnten sie sich durch die Ausarbeitung von Krisenszenarien in so genannten Stresstests durchaus sinnvoll vorbereiten auf Ausnahmesituationen wie die Wirtschafts- und Finanzkrise.
Richtig genutzt informieren Risikomanagement-Systeme auch systematisch über Chancen in den Geschäftsfeldern und machen es so einfacher, bei der Unternehmenssteuerung auch Rentabilitätskriterien zu berücksichtigen. Das "Risk-Management-Benchmarking 2010" von PwC zeigt allerdings, dass nur eins von zehn Unternehmen Chancen- und Risikoinformationen stringent mit der Planung verzahnt. Zahlreiche Unternehmen könnten also durch Verzahnung von Risikomanagement- und Planungssystemen noch höhere Planungsicherheit in Form einer Bandbreitenplanung und ein zuverlässigeres Forecasting erreichen.
Risk-Management-Benchmarking 2010
Eine Studie zum aktuellen Stand des Risikomanagements in Großunternehmen in der deutschen Realwirtschaft
Ralph Klenk
Kristina Reetz
PwC, Frankfurt am Main
September 2010
44 S.
DIN A4
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