Dokumentation und Verteidigung von Verrechnungspreisen

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In Deutschland und weltweit findet zunehmend eine Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben zur Dokumentation von Verrechnungspreisen statt. Die Verletzung dieser Vorschriften kann erhebliche steuerliche Konsequenzen auslösen. Beispiele sind Einkommenskorrekturen, die das Risiko einer Doppelbesteuerung verstärken oder die Festsetzung von Strafzuschlägen. Für Konzerne werden praxiserprobte, international abgestimmte Lösungen deshalb immer wichtiger.

PwC begleitet Unternehmen bei der Dokumentation von Verrechnungspreisen und unterstützt bei der Betriebsprüfungsverteidigung und in Verständigungs- und Schiedsverfahren.

Dokumentation

Die internationale Staatenwelt implementiert in den nationalen steuerlichen Gesetzesvorschriften verstärkt eigene Dokumentationspflichten zu konzerninternen Verrechnungspreisen. Deutschland hat seit 2003 ebenfalls gesetzlich ausdrücklich verankerte Dokumentationsvorschriften. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist der Angemessenheitsnachweis von Verrechnungspreisen. Dazu kommt die Frage, welcher Ansatz des Nachweises der Sachgerechteste ist und inwiefern dieser von den Steuerbehörden anerkannt wird. Die Bandbreite bei der Auslegung des Fremdvergleichgrundsatzes ist weit: Sie reicht von internen Fremdvergleichsdaten bis hin zur Vorlage von so genannten Fremdvergleichsstudien (Benchmarkingstudien).

Erfüllt der Steuerpflichtige die gesetzlich verankerten Dokumentationsvorschriften nicht, drohen neben dem Risiko von Gewinnkorrekturen auch Strafzahlungen und Beweislastnachteile. Das PwC-Verrechnungspreisnetzwerk in Deutschland hat in Zusammenarbeit mit dem internationalen PwC-Netzwerk eigene Konzepte und technische Dokumentationstools entwickelt.

Betriebsprüfungsverteidigung

Verrechnungspreise und deren Dokumentation werden zunehmend bei Betriebsprüfungen gezielt und systematisch aufgegriffen und bedürfen einer sachgerechten Verteidigung. Maßgeblicher Schwerpunkt der Betriebsprüfungen sind die zur Beurteilung der Geschäftsbeziehung zugrunde gelegten Funktions- und Risikoprofile, die Zuordnung von wirtschaftlichem Eigentum an Wirtschaftsgütern, die ausgewählte Verrechnungspreismethode sowie der vorgelegte Angemessenheitsnachweis. Die deutsche PwC-Verrechnungspreispraxis verfügt für die Betreuung von Betriebsprüfungen auf dem Gebiet der Verrechnungspreise über ein eigenständiges Netzwerk mit umfangreichen Erfahrungen auch zu sehr großen und komplizierten Sachverhalten.

Verständigungs- und Schiedsverfahren

Steuerbehörden prüfen international Verrechnungspreise zunehmend aggressiver. Damit steigt das Risiko von Doppelbesteuerungen. Der Steuerpflichtige hat im Fall einer (drohenden) Doppelbesteuerung die Möglichkeit, Verständigungs- oder Schiedsverfahren einzuleiten. Für die erfolgreiche Durchführung von Verständigungs- und Schiedsverfahren hat PwC ein speziell ausgerichtetes, internationales Netzwerk aufgebaut.

Im Fokus der Beratung stehen folgende Ex-post-Ansätze zur Unterstützung bei Betriebsprüfungen, der Umsetzung von Dokumentationsvorschriften und der Durchführung von Verständigungs- und Schiedsverfahren:

  • Verrechnungspreissysteme: Gesetzliche Vorschriften verpflichten den Steuerpflichtigen zur Dokumentation und Offenlegung von Verrechnungspreisgestaltungen, die unter Einbeziehung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelt wurden.
  • Geschäftsmodelle: International operierende Konzerne optimieren vielfach ihre Verrechnungspreissysteme auf operative Effizienz und die Konzernsteuerquote. Ergebnis derartiger Strategien sind Gestaltungsmodelle wie Prinzipalstrukturen oder Shared Service Center. Bei Betriebsprüfungen werden diese Gestaltungsmodelle auf Grundlage der gesetzlichen Vorschriften geprüft.
  • Betriebsstätte: In bestimmten Industriezweigen, wie der Finanz-, Bau- und Dienstleistungsindustrie, werden Betriebsstätten oder Zweigniederlassungen gegründet. Die Konzerne stehen im Kontext der internationalen Auslegung der Betriebsstättenbesteuerung vor der Aufgabe, Unternehmensgewinne zwischen Stammhaus und Betriebsstätte aufzuteilen.
  • Industrien: Der Wert von konzerninternen Geschäftsbeziehungen wird von Strategien, Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, Supply Chain Management und der internen Organisationsstruktur beeinflusst. Industrien unterscheiden sich hinsichtlich der Art der Geschäftstätigkeiten, Marktbeziehungen, Erfolgsfaktoren und dem Einsatz von materiellen und immateriellen Wirtschaftsgütern. Weltweit spezialisieren sich Finanzbehörden zunehmend industrieorientiert.
  • Tools: Für den Angemessenheitsnachweis von Verrechnungspreisen bietet PwC unter anderem Datenbankstudien (Benchmarkinganalysen) und Konzepte der Finanzanalyse an. Um international verankerte Dokumentationsvorschriften zu erfüllen, hat PwC die Dokumentationsplattform globalDoc entwickelt. Mit Hilfe dieser webbasierten Software können Konzerne zentral und dezentral Verrechnungspreisdokumentationen erstellen und in Abhängigkeit der rechtlichen Vorschriften flexibel Dokumentationsreports generieren. Die Software globalDoc unterstützt das von PwC entwickelte Konzept "Global Core Documentation" sowie das "EU-Masterfile"-Konzept.