Das Jahr 2010 bescherte dreidimensionalen Unterhaltungsangeboten den lang ersehnten Durchbruch. Acht der 20 umsatzstärksten Kinofilme gab es auch im 3D-Format. Im Jahr zuvor hatten es lediglich drei 3D-Filme in die Top 20 geschafft. Die Medien-Experten von PwC erwarten, dass im Jahr 2015 rund 15 Prozent aller Filme im 3D-Format produziert werden. Welche Faktoren entscheidend sind, damit sich der Erfolgstrend von 3D-Angeboten fortsetzen kann, untersucht die PwC-Studie "3D Here and Now…".
Dreidimensionales Kino ist nicht neu. Erste Versuche, mit 3D-Filmen den Markt zu beleben, gab es bereits in den 1950er Jahren. Auch die zweite 3D-Welle rund 30 Jahre später hielt nicht lange an. Der dritte Anlauf soll jetzt für den nachhaltigen Erfolg von dreidimensionalen Inhalten sorgen. Und zahlreiche Indikatoren sprechen dafür, dass die Weichen auf Wachstum gestellt sind - zumindest für einige Formate.
Die Voraussetzungen sind gut, schließlich sorgten insbesondere der anhaltende Fortschritt digitaler 3D-Displaytechnologien, die eine verbesserte Bildqualität und Realitätsnähe versprechen, und der einheitliche Standard 3D Blu-Ray für die Massentauglichkeit dreidimensionaler Unterhaltungsangebote. Zudem sind jetzt auch die Konsumenten zunehmend an dreidimensionalen Inhalten interessiert: Dies hat der Erfolg des Cameron-Streifens Avatar, der Animationsfilm Ice Age 3 oder die 3D-Verfilmung von Hannah Montana and Miley Cyrus: Best of both worlds concert gezeigt.
Ob damit der Weg frei ist für einen neuen Unterhaltungsstandard, ist dennoch fraglich. Avatar hat das Publikum neugierig gemacht und viele Konsumenten in die Kinos gelockt. Aber die 3D-Technik ist kein Selbstläufer und macht allein aus einem mittelmäßigen noch keinen erfolgreichen Film. Zudem sind dreidimensionale Angebote nicht für alle Formate geeignet.
PwC erwartet, dass bis zum Jahr 2015 etwa 15 Prozent aller Filmproduktionen in 3D verfügbar sein werden. Die großen Hollywood-Studios rechnen mit einem Anteil von 25 Prozent, während die kleineren Studios aus Kostengründen tendenziell weniger 3D-Filme produzieren werden. Für das Jahr 2011 sind bereits 40 3D-Filme in Planung. Als Hemmschuh könnte sich aber der höhere Preis erweisen - in der Produktion wie für das Kinoerlebnis. Schließlich sind Konsumenten nur bereit, Premium-Preise zu zahlen, wenn sie auch Premium-Produkte bekommen. Inhaltlich schlechte Angebote im 3D-Format schaden dagegen dem Image der 3D-Technologie, wie einige Produktionen im Jahr 2010 bereits gezeigt haben.
Für den dreidimensionalen Fernsehkonsum ist nach wie vor das Tragen einer Brille notwendig. Dies und der hohe Preis der Endgeräte stellen eine wichtige Hürde dar, auch wenn die Preise für 3D-fähiges Fernsehen im vergangen Jahr signifikant gefallen sind. In Deutschland sind 3D-fähige TV-Geräte schon für unter 1.000 Euro erhältlich. Für den entscheidenden Schub im Fernsehen könnten live übertragene Großereignisse wie die Olympischen Spiele in London 2012 oder die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien zwei Jahre später sorgen, die das Interesse der Konsumenten weiter anheizen.
3D-Angebote für Videospiele werden sich vermutlich erst durchsetzen, wenn die nächste Generation von Spielekonsolen im Jahr 2012 oder 2013 auf den Markt kommt. Zwar sind die meisten Spielekonsolen schon heute 3D-fähig. Für Konsumenten und Anbieter von Videospielen ist der 3D-Trend derzeit jedoch ein zweischneidiges Schwert: Einerseits steigern dreidimensionale Spiele das Spieleerlebnis, andererseits können 3D-Formate die Auflösung und Schnelligkeit des Spiels reduzieren; Faktoren, die die Attraktivität von Videospielen signifikant beeinflussen.
Auch bei PCs und Mobiltelefonen spielt Dreidimensionalität nach wie vor eine untergeordnete Rolle. 3D-fähige Laptops gibt es zwar schon, doch der hohe Kaufpreis für diese Geräte verhindert vorerst, dass 3D-Notebooks im großen Stil vertrieben werden. Bei Handys und Smartphones sorgen Schwierigkeiten mit der Interoperabilität für einen zähen Start. In Japan sind bereits erste Mobiltelefone auf dem Markt, die Bilder verschiedener Standards anzeigen können. Auch in Europa und den USA sollen diese Geräte in Kürze eingeführt werden.
Die ausführlichen Prognosen, wie sich 3D-Unterhaltungsangebote in den Segmenten Film, Fernsehen, Laptops/PCs, Mobiltelefonen und mobilen Spielekonsolen durchsetzen werden, lesen Sie in der PwC-Studie "3D Here and Now…a goose that lays a golden egg?".