IAS 36: Impairment-Tests in der Telekommunikationsbranche

Die Wirtschaftskrise hat die Ertragserwartungen vieler Unternehmen eingetrübt und eine mittelfristige Planung signifikant erschwert. Trotz verbesserter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen drohen auch in der anstehenden Bilanzsaison umfangreiche Wertminderungen von Vermögenswerten. Die Planungsunsicherheit und Volatilität der Kapitalmärkte machen die durchzuführenden Impairment-Tests besonders schwierig. "IAS 36 Impairment of Assets: A discussion paper on the impact on the telecoms industry" von PwC untersucht, was Telekommunikationsunternehmen beachten müssen.

Das Problem erheblicher Wertminderungen von Vermögenswerten, vor allem von hohen Goodwills aus vergangenen Unternehmenszusammenschlüssen, ist insbesondere in der Telekommunikationsbranche virulent. Schließlich verfügt der Telekommunikationssektor im Branchenvergleich über die höchsten durchschnittlichen Werte für immaterielle Vermögenswerte und Goodwills. Dies zeigt eine von PwC durchgeführte Analyse von Konzernabschlüssen des Geschäftsjahres 2007 von 358 Unternehmen aus den europäischen Leitindizes. Die 23 enthaltenen Telekommunikationsunternehmen wiesen zu Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise im Durchschnitt mit 16,9 Milliarden Euro beziehungsweise 10,7 Milliarden Euro mit Abstand wertmäßig die höchsten Positionen für immaterielle Werte beziehungsweise Goodwill aus. Die Bedeutung der Goodwill-Bilanzierung in der Telekommunikationsbranche wird insbesondere vor dem Hintergrund deutlich, dass der Goodwill durchschnittlich knapp 65 Prozent des bilanzierten Eigenkapitals ausmacht.

Goodwill-Positionen in der TK-Branche überdurchschnittlich hoch

Verglichen mit der Erhebung zwei Jahre zuvor (PricewaterhouseCoopers, 2005: Making Acquisitions Transparent - An Evaluation of M&A-Related IFRS Disclosures by European Companies) sind die Positionen für immaterielle Werte und Goodwill von 2005 bis 2007 - trotz teilweiser bereits erfolgter hoher Abschreibungen - sogar weiter gestiegen. Schon 2005 war die Telekommunikationsbranche mit 8,3 Milliarden Euro die Branche mit den im Durchschnitt wertmäßig größten Goodwill-Positionen. Diese entsprachen durchschnittlich rund 66 Prozent der insgesamt ausgewiesenen immateriellen Vermögenswerte in Höhe von rund 12,6 Milliarden Euro. Ursache für diese hohen Werte waren zahlreiche "Mega-Merger" in der Vergangenheit, insbesondere in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, als der Übernahmemarkt boomte.

Die Daten veranschaulichen die Bedeutung der Goodwill-Positionen und Impairment-Tests für die Telekommunikationsbranche. Ein denkbarer zukünftiger außerplanmäßiger Abschreibungsbedarf kann deutliche Einschnitte für das Eigenkapital nach sich ziehen und damit erhebliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Weiter verschärft wird dieses Problem durch die Wirtschaftskrise, durch die die Anzahl und Höhe von außerplanmäßigen Abschreibungen tendenziell gestiegen ist. Schließlich erhöht sich in der Rezession die Wahrscheinlichkeit von sogenannten "Triggering Events", die anzeigen, dass Vermögenswerte abgeschrieben werden müssen.

Aktuelles wirtschaftliches Umfeld erhöht Impairment-Risiko

Nach dem wirtschaftlichen Abschwung am Anfang der Dekade war der Telekommunikationssektor bereits verantwortlich für zahlreiche der größten Abschreibungen von Goodwill und immateriellen Vermögenswerten. Dies könnte sich infolge der aktuellen Wirtschaftskrise wiederholen. Und jetzt ist Vorsicht geboten, denn die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hinterfragt wegen der verschlechterten Konjunkturaussichten gesetzte Prämissen und Planungsannahmen kritisch, fordert aussagekräftige Anhangangaben und eine nachvollziehbare Dokumentation der Impairment-Tests.

Im Rahmen des White Papers "IAS 36 - Impairment of Assets - A discussion paper on the impact on the telecoms industry" werden die relevanten IFRS-Standards erläutert, Best Practices bei der Umsetzung des Impairment-Tests, insbesondere im Zusammenhang mit Goodwill, beschrieben und die maßgeblichen Veröffentlichungspflichten bei Impairment-Tests dargelegt. Zudem wird gezeigt, wie die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Unternehmensplanungen und Kapitalkosten adäquat bei den erforderlichen Bewertungen berücksichtigt werden können. Diese Analyse wird durch relevante Beispiele aus der Branche untermauert.

Die Einhaltung der IFRS stellt hohe Anforderungen an das Management der Unternehmen. Zum Impairment-Test insbesondere von immateriellen Vermögenswerten (etwa Mobilfunklizenzen) und Goodwill im Telekommunikationssektor sind sowohl branchenspezifische als auch bewertungstheoretische Expertise erforderlich. Systemtechnisch bedarf es der Integration des Impairment-Tests in die Reporting-Prozesse sowie der Implementierung eines Früherkennungssystems, um potenzielle Wertminderungen rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls erforderliche Gegenmaßnahmen frühzeitig einzuleiten. Bei der Implementierung von sachgerechten Impairment-Test-Strukturen ist neben umfassendem IFRS-Know-how vor allem die Kenntnis der Branche, ihrer Trends und Entwicklungen von grundlegender Bedeutung. Nutzen Sie dafür die Branchen- und Fachexpertise von PricewaterhouseCoopers.

Bibliographische Daten

Making sense of a complex world: IAS 36 Impairment of Assets
A discussion paper on the impact on the telecoms industry

Bibliographie/Quelle

16 S.
DIN A4, Softcover
zahlr. Abb.
zahlr. Tab.