Die italienische Medien- und Unterhaltungsbranche erholte sich im Jahr 2010. Die Umsätze legten um 4,6 Prozent zu. 2009 musste die Branche noch krisenbedingt einen Einbruch von 2,3 Prozent hinnehmen. Allerdings ist der positive Trend wegen der aktuell schwächelnden Konjunktur in Italien nicht von Dauer. Das Wachstum der italienischen Unterhaltungs- und Medienbranche ist digital: Der Anteil der Erlöse aus digitalen Medien am Gesamtumsatz der Branche wird bis 2015 auf 32 Prozent steigen. Besonders gute Aussichten prognostiziert der "Entertainment and Media Outlook in Italy: 2011 – 2015" dem Markt für Videospiele und der Glücksspielbranche.
Die italienische Glücksspielbranche konnte sich im Jahr 2010 prächtig entwickeln und trug damit maßgeblich zum Gesamtbranchenwachstum bei. Ohne den Zuwachs von 14,4 Prozent, der vor allem durch neue Wettlizenzen und die Öffnung des Online-Glücksspiels entstanden ist, wären die Gesamtumsätze der italienischen Unterhaltungs- und Medienbranche 2010 nur um 2,3 Prozent anstatt um 4,6 Prozent gewachsen. Weitere Segmente mit Wachstumsraten über fünf Prozent waren Radio (plus 8,7 Prozent), Internet (plus 7,5 Prozent) und Videospiele (plus 6,1 Prozent).
Die Entwicklung der Werbeausgaben ist immer eng an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt: Im Jahr 2009 schrumpfte die italienische Wirtschaft um über fünf Prozent; entsprechend brachen die Werbeausgaben um 12,6 Prozent ein. 2010 erholte sich die italienische Wirtschaft leicht, dementsprechend konnten auch die Werbeausgaben wieder um 3,9 Prozent zulegen. Für das Jahr 2011 prognostizieren die Medienexperten von PwC, dass die Werbeausgaben – parallel zur nachlassenden Konjunktur – wieder um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abnehmen werden.
Dass die Werbeausgaben im Jahr 2011 nicht noch stärker einbrechen, ist vor allem der dynamischen Entwicklung der Online-Werbung zu verdanken. Den Anteil der Online-Werbung nicht mit gerechnet, fallen die Werbeausgaben insgesamt um 2,5 Prozent im Jahr 2011. Allerdings, so die Erwartung der Studienautoren, werden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Prognosezeitraum verbessern. Deshalb gehen die PwC-Medienexperten bei den Werbeausgaben von einem durchschnittlichen Zuwachs um 3,7 Prozent pro Jahr zwischen 2011 und 2015 aus.
Die Konsumentenausgaben stiegen im Jahr 2010 um 4,8 Prozent. Eine positive Entwicklung – 2009 waren die Ausgaben der Verbraucher für Medien und Unterhaltung nur um 1,5 Prozent gewachsen. Besonders starke Zuwächse gab es im Glückspielmarkt sowie in den Segmenten Internet, Videospiele, Film und Fernsehen. Rückgänge mussten die vorwiegend nicht-digitalen Sektoren Musik, Zeitschriften und Zeitungen hinnehmen.
Die Gesamt-Verbraucherausgaben in der italienischen Medien- und Unterhaltungsindustrie werden bis zum Jahr 2015 um durchschnittlich 7,8 Prozent pro Jahr wachsen: von 28,9 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 42 Milliarden im Jahr 2015.
Das Internet ist das am schnellsten wachsende Segment in den nächsten fünf Jahren mit einem Zuwachs von 12,6 Prozent pro Jahr. Sowohl die Umsätze aus Breitband- und Mobilfunk-Zugängen als auch die Online-Werbung werden im zweistelligen Prozentbereich wachsen.
Das am zweitschnellsten wachsende Segment ist die Glücksspielbranche. In diesem Bereich gehen die Experten von Zuwächsen von 11,4 Prozent pro Jahr aus. Besonders die Umsätze mit Online-Casinos und Online-Poker steigen. Ebenfalls fast zweistellig – um 9,7 Prozent pro Jahr bis 2015 – wächst die Videospielebranche, so die Prognose.
Die Gesamtausgaben der italienischen Medien- und Unterhaltungsbranche werden im Jahr 2015 bei 52,5 Milliarden Euro liegen (2010: 38 Milliarden). Das entspricht einem Wachstum von 6,7 Prozent pro Jahr.
Der "Entertainment and Media Outlook in Italy: 2011-2015" ist für 150 Euro als Printversion oder im Online-Format erhältlich. Weitere Informationen zur Studie und den Bestellmöglichkeiten finden Sie unter: http://www.pwc.com/it/e&m-outlook
Entertainment and Media Outlook in Italy: 2011-2015
PwC, Italien
November 2011
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