Der 14. CEO Survey, für den PwC über 1.200 Unternehmenschefs in 69 Ländern befragt hat, zeigt ein überraschend hohes Niveau an Optimismus. Die Stimmung der CEOs aus der Unterhaltungs- und Medienbranche fällt allerdings weniger euphorisch aus. Das zeigt die branchenspezifische Auswertung "What future are you focusing on? Key findings among Entertainment and Media CEOs". Welche Entwicklungen bei den Managern aus der Medien- und Unterhaltungsindustrie Besorgnis hervorrufen und mit welchen Strategien sie dagegen vorgehen, erläutert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.
Nur 27 Prozent der CEOs aus dem Unterhaltungs- und Medienmarkt zeigten sich bei der Befragung sehr zuversichtlich in Hinblick auf Umsatzsteigerungen in den kommenden zwölf Monaten. Das sind deutlich weniger als im Branchendurchschnitt, denn hier liegt der Anteil der sehr optimistischen Manager bei 48 Prozent.
Drei Themen machen den Medien- und Unterhaltungschefs besonders Sorgen: Der sich verschärfende Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften, Veränderungen im Konsumentenverhalten und schließlich die Notwendigkeit, organisatorische Strukturen für die Zusammenarbeit mit externen Partnern zu schaffen.
Wie die Branche damit umgeht, beschreibt PwC-Experte Werner Ballhaus im Interview.

Werner Ballhaus
Werner Ballhaus: Die Medienbranche geht derzeit durch einen Strukturwandel. Denn die Digitalisierung hat mittlerweile alle Segmente erreicht, ob Zeitungen oder Zeitschriften, Spiele oder Bücher, Fernsehen oder Kino - und allen voran natürlich Musik. 73 Prozent der befragten Vorstände aus Unterhaltungs- und Medienunternehmen beobachten den Wandel des Konsumentenverhaltens mit Sorge. Sie wissen aber, dass sie darauf reagieren müssen: Drei Viertel von ihnen sehen die Notwendigkeit, ihre Strategie in den kommenden Jahren anzupassen.
Ballhaus: Die Branche wird auf Innovationen setzen müssen. Und erfolgreiche Innovationen werden Unternehmen nur dann entwickeln, wenn sie mit Kunden und Partnern eng zusammenarbeiten. Über zwei Drittel der Befragten erwarten, dass Konsumenten künftig eine aktivere Rolle bei der Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen spielen werden. Die Medien- und Unterhaltungsindustrie wird sich bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen stärker als jede andere Branche mit der steigenden Nutzung von Mobilgeräten und sozialen Medien auseinandersetzen müssen.
Ballhaus: Das ist gut möglich. In der Tat planen 47 Prozent der Unternehmenschefs aus dem Unterhaltungs- und Mediensektor den Abschluss einer grenzüberschreitenden Fusion oder Übernahme. Branchenübergreifend haben dies nur 34 Prozent vor. Als attraktive Region für Übernahmeaktivitäten nannten die meisten Befragten - etwa 43 Prozent - Asien. M&A sind aber nicht das alleinige Erfolgsmittel: Wir werden auch verstärkt beobachten, dass Unternehmen auf der Basis von strategischen Allianzen und Joint Ventures an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zusammenarbeiten. 57 Prozent der befragten CEOs sind der Meinung, dass die meisten ihrer zukünftigen Innovationen aus Kooperationen mit externen Partnern stammen werden.