Digitale Erlöse bringen die niederländische Medienbranche zurück auf den Wachstumspfad

Digitale Erlöse bringen die niederländische Medienbranche zurück auf den Wachstumspfad

Die Wirtschaft in den Niederlanden hat sich im Jahr 2010 erholt – und damit auch die Medien- und Unterhaltungsbranche positiv beeinflusst. Diese konnte im Vergleich zum Vorjahr Zuwächse in Höhe von 2,2 Prozent verzeichnen. 2009 musste die Branche im Strudel der Finanz- und Wirtschaftskrise noch einen Rückgang von 4,3 Prozent hinnehmen. Auch die Prognosen für die kommenden Jahre sehen positiv aus: Die niederländische Medien- und Unterhaltungsindustrie wächst bis 2015 um durchschnittlich 3,7 Prozent pro Jahr und damit schneller als die Gesamtwirtschaft des Landes. Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Studie "Entertainment and Media Outlook for the Netherlands: 2011-2015".

Besonders die Werbebranche hat sich im vergangenen Jahr besser entwickelt als ursprünglich erwartet: Ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang von 13,9 Prozent aus dem Jahr 2009 konnte damit jedoch nicht vollständig kompensiert werden. Auch die Konsumentenausgaben sind im Jahr 2010 gestiegen, um 1,8 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro. Die Segmente mit dem größten Wachstum waren die Onlinewerbung und das Fernsehen mit Wachstumsraten von jeweils 17,7 Prozent und 7,6 Prozent.

Auch in Zukunft, so die Prognose der PwC-Experten, werden die Werbeumsätze robust zunehmen: Die im "Entertainment and Media Outlook for the Netherlands" prognostizierten Zuwächse liegen bei etwa 3,9 Prozent pro Jahr. Die Konsumentenausgaben werden bis 2015 immerhin um durchschnittlich 3,6 Prozent jährlich zulegen.

Internet, Fernsehen und Videospiele sind die Branchengewinner

Die höchsten Zuwächse erwarten die niederländischen PwC-Experten für Umsätze im Internet: Für das Segment Onlinewerbung prognostizieren sie eine jährliche Wachstumsrate von 10,3 Prozent. Die Ausgaben für Internetanschlüsse sollen bis 2015 im Durchschnitt um 6,1 Prozent pro Jahr steigen. Die Wachstumstreiber sind hier insbesondere die Zuwächse bei Mobilfunkentgelten und mobiler Werbung.

Am zweitschnellsten wachsen die Umsätze im Fernsehen: Hier erwarten die PwC-Experten ein Plus von jährlich 5,8 Prozent. Fernsehen- und Internetmärkte machen zusammen knapp 50 Prozent der Umsätze in der niederländischen Medien- und Unterhaltungsbranche aus.  Ebenfalls stark wachsend sind die Umsätze mit Videospielen: Diese werden im untersuchten Zeitraum um 5,7 Prozent pro Jahr steigen.

Digitale Erlöse machen bis 2015 fast ein Drittel der Gesamtumsätze aus

Der digitale Anteil (Onlinewerbung und Vertrieb von digitalen Medien) an den Gesamtumsätzen der Branche wächst stetig: Im Jahr 2006 betrug er 16,4 Prozent, bis 2015 wird dieser Anteil auf knapp ein Drittel steigen (31,3 Prozent). Während die digitalen Erlöse fast zweistellig wachsen (plus 9,5 Prozent pro Jahr), legen die Umsätze aus nicht-digitalen Quellen nur um 1,6 Prozent zu.

Die schwächste Entwicklung sehen die Experten vor allem im Printbereich: Sowohl der Zeitungs- als auch der Zeitschriftenmarkt werden im Prognosezeitraum stagnieren, die Umsätze mit Fachpublikationen gehen sogar leicht zurück. Ebenfalls verhalten sind die Aussichten für die Branchen Hörfunk und Musik.

Die Trends, die den niederländischen Medien- und Unterhaltungsmarkt prägen, finden sich auch in vielen anderen westlichen Industrienationen.

Folgende Entwicklungen beobachten die PwC-Experten:

  • Smartphones und die damit verbundene Rund-um-die-Uhr-Online-Anbindung verändern die Medien- und Unterhaltungsbranche nachhaltig.
  • Das Fernsehen bleibt ein beliebtes Medium; Fernsehinhalte werden zunehmend auf alternativen Plattformen konsumiert, das klassische Fernsehgerät verliert an Bedeutung.
  • Die Konsumenten nutzen vor allem kostenlose Inhalte. Sie sind aber bereit, für Content zu bezahlen, der echten Mehrwert bietet – oder alternativlos kostenpflichtig angeboten wird.

Über den Entertainment and Media Outlook for the Netherlands

Der "Entertainment and Media Outlook for the Netherlands: 2011-2015" leitet Umsatzprognosen für elf Segmente des niederländischen Medienmarktes bis 2015 ab. Folgende Teilbranchen werden untersucht: Film, Fernsehen, Musik, Radio, Internet (Werbung und Empfangsgebühren), Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Fachpublikationen, Videospiele und Messen. Der niederländische Outlook wird ergänzt durch Interviews mit Führungskräften der niederländischen Unterhaltungs- und Medienbranche.

Bestellhinweise

Die Studie ist als Druckversion für 49,95 Euro oder als interaktive Online-Ausgabe für 69,95 Euro erhältlich. Die digitale Ausgabe bietet die Möglichkeit, den Outlook online zu nutzen und Daten auszuwerten. Weitere Informationen zur Bestellung des "Entertainment and Media Outlook for the Netherlands" finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Entertainment and Media Outlook for the Netherlands: 2011-2015

Herausgeber

PwC

Bibliographie/Quelle

September 2011
192 S.
Print, Online-Ausgabe
zahlr. Abb.
zahlr. Tab.

Preis

49,95 Euro (Print) 
69,95 Euro (Online-Ausgabe)