PwC-Studie: Mega-Events sorgen langfristig für Wirtschaftswachstum

Wie wirken sich sportliche Großereignisse wie eine Fußballweltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele auf ein Land aus? Und wie gelingt es den Gastländern, gleichzeitig ein positives Image aufzubauen und die Wirtschaftskraft einer Region zu stärken? In der Studie "Game on. Mega-event infrastructure opportunities" untersuchen PwC-Experten am Beispiel von Mega-Events der vergangenen Jahre, wie die Investitionen in die Sportstätten und Infrastruktur eines Landes langfristig zum Erfolg führen.

Für einige Wochen ist das Gastgeberland die große Bühne: Die ganze Welt schaut während eines sportlichen Großereignisses wie einer Fußballweltmeisterschaft oder den Olympischen Spielen auf das Land. Der Gastgeber hat dafür enorme Investitionen in die Infrastruktur tätigen müssen: in das Verkehrsnetz, die Stadien und die Unterbringung der Sportler und Gäste. Entsprechend hoch sind die Erwartungen. Das Großereignis soll die Wirtschaft nicht nur für die Zeit des Events, sondern dauerhaft ankurbeln und den Gastgeber in der Welt bekannt machen. Untersuchungen ergeben, dass der sogenannte "Olympische Effekt" das Wirtschaftwachstum um bis zu 30 Prozent steigern kann.

Entscheidend: eine langfristige Planung

Manchen Gastgeberländern gelingt die Umwandlung der sportlichen Errungenschaften in die wirtschaftlichen Erfolge besser als anderen. Die PwC-Experten analysieren die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Austragung eines sportlichen Großereignisses und identifizieren die Erfolgsfaktoren und Hürden. Entscheidend ist, dass die Planung lange vor dem eigentlichen Großereignis beginnt, besonders für strukturschwache Regionen sind oft über zehn Jahre Vorlauf nötig. Denn neben den Stadien und Unterbringungsmöglichkeiten für Sportler und Gäste muss die gesamte Verkehrs- und Dienstleistungsinfrastruktur geschaffen werden. Gibt es dabei Pannen, steht ein Land über Wochen mit Negativ-Schlagzeilen in den Medien; das positive Image des Gastgebers kann so zerstört werden.

Motor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung

Werden die Investitionen in die Infrastruktur aber sinnvoll eingesetzt, kann das positive Auswirkungen auf die ökonomische, demografische und soziale Entwicklung eines Landes haben, oft über Jahrzehnte. Beispiel Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006: Das Mega-Event hat das Bild von Deutschland in der Welt grundlegend verändert.

Ähnliches gelang Südafrika mit der WM 2010, dem ersten Mega-Ereignis in Afrika. Die Investitionen in München, die 1972 für die Olympischen Sommerspiele getätigt wurden, haben die Stadtentwicklung um mehr als zehn Jahre beschleunigt. Bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 investierten die Verantwortlichen sechsmal mehr Zeit in die Infrastruktur als in das eigentliche Ereignis. Das Ergebnis: Die Stadt hat sich innerhalb von fünf Jahren so positiv verändert, wie es sonst nur in 30 Jahren möglich gewesen wäre. Die Anzahl der Touristen hat sich mehr als verdoppelt.

Faktoren für den Erfolg

Doch wo genau liegen die kritischen Faktoren? Die PwC-Experten heben einige wichtige Kriterien hervor:

  • Die Planung eines Mega-Events muss in die langfristige Entwicklung einer Stadt, einer Region oder eines Landes eingebunden sein. Am besten funktioniert es, wenn die Investitionen in die bestehenden regionalen Entwicklungspläne passen. So wurde beispielsweise bei der Planung der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona auf einen 50-Jahres-Entwicklungplan zurückgegriffen.
  • Enge und effektive Kooperation zwischen Partnern auf allen politischen Ebenen (nationale Regierung, regionale, kommunale und städtische Verwaltungen) ist unverzichtbar.
  • Die Projekte müssen sorgfältig vorbereitet werden. Dazu gehören: klare Verantwortlichkeiten, genaue Kontrolle, ein Projekt- und Zeitplan und eine offene Kommunikation.

Kooperation mit privaten Investoren

Mega-Events sorgen für hohe Kosten, ein Land allein kann sie kaum finanzieren. London beispielsweise plant für die Olympischen Sommerspiele 2012 mit einem Etat von rund 12 Milliarden Euro. Viele der Gastgeberländer setzen daher auf private Investoren und Public Private Partnerships. Nach Angaben des Olympischen Komitees waren die Olympischen Spiele am erfolgreichsten, bei denen die Gastländer eng mit Privatinvestoren zusammengearbeitet haben. Denn die Einbeziehung privater Geldgeber kann nicht nur zusätzliche Finanzmittel einbringen, sondern auch zur Risikominimierung beitragen.

Die Studie mit den vollständigen Ergebnissen wird hier zum kostenlosen Download angeboten.

Bibliographische Daten

Game on. Mega-event infrastructure opportunities

Herausgeber

PwC international

Bibliographie/Quelle

April 2011
20 S.