Taktwechsel in der Halbleiterbranche?

Nach einem der schwierigsten Jahre in der Geschichte der Branche wird der Halbleitermarkt 2010 wieder zu hohem Wachstum zurückkehren. Bereits 2010 und 2011 wird der Markt wieder zweistellig wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Taktwechsel in der Halbleiterbranche?" von PwC. Überkapazitäten und fallende Preise sowie der Nachfrageeinbruch bei den wichtigsten Abnehmern hatten das Halbleitergeschäft schon seit Mitte 2008 unter Druck gebracht.

Nach einem Umsatzeinbruch von 19 Prozent im laufenden Jahr 2009 wird die Halbleiterbranche bis 2012 um durchschnittlich 10,6 Prozent pro Jahr wachsen. Für 2010 erwartet PwC eine Umsatzsteigerung von 10,3 Prozent, für 2011 sogar 12,1 Prozent. Steigende Nachfrage dürfte insbesondere aus der Automobilbranche, dem Kommunikationssektor und der Unterhaltungselektronik kommen.

Das Innovationstempo wird sich, trotz der Krise, nicht verlangsamen. Taktgeber in der Branche bleibt weiterhin das Mooresche Gesetz, nach dem sich die Anzahl der Transistoren auf einem Prozessor alle 18 bis 24 Monate verdoppelt. Die Miniaturisierung wird allerdings bei der gängigen Technologie in absehbarer Zeit an ihre Grenzen stoßen. Neue Materialien und Verfahren sind daher erforderlich.

Wachstum durch funktionale Erweiterungen

Statt mehr Rechenleistung auf kleinerem Platz zu realisieren, gibt es parallel einen Trend, Chips mit Zusatzfunktionen auszustatten. Analoge Bauteile, die sonst auf der Platine untergebracht sind, werden auf dem Chip zusammengefasst - bei Mobiltelefonen etwa Sender und Empfänger von Radiosignalen, Stromversorgung und Arbeitsspeicher.

Grüne Chips mit Wachstumspotenzial

Einen Wettbewerbsvorteil können Unternehmen erzielen, die sich dem Thema "Going Green" widmen. Strom sparende Prozessoren sind nur ein Teil der Entwicklungsmöglichkeiten auf diesem Gebiet. Im Maschinen- und Anlagenbau, der Verkehrs- und Infrastruktur und in weiteren industriellen Anwendungen wird das Thema Energiesparen und Umweltverträglichkeit im Vordergrund stehen, auch um die Kosten für Energie und Entsorgung zu reduzieren. Dafür werden hochkomplexe Steuerungs- und Kontrollsysteme benötigt.

Im Automobilsektor steigern Halbleiter die Wirtschaftlichkeit und sorgen für geringere Emissionen - beispielsweise in der Motorregelung. Längerfristig wird die Halbleiterbranche mit der Massenproduktion von Hybrid- und Elektroautos weitere Wachstumsimpulse erhalten.

Wandlung der Geschäftsmodelle

Das hohe Innovationstempo und die Kapitalintensivität des Geschäfts werden dazu führen, dass sich Unternehmen stärker auf einzelne Teile der Wertschöpfungskette konzentrieren. Insbesondere die Trennung der Produktion vom Chipdesign wird weiter voranschreiten. Durch die Fremdfertigung werden die Fixkosten reduziert und die Konjunkturzyklen wirken sich nicht so stark auf die Unternehmen aus. PwC warnt jedoch davor, über Jahre hinweg erworbenes Know-how in der Halbleiterfertigung ausschließlich den großen Produktionsstätten, den Foundries zu überlassen und empfiehlt den Unternehmen, strategische Allianzen einzugehen. Gewinnen werden letztlich die Unternehmen, die neue Chipdesigns schnell und reibungslos in die Fertigung bringen.

Die Studie ist in deutscher und englischer Sprache erhältlich. Die deutsche Version können Sie durch Klicken des Download-Button herunterladen. Die englische Studie schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

Bibliographische Daten

Taktwechsel in der Halbleiterbranche?

Autoren

Werner Ballhaus
Dr. Alessandro Pagella
Constantin Vogel

Herausgeber

PwC, Frankfurt am Main

Bibliographie/Quelle

September 2009
63 S.
DIN A4
zahlr. Abb.
zahlr. Tab.

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