Drastische Einbrüche im Welthandel, signifikant reduzierte internationale Investitionen und protektionistische Reden der Politiker: Zahlreiche Indikatoren weisen darauf hin, dass der weltweite Abschwung die Globalisierungstendenzen hemmt oder zumindest verlangsamt. Dies ist für die Technologiebranche als eine der am meisten globalisierten Sektoren besonders relevant. Der Technology Executice Connections untersucht die Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Probleme auf die Globalisierung der Technologiebranche und deren Implikationen auf die Unternehmensstrategie.
Für Technology Executice Connections mit dem Titel "Staying the course for globalisation: A business imperative" (Konsequente Globalisierungsstrategie entscheidend für den künftigen Erfolg) wurden weltweit mehr als 150 Führungskräften der Technologiebranche befragt und durch vertiefende Interviews mit Unternehmensleitern von fünf bedeutenden Technologieunternehmen und umfangreiche Recherchen ergänzt.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Für 67 Prozent der Befragten haben die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Globalisierung strategisch wichtiger gemacht. 69 Prozent sind der Meinung, dass der Abschwung überdurchschnittliche Chancen bietet, um vom Welthandel zu profitieren. Die grundlegenden wirtschaftlichen und demographischen Veränderungen weisen nach wie vor in Richtung Welthandel. Dennoch drängen Kostensenkungsanstrengungen andere Handlungsalternativen in den Hintergrund: Nur 39 Prozent der Unternehmen haben daher ihre Globalisierungsstrategien intensiviert.
Unternehmen setzen ihren weltweiten Expansionskurs fort, indem sie neue Märkte erschließen und ihren Marktanteil erhöhen. Derzeit sind aber Kostenüberlegungen der treibende Faktor hinter der Globalisierung: Dies bestätigen 50 Prozent der Befragten, vor dem wirtschaftlichen Abschwung waren es nur 36 Prozent. Auch der Anteil der Unternehmen, die Globalisierung als Lösung sieht, um Probleme in bestehenden Märkten zu überwinden, hat sich von 29 auf 40 Prozent erhöht. Gleichzeitig haben langfristigere Beweggründe für die Globalisierung, etwa der Zugang zu Forschung und Entwicklung (F&E), an Bedeutung verloren.
38 Prozent der Unternehmen sehen im Protektionismus eine große Hürde für den Welthandel, vor dem Abschwung waren es nur 21 Prozent. Zudem sagen 44 Prozent, dass Protektionismus die Globalisierungsstrategie beeinträchtigt. Selten liegt das Problem aber in offenkundigen Zollerhöhungen. Vielmehr nutzen nationale Regierungen andere Mittel, um Sand in das Getriebe der Globalisierung zu streuen. Die IT-Branche fürchtet insbesondere beschränkte Möglichkeiten, Spitzenkräfte weltweit einzusetzen.
Die Technologieunternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, lassen sich in drei Kategorien von Globalisierern einteilen, die sich signifikant bei ihren Erfolgschancen unterscheiden:
Nahezu die Hälfte der Unternehmen schätzt, dass die wirtschaftlichen Bedingungen die Bedeutung der BRIC-Länder als aktuelle Märkte gesteigert hat, wobei Russland geringere Bedeutung zukommt als China, Indien und Brasilien. Zudem rechnen 80 Prozent der Unternehmen steigenden Wettbewerb: Die Interviews haben gezeigt, dass der größte Wettbewerbsdruck aus Indien und China erwartet wird. Bereits die Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte und die Größe der Märkte erschwert es anderen Schwellenländern mitzuhalten.
Technology executive connections, Volume 6
Staying the course for globalosation: A business imperative
PwC
April 2010
PDF-Dokument
53 S.
DIN A4, Softcover
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