Der im Januar 2011 veröffentlichte Global Annual CEO Survey von PwC bescheinigt Unternehmenschefs weltweit großen Optimismus. Die Vorstandschefs der Technologiebranche teilen diese positive Grundhaltung voll und ganz. Das zeigt die branchenspezifische Auswertung "Growth reimagined. Technology industry summary." Welche Entwicklungen erklären die gute Stimmung in der Technologiebranche? Und wie stellen sich die Unternehmen auf die großen Technologie-Trends – allen voran Cloud Computing – ein? Diese Fragen erläutert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC, im Interview.
Über 90 Prozent der CEOs aus Technologieunternehmen, die PwC für den CEO Survey befragt hat, sind entweder sehr oder zumindest etwas zuversichtlich, dass sie ihre Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigern können. Um zu wachsen, setzen sie auf Innovationen, Kollaboration und Fusionen & Übernahmen. Ihr Ziel ist es, neue Technologien zu entwickeln, die den Siegeszug von Mobilgeräten vorantreiben, die Popularität sozialer Netzwerke fördern und Cloud-Computing-Lösungen unterstützen.

Werner Ballhaus
Werner Ballhaus: Viele CEOs haben in den vergangenen Jahren auf die Kostenbremse getreten und damit den Boden bereitet für die anstehenden Veränderungen: Über 70 Prozent der für den CEO Survey befragten Führungskräfte der Technologiebranche gaben an, dass sie in den vergangenen zwei Jahren ihren strategischen Kurs angepasst haben, um auf die veränderte Marktdynamik und neue Kundenanforderungen einzugehen. Sie fühlen sich also gut gerüstet, um wieder verstärkt zu wachsen. Große Nachfrage nach Smartphones und Tablets, Individualisierung der Kundenanforderungen und Auslagerung der IT-Infrastruktur in die Cloud - das sind die drei Trends, die den Technologie-Unternehmen Wachstumschancen bieten.
Ballhaus: 90 Prozent der Unternehmensleiter aus der Technologiebranche möchten ihre Umsätze durch Innovationen steigern. Eines der wichtigsten Wachstumsfelder ist sicherlich Cloud Computing. Der Markt dafür ist riesig: Denn 70 Prozent der CEOs investieren branchenübergreifend in IT, um Kosten zu sparen und Prozesse effizienter zu gestalten. Und genau das ermöglicht Cloud Computing. Zum anderen nehmen Technologieunternehmen verstärkt Länder ins Visier, in denen die Wirtschaft zweistellig wächst und die Nachfrage boomt. Interessante Ziele sind vor allem China und Indien, wo eine Mittelschicht mit schnell wachsendem Einkommen entsteht. Die asiatischen Schwellenländer sind nicht nur als Absatzmärkte interessant, sondern auch als Standorte für neue Produktionsstätten. Aber die Technologie-Industrie lässt auch die entwickelten Märkte nicht aus den Augen. Im Gegenteil, die USA werden von den befragten CEO als der zweitwichtigste Markt für das zukünftige Unternehmenswachstum identifiziert. Dementsprechend planen 81 Prozent der befragten CEOs, ihre Aktivitäten in den USA auszudehnen.
Ballhaus: Tatsächlich gibt es auch einige Wolken am Himmel: Die CEOs aus dem Technologiesektor sorgen sich, dass sich der Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer weiter verschärfen könnte. Sie befürchten auch Steuererhöhungen in Ländern mit hohem Staatsdefizit. Ihre größte Sorge ist allerdings, dass sie nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter rekrutieren können, um ihre ehrgeizigen Wachstumsziele zu erreichen. Denn 84 Prozent der Befragten möchten ihre Belegschaft ausbauen und über 60 Prozent fürchten, dass das begrenzte Angebot von qualifizierten Nachwuchskräften den Unternehmenserfolg künftig gefährden könnte.