PwC-Studie: Die Zeit der großen Deals in der Technologiebranche kehrt zurück

Nach dem Einbruch im Jahr 2009 erholt sich der Transaktionsmarkt in der Technologiebranche. Im Jahr 2010 wurden weltweit Deals mit einem Gesamtvolumen von 76 Milliarden Euro geschlossen. Auch der deutsche Markt ist wieder im Aufwind, mit 30 Prozent mehr Übernahmen als im Vorjahr und einem Gesamtdealvolumen von 6,3 Milliarden Euro. Das sind die Ergebnisse der jährlichen PwC-Studie "Technology M&A Insights 2011".

Die Übernahme des US-amerikanischen Datenbankspezialisten Sybase durch den deutschen Software-Konzern SAP für vier Milliarden Euro war der mit Abstand größte Deal im Jahr 2010 in Deutschland. Damit hat der deutsche Technologie-Sektor die Krise weit hinter sich gelassen – ebenso wie der Weltmarkt. Die Zahl der Deals ist weltweit um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

"Wir erwarten für das Jahr 2011 einen weiteren deutlichen Anstieg der Fusionen und Übernahmen im Technologiesektor", sagt Dr. Arno Wilfert, Transaktionsexperte bei PwC. "Die Unternehmen wollen wieder investieren, auch in große Projekte, und sehen viele attraktive Übernahmeziele auf dem Markt."

Wer sind die wesentlichen Akteure auf dem M&A-Markt? In welchen Marktsegmenten bewegt sich am meisten? Welche strategischen Ziele haben die Käufer? Das sind die Fragen, mit denen sich die PwC-Experten in der Studie "Technology M&A Insights 2011" beschäftigen. Sie analysieren die wichtigsten Transaktionen im Jahr 2010 und geben auf dieser Basis einen Ausblick auf die Transaktionsaktivitäten für das Jahr 2011.

2011 wird es wieder große Deals geben

Fest steht, dass die Zeit der Mega-Deals zurückkehrt. "Die Käufer sind wieder zu großen Investitionen bereit, um sich eine gute Marktposition zu schaffen. Das Vertrauen in den Markt ist wieder da. Auch der Private-Equity-Bereich schaut momentan auf den Technologiesektor", so Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Die Zahl der Mega-Deals mit einem Volumen über einer Milliarde Euro hat sich mit 18 abgeschlossenen Transaktionen von 2009 auf 2010 verdoppelt. Eine führende Rolle nimmt in der Technologiebranche der US-amerikanische Markt ein. Im Jahr 2010 gingen 39 Prozent des weltweiten Transaktionsvolumens auf Investoren aus den USA zurück. Bei sieben von zehn größten Deals waren US-amerikanische Unternehmen beteiligt.

Sieht man von dem herausragenden SAP-Deal ab, bewegen sich die meisten Transaktionen mit deutscher Beteiligung eher im mittelständischen Bereich. Der zweitgrößte Deal im Jahr 2010 machte weniger als zehn Prozent vom Volumen des SAP-Deals aus. Insgesamt strebt der Markt auch in Deutschland auf das Vorkrisenniveau zurück. Die hohe Anzahl ausländischer Investoren unterstreicht die internationale Attraktivität des deutschen Technologiesektors. Das Deal-Volumen insgesamt betrug 2010 6,3 Milliarden Euro - ein Plus von 320 Prozent gegenüber 2009. Und auch 2011 verspricht ein gutes Transaktionsjahr für die deutschen Technologiebranche zu werden.

Zentrales Marktsegment: der Bereich "Mobile Data"

Wachstum, zunehmende Aktivität von Finanzinvestoren, Ausgliederung von Unternehmensteilen und Belebung auf dem Kreditmarkt - das sind die wichtigsten Trends, die nach Meinung der PwC-Experten das M&A-Geschehen im Jahr 2011 bestimmen werden.

Hohe Transaktionsaktivität erwarten sie im Bereich mobiles Internet. Kleinere Firmen versuchen hier ihre Marktposition zu verteidigen, während große Unternehmen durch Kooperationen und Zukäufe Innovationen erwerben möchten. Ein weiteres spannendes Ziel für Kooperationen und Investitionen der Technologie-Unternehmen sehen die PwC-Experten in der Automobilindustrie.

Bibliographische Daten

Technology M&A Insights 2011

Herausgeber

PwC

Bibliographie/Quelle

April 2011
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