Global, digital, vernetzt: Die neue Geschäftswelt

Wirtschaftswachstum und technologischer Fortschritt waren schon immer untrennbar miteinander verbunden. Radikal verändert haben sich dagegen das Tempo, mit dem Innovationen auf den Markt kommen sowie der Ursprung und die Ausrichtung der technischen Neuheiten: Der Schwerpunkt verschiebt sich von den westlichen Industrienationen nach Osten; gleichzeitig wächst die Macht der Konsumenten. 

Diese Entwicklungen verändern die Geschäftswelt nachhaltig. Die Finanzkrise hat die Adaption neuer Technologien zusätzlich beschleunigt. Das White Paper "The New Digital Economy. How it will transform business" analysiert die Transformationsprozesse, auf die sich Unternehmen in den kommenden fünf Jahren einstellen müssen. 

Schwellenländer rücken in den Fokus

Das Schwergewicht verlagert sich nach Osten: Erfolgreiche Unternehmen in den Schwellenländern wachsen schneller als ihre Wettbewerber in den westlichen Industrienationen und investieren kräftig in neueste Technologien. Auch die Konsumenten aus den Schwellenländern rücken in den Mittelpunkt: Hohes Bevölkerungswachstum, steigende Einkommen und eine wachsende, konsumfreudige Mittelschicht bedeuten attraktive Geschäftschancen für Unternehmen aus den klassischen Industrieländern.

Technologien spielen sowohl für die reifen als auch für die aufstrebenden Märkte eine entscheidende Rolle: Während in den Emerging Markets die Innovationen das Wachstum befeuern, nutzen die Industrieländer die neuen technologischen Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und Kosteneinsparung.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Geschäftswelt verändert – von der Produktentwicklung bis zum Kunden-Feedback – wird immer schneller. Nur mit intelligenten Vorhersagemodellen und Echtzeit-Analyseinstrumenten können Unternehmen mit unvorhergesehenen Risiken umgehen und die sich bietenden Möglichkeiten rechtzeitig nutzen. Und nicht zuletzt werden Unternehmen ihre Organisation anpassen müssen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden: weg von Hierarchie hin zu Netzwerkstrukturen.

Zu diesen Erkenntnissen gelangt die Publikation "The New Digital Economy" von Oxford Economics, die PwC als Sponsor unterstützt hat. Dafür wurden branchenübergreifend 363 Vertretern aus der Führungsebene befragt. Tiefeninterviews mit 35 Experten und die Prognose-Modelle auf Basis des umfangreichen Zahlenmaterials von Oxford Economics ergänzen die Ergebnisse.

Aus den Umfrageergebnissen leitet Oxford Economics unter anderem folgende Handlungsempfehlungen ab:

  • Im Jahr 2020 werden die E7-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China, Mexiko, Indonesien und die Türkei – einen höheren Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt haben als die G7-Länder. Unternehmen sollten in diesen Ländern vertreten sein, sonst fallen sie zurück. Doch die E7-Länder bringen nicht nur neue Konsumenten hervor, sondern auch mögliche neue Wettbewerber. Deshalb dürfen die traditionellen Märkte wie die USA und Europa in den Entwicklungsstrategien nicht vernachlässigt werden.
  • Die Nutzung von Cloud Computing senkt die Startinvestitionen in Technologie und Ausrüstung erheblich und ermöglicht auch kleineren Unternehmen den Markteintritt. Unternehmen müssen sich auf die zunehmende Konkurrenz von kleinen lokalen Anbietern einstellen.
  • Eine zukunftsgerichtete Mobilfunk-Strategie wird ebenso unverzichtbar wie eine auf Social Media ausgerichtete Kommunikationsstrategie. Mobile Internetnutzung eröffnet Unternehmen einen neuen Marketing- und Vertriebskanal mit direktem Zugang zu Millionen potenziellen Kunden und die sozialen Netzwerke zahlreiche Chancen nicht nur für Marketing, sondern auch für Produktinnovation.
  • Unternehmen sollten ihre Innovationsprozesse überdenken. Durch Produktentwicklung in den Schwellenländern können einerseits lokale Konsumentenwünsche optimal berücksichtigt und andererseits die hohen Entwicklungskosten reduziert werden.
  • Das neue wirtschaftliche Gleichgewicht bringt ein hohes Maß an Unsicherheit mit sich. Die trüben Wachstumsprognosen und die Gefahr neuer Finanzblasen belasten Unternehmen aus den klassischen Industrieländern. Zusätzlich entstehen für alle Unternehmen neue Risiken wie der Missbrauch von geistigem Eigentum und Daten oder Image-Schäden durch unvorsichtige Kommunikation im Web 2.0.

Bibliographische Daten

The New Digital Economy 
How it will transform business

Herausgeber

Oxford Economics

Bibliographie/Quelle

Juni 2011
34 S.
zahlr. Abb.
zahlr. Tab.