PwC-Studie: Telekommunikationsbranche steht neuem Standard zur Umsatzrealisierung skeptisch gegenüber

Das International Accounting Standards Board (IASB) plant gemeinsam mit dem amerikanischen Financial Accounting Standards Board (FASB) einen Rechungslegungsstandard, der die Umsatzrealisierung neu regelt. Die endgültige Entscheidung wird erst in der zweiten Jahreshälfte 2011 erwartet. Nach dem heutigen Stand der Debatte ist es allerdings unwahrscheinlich, dass Telekommunikationsanbieter ihre Umsätze wie bisher nach IFRS-Standard abrechnen können. Eine PwC-Studie analysiert, welche Auswirkungen der geplante Standard hat und wie Unternehmen sich bereits jetzt auf die Änderungen vorbereiten können.

IASB und FASB ("The Boards") haben den Entwurf für den Standard "Revenue from Contracts with Customer" im Juni 2010 veröffentlicht und bis Oktober 2010 zur öffentlichen Konsultation gestellt. Insgesamt sind rund 1.000 Stellungnahmen eingegangen – eine ungewöhnlich hohe Zahl, die zeigt, welche Aufmerksamkeit Unternehmen aller Branchen dem Standard entgegenbringen. Die Reaktionen reichten von enthusiastischer Unterstützung bis hin zu harscher Kritik. Die Telekommunikationsunternehmen standen mehrheitlich auf der Kritikerseite.

Weitreichende Konsequenzen für die Telekommunikationsbranche

Wenn der Standardentwurf in seiner heutigen Form angenommen wird, ergeben sich einige Änderungen für die Telekommunikationsbranche. Insbesondere geht es um die Frage der Umsatzrealisierung: Wie sind Umsätze zu bilanzieren, wenn der Telekommunikationsanbieter neben einer Dienstleistung auch (begleitende) Waren an den Konsumenten liefert? Das betrifft zum Beispiel viele Handy- und Smartphoneverträge oder Dienstleistungen der Internetprovider. 

Die PwC-Analyse "Making Sense of a Complex World. Accounting for revenue in the telecom industry – challenges and solutions" zeigt anhand von Fallbeispielen auf, welche Unterschiede sich für Unternehmen bei Bilanzierung nach alter und neuer Regelung ergeben. Sie präsentiert Lösungsansätze mit einer Einschätzung, wie viel technischer Aufwand notwendig ist und wie schwierig die Umsetzung ist.  

Die PwC-Publikation beschreibt, warum der geplante Standard in der Telekommunikationsbranche mit Sorge erwartet wird und wie die Telekommunikationsdienstleister ihre Geschäftsmodelle an die neuen, strengeren Anforderungen anpassen können.

Auch die Reporting-Prozesse müssen angepasst werden 

"Den Unternehmen steht mit der Änderung eine Umstellung ihrer Reporting-Prozesse bevor, die sie rechtzeitig einleiten sollten", empfiehlt Christoph Gruss, Partner und Accounting-Experte bei PwC. Die neuen Regeln zur Rechnungslegung sollen frühestens ab dem Jahr 2014, wahrscheinlich aber erst ab 2015 gelten. Für viele Unternehmen ergibt sich daraus ein Handlungsbedarf bereits im Jahr 2012 bzw. 2013.

Die Publikation wird hier zum kostenlosen Download angeboten.

Bibliographische Daten

Making sense of a complex world
Accounting for revenue in the telecom industry – challenges and solutions

Herausgeber

PwC

Bibliographie/Quelle

April 2011
16 S.
DIN A4, Softcover
zahlr. Abb.