Unterhaltungs- und Medien-Branche in Deutschland: Die digitalen Medien bestimmen das Wachstum

Die Umsatzsteigerungen in der deutschen Unterhaltungs- und Medienbranche werden maßgeblich durch das prosperierende Digitalgeschäft bestimmt. Der Erlösanteil digitaler Medien am Gesamtmarkt lag im vergangenen Jahr bereits bei 32 Prozent und wird bis 2017 auf 42 Prozent steigen.

Die Umsätze mit digitalen Medien werden demnach eine jährliche Wachstumsrate von 8,4 Prozent erzielen, die "klassischen" Medien müssen sich dagegen auf einen Rückgang von durchschnittlich 1 Prozent pro Jahr gefasst machen, so das Ergebnis der neuen "German Entertainment and Media Outlook: 2013–2017" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Demnach konnte sich die Unterhaltungs- und Medienbranche in Deutschland im vergangenen Jahr besser als die Gesamtwirtschaft entwickeln. Die Erlöse stiegen um 1,8 Prozent und erreichten somit ein Volumen von 64,5 Milliarden Euro. Auch langfristig zeigt die Branche ein robustes Wachstum: PwC erwartet Steigerungsraten von durchschnittlich 2,3 Prozent pro Jahr bis 2017, sodass die Branche ein Gesamtvolumen von 72,4 Milliarden Euro erreicht. "Das Umsatzwachstum wird vor allem durch die Ausgaben für das Internet und die Onlinewerbung generiert. Sieht man von den Zuwächsen in diesem Bereich ab, erwarten wir für die Medienbranche in Deutschland nur ein leichtes Wachstum von durchschnittlich 0,7 Prozent im Jahr bis 2017", kommentiert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Weitere Erkenntnisse der Studie:

  • Werbeausgaben: Im vergangenen Jahr entfiel ein Viertel der Umsätze (16,2 Milliarden Euro) auf Werbung. Die Onlinewerbung erzielte 2012 ein Plus von 9,9 Prozent. Für dieses Segment erwarten PwC-Experten eine Wachstumsrate von durchschnittlich 7,2 Prozent pro Jahr bis 2017. Damit wird die Onlinewerbung im Vergleich zu anderen Werbeträgern am Ende des Prognosezeitraums das weitaus größte Werbesegment mit einem Anteil von 38 Prozent an den Gesamtwerbeerlösen sein, gefolgt vom Fernsehen (26 Prozent) und den Zeitungen (15 Prozent)
  • Internetzugang: Die Breitbandpenetration in Deutschland hat nahezu ihre Sättigungsgrenze erreicht – für die kommenden Jahre sieht PwC in diesem Bereich nur ein leichtes Wachstum. Die Ausgaben für mobiles Internet steigen dagegen rasant und werden diejenigen für Festnetz-Internet im Jahr 2015 überholt haben. Insgesamt rechnet PwC damit, dass die Anzahl der Nutzer des mobilen Internets in Deutschland bis 2017 auf 65,3 Millionen steigt
  • Konsumentenausgaben: Die Konsumenten gaben 2012 rund 48 Milliarden Euro für Medien aus, davon entfielen knapp 13 Milliarden auf die Ausgaben für die stationären und mobilen Internetzugänge. Die beiden weiteren größten Segmente bei den Konsumentenausgaben waren 2012 der Buchmarkt mit 9,5 Milliarden Euro und die Ausgaben für den Fernsehempfang mit 8,9 Milliarden Euro. Bis 2017 erwarten PwC-Experten ein durchschnittliches Wachstum der Konsumentenausgaben für Medien und Internetanschlüsse von 2,6 % auf ein Volumen von 54,8 Milliarden Euro.