Ausgelagerte Logistikdienstleistungen wieder voll im Trend

Die Transport- und Logistikbranche profitiert erheblich vom Produktionsanstieg in der Industrie. Nutznießer der wiederbelebten Konjunktur sind vor allem die See- und Binnenschifffahrt sowie der Luftverkehr. Um sich auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren und zugleich den steigenden Bedarf an Transporten der produzierten Güter decken zu können, ist die Vergabe von Logistikdienstleistungen an Dritte wieder voll im Trend, weiß Ulrich Lorchheim, Experte für Kontraktlogistik bei PwC. Anbieter kompletter Leistungspakete mit großer Komplexität und längerfristiger vertraglicher Bindungsdauer profitieren von dieser Entwicklung.

Erwartet werden heute zunehmend (Mehrwert-) Dienste, die durch klassische Transport-, Umschlag und Lagerleistungen nicht abgedeckt werden können. Dazu gehört zum Beispiel das Auslagern ganzer Funktionsbereiche wie Beschaffung, Lagerhaltung und IT. Das breite Spektrum schließt auch Produktions- und Montageaktivitäten, temperaturgeführte Transporte, zum Beispiel für Pharmaunternehmen, oder andere Transporte, an die besondere Sicherheitsanforderungen gestellt werden, ein.

Exzellentes Produktwissen sowie einschlägige Branchenerfahrung

"Der Kontraktlogistiker von heute entwickelt sich zusehends vom Transporteur zum Warehousemanager, der gleichzeitig Organisator, Koordinator und Qualitätssicherer komplexer Logistikprozesse ist", so Ulrich Lorchheim. Dabei kommt es für einen Kontraktlogistiker nicht darauf an, ob er die Leistungen ganz oder teilweise mit eigenen Betriebsmitteln erbringt. Entscheidend ist vielmehr, dass der Logistikanbieter über exzellentes Produktwissen sowie einschlägige Branchenerfahrung verfügt.

Das Erfassen der Kosten entlang der Lieferketten wird in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. "Von der Beschaffung über die Fertigung bis zum Vertrieb einschließlich der Kosten für den Transport - alles muss erfasst werden. TLC steht hier für "Total Landed Cost" und soll die Kosten der globalen Lieferkette abbilden. Das sind alle mit einem Produkt verbundenen Kosten", so der PwC-Experte. Dies beinhaltet auch Zölle und Steuern, Versicherung und Finanzierung. Die Kosten sind angesichts vielfach steigender, jedenfalls volatiler Transport-, Rohstoff- und anderer variabler Inputkosten laufend zu überwachen und zu dokumentieren.

Kosten entscheiden auch über Standortwahl

Für die Standortwahl nutzen bereits viele Unternehmen TLC als Entscheidungsgrundlage. Der Einfluss des CO2-Footprint und das Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltiges Wirtschaften entwickeln sich ebenfalls zu relevanten Faktoren in der Transport und Logistikbranche. "Unsere Empfehlung kann hier nur sein, sich als Kontraktlogistiker schon frühzeitig mit dieser Form des Reportings zu beschäftigen und es als festen Bestandteil des Leistungsspektrum zu berücksichtigen", resümiert Ulrich Lorchheim die Entwicklung in dieser Branche.