Back to the Roots - Verlagerung ins Ausland auf dem Prüfstand

Die Zahlen sprechen für sich: Trotz zunehmender Internationalisierung ist ein Rückzug zum Standort Deutschland unverkennbar. Vielfältige Pull- und Pushfaktoren spielen dabei eine Rolle. Die Experten von PwC zeigen Ihnen den Weg, wie Sie mit innovativen Kooperationsmodellen die Vorteile des Standortes Deutschland nutzen und bereits getätigte Auslandsverlagerungen überprüfen können.

Die Globalisierung hält an - internationale Wirtschaftsverflechtungen haben die Diskussion um Produktionsverlagerungen deutscher Unternehmen ins Ausland lange Zeit gefördert. Die Debatte wurde angesichts aktueller Erkenntnisse mittlerweile um die Rückverlagerung von Unternehmensaktivitäten erweitert. Der Trend zum Outsourcing, infolge neuer Kooperationsmöglichkeiten auf dem Heimatmarkt, ist aber weiterhin ungebrochen.

Der Standort Deutschland ist im Aufwind - Betriebe kehren zurück

Der Produktionsstandort Deutschland gewinnt seine Attraktivität zurück. Nach aktuellen Untersuchungen des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung sowie internen Erhebungen seitens PwC verlagern nicht nur immer weniger einheimische Unternehmen ihre Produktion ins Ausland, vielmehr kehrt bereits jeder vierte bis sechste Betrieb wieder nach Deutschland zurück. Was steckt hinter dieser Entwicklung, wodurch wird sie getrieben und welche Rolle spielen die neu aufkommenden Kooperationsmodelle auf dem Heimatmarkt?

Push- und Pullfaktoren treiben den Markt

Die gegenwärtigen Markttreiber lassen sich in Pull- und Pushfaktoren unterscheiden. Zu den Pushfaktoren gehören beispielsweise Qualitäts- und Flexibilitätseinbußen infolge unzureichend ausgebildeter ausländischer Fachkräfte, schwer zu überbrückende kulturelle Differenzen sowie konstant steigende Transport- und Logistikkosten. Diese Faktoren kompensieren vielfach die erhofften (Lohnkosten-) Einsparungen und "pushen" Unternehmen aus den vermeintlichen Niedriglohnstandorten im Ausland in die Heimat zurück.

Die zunehmende Möglichkeit strategischer Kooperationen, wie sie etwa am Markt für kontraklogistische Dienstleistungen oder am Markt für Lohnfertigung zu beobachten sind, beschreiben nur einen Teil der Pullfaktoren. Daneben "ziehen" die verabschiedeten Steuerentlastungen und Deregulierungsmaßnahmen des Arbeitmarkts Unternehmen ebenso zurück nach Deutschland wie die gute Infrastruktur, die hohe heimische F&E-Kompetenz und die entstehenden Innovationscluster.

"Die Optimierung der Wertschöpfungstiefe oder innovative Kooperationsmodelle bieten Alternativen zur Verlagerung ins Ausland."
Ulrich Lorchheim, PwC

Der Markt für Outsourcing wird zunehmend durch nachhaltige, arbeitsteilige Kooperationen zwischen auslagernden Unternehmen und spezialisierten Vertragspartnern geprägt. Grundlage hierfür sind individuell ausgehandelte, typischerweise langfristige Dienstleistungsverträge, die regelmäßig auf gewachsenem Vertrauen und einer Partnerschaft auf Augenhöhe beruhen. Das zunehmende Leistungsgebot wird vor allem durch (Kontrakt-) Logistikunternehmen geschaffen. Daneben zählen aber auch Lohnfertiger und Schnittstellenspezialisten (vor allem im IT-Bereich) zu den Akteuren auf der Angebotsseite.

Modelle zur Standortwahl müssen die neuen Kooperationsmöglichkeiten explizit berücksichtigen

Aus- und Verlagerungsentscheidungen sind heutzutage verstärkt vor dem Hintergrund dieser Entwicklung zu treffen. Neue Möglichkeiten auf der Angebotsseite bieten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen zunehmend die Chance, komplexe Aktivitäten bis hin zu ganzen Funktionsbereichen an Dritte auszulagern und so die Wertschöpfungstiefe ihrer Geschäftsprozesse zu optimieren anstatt die Prozesse lediglich über die Grenze in eigener Regie zu verlagern.


Auslagerungsentscheidungen im wertorientierten Management

Wertorientierte Entscheidungsfindung ist der Schlüssel zum Unternehmenserfolg

Aus- und Verlagerungsentscheidungen sollten wertorientiert (Cashflow-basiert) getroffen werden und nicht mehr rein kostengetrieben sein. Ist die bestmögliche Handlungsoption bestimmt, sind die Finanzierungsaspekte in die Betrachtung einzubeziehen. Die Wahl der Finanzierungsstruktur (Ausstattung mit Eigen- und Fremdkapital) beeinflusst die unternehmensspezifischen Kapitalkosten und damit den Wert des Unternehmens für seine Shareholder. Im Sinne wertorientierten Managements sollten letztlich nur jene Handlungsalternativen realisiert werden, die zur Erhöhung des Unternehmenswerts beitragen.

Ein Review bereits getroffener Verlagerungsentscheidungen kann zur Wertsteigerung führen

Wenn die Unternehmensaktivitäten bereits ins Ausland verlagert sind, kann ein Review dieser Entscheidung auf Basis eines Kapitalwertkalküls unter Berücksichtigung der neuen Kooperationsmöglichkeiten auf dem Heimatmarkt angebracht sein. Die Bewertung der verschiedenen Handlungsoptionen erfolgt Cashflow-basiert und steht im Dienste der langfristigen Wertmaximierung.

"Standortentscheidungen können auch revidiert werden."
Ulrich Lorchheim, PwC

Die aktuellen Marktentwicklungen sind insbesondere für Unternehmen, die sich mit tiefgreifenden Problemen infolge von Auslandsverlagerungen konfrontiert sehen, interessant. Sie sollten dies zum Anlass nehmen, ihre Standortwahl zu überprüfen, neu zu bewerten und vergangene Entscheidungen gegebenenfalls zu revidieren.

Die Experten von PwC informieren Sie im Zusammenhang neuer Kooperationsmöglichkeiten über aktuelle Marktchancen und unterstützen Sie dabei, Ihren Unternehmenswert durch die richtige Standortwahl zu maximieren.