Konzernsteuerquote als Entscheidungsfaktor

Immer häufiger bilanzieren Logistikunternehmen nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Dabei gerät die Konzernsteuerquote in den Fokus von Analysten und Investoren. Bei der Steuerplanung und -strategie sollte sie daher stärker beachtet werden.

Transport- und Logistikunternehmen sind häufig auf internationales Wachstum angewiesen. Daher brauchen sie ein internationales Netzwerk. Doch im Wettbewerb um die Gunst der Kapitalgeber zur Finanzierung dieser Expansionsstrategien sind nicht mehr nur einschlägige Kennzahlen relevant. Die Beurteilung der Steuerpolitik der Unternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Schlüsselindikator für die Standortwahl der expandierenden Unternehmen ist die Konzernsteuerquote.

Die Konzernsteuerquote und der Unternehmenswert gehören zusammen

Bei kapitalmarktorientierten Unternehmen vergleichen Analysten immer häufiger die Entwicklung der Konzernsteuerquote von Wettbewerbern und bringen ein schlechtes Abschneiden auf Analystenkonferenzen zur Sprache. Hintergrund ist, dass diverse Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen der Konzernsteuerquote und dem Unternehmenswert (Shareholder Value) zeigen. Vor allem international tätige Unternehmen sehen sich einem zunehmenden Steuerquotenwettbewerb ausgesetzt, so dass ihre Steuerabteilungen gezielt Strategien ausarbeiten, um die Konzernsteuerquote zu optimieren.

Interesse an der Konzernsteuerquote durch Umstellung der Rechnungslegung

Der Anstieg des Interesses ist zum einen auf die Umstellung vieler Konzernabschlüsse auf internationale Rechnungslegungsstandards zurückzuführen. Mit der internationalen Rechnungslegung kommen auch die latenten Steuern in die Bilanzen der Konzerne. Sie führen dazu, dass - anders als früher - die steuerlichen Konsequenzen aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich in Zukunft umkehren, grundsätzlich in der internationalen Bilanz abgebildet werden und damit das Verhältnis Steueraufwand (originäre und latente Steuern) zu Vorsteuerergebnis sinnvoll interpretiert werden kann.

Internationale Vorschriften verlangen steuerliche Anhangsangaben

Die internationalen Vorschriften verlangen zudem nach ausführlichen steuerlichen Anhangsangaben. Bestandteil eines internationalen Anhangs ist unter anderem die steuerliche Überleitungsrechnung. Hier wird der tatsächlich im Konzern angefallene Steueraufwand dem Steueraufwand gegenübergestellt, der sich bei Anwendung des heimischen Steuersatzes - in Deutschland oft rund 40 Prozent - auf das Konzernergebnis ergeben würde. Warum nun mehr oder weniger Steueraufwand als erwartet in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt wird, die Steuerquote also über- oder unterhalb der 40 Prozent liegt, hat das Unternehmen getrennt nach Ursachen in der steuerlichen Überleitungsrechnung darzustellen.

Hohe Konzernsteuerquote ist nicht zwingend schlechtes Steuermanagement

Eine hohe Konzernsteuerquote wird von Anlegern schon einmal mit einem schlechten Steuermanagement gleichgestellt. Damit nun die Unternehmen von den Analysten und Banken nicht als Low-Performer abgetan werden und die Kapitalkosten steigen, ist ein zielgerichtetes Management dieser Kennzahl notwendig.

Auswirkungen auf Konzernsteuerquote beachten

Bei der Steuerplanung und -gestaltung sollten nicht mehr nur die tatsächlichen Steueraufwendungen und der Steuer-Cashflow, sondern auch die Auswirkungen auf die Konzernsteuerquote berücksichtigt werden. Das bedeutet gerade für expansionsstarke Logistik- und Transportunternehmen, bei Transaktionen wie beispielsweise Akquisitionen genau zu planen, wie sich diese Aktionen auf die Konzernsteuerquote auswirken könnte.