Schwungvoller Start ins M&A-Jahr 2017

18 Juli, 2017

Das M&A-Geschäft in der Transport- und Logistikbranche entwickelt sich weiter dynamisch: Im ersten Halbjahr 2017 wurden insgesamt 134 Deals ab einem Volumen von 50 Millionen US-Dollar angekündigt – mehr als in jedem anderen Halbjahr seit 2012. Auch der Gesamtwert der Deals liegt mit 76,2 Milliarden US-Dollar auf sehr hohem Niveau; nur im zweiten Halbjahr 2015 wurde dieser Wert übertroffen. Die Branche verzeichnete zudem neun angekündigte Megadeals mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar.

Dietmar Prümm, Leiter des Bereichs Transport und Logistik, ordnet die Tendenzen ein: „Obwohl die Zahlen auf den ersten Blick rekordverdächtig wirken, bleibt abzuwarten, ob der Trend bis Jahresende anhält und die Bestmarken des Rekordjahres 2015 fallen werden.“ Im Fokus der Investoren sind vor allem Übernahmeziele aus den Bereichen Infrastruktur und Logistik. Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Analyse „M&A in der Transport- und Logistikbranche – Januar bis Juni 2017“.

Zahlreiche Investments in Verkehrsinfrastruktur

Übernahmeziele im Bereich Infrastruktur stehen bei Investoren hoch im Kurs: Im ersten Halbjahr 2017 zielten 35 Prozent aller Deals in der Transport- und Logistikbranche auf Infrastrukturprojekte. Dietmar Prümm, Leiter des Bereichs Transport und Logistik, sieht dafür vor allem zwei Gründe: „Es kommen derzeit nur wenige Infrastrukturprojekte neu auf den Markt. Gleichzeitig besteht unverändert hoher Anlagedruck bei Finanzinvestoren und großes Kaufinteresse bei Infrastrukturbetreibern, die nach strategischen Ergänzungen für ihr Portfolio suchen. Dabei kaufen sie nicht nur Projekte, sondern auch ganze Betreiber von Infrastruktur. Insbesondere für Infrastruktur-Assets wie Häfen oder Flughäfen zahlen Investoren entsprechend hohe Preise.“

Ein Infrastruktur-Megadeal ragt im ersten Halbjahr 2017 heraus: Das italienische Mautunternehmen Atlantia SpA will den spanischen Infrastrukturbetreiber Abertis Infraestructuras SA für über 18 Milliarden US-Dollar übernehmen. Kommt der Deal tatsächlich zustande, treibt er das europäische Transaktionsvolumen in der Branche im ersten Halbjahr 2017 auf fast 50 Milliarden US-Dollar.

Transport & Logistik: Schwungvoller Start ins M&A-Jahr 2017

Transport & Logistik: Schwungvoller Start ins M&A-Jahr 2017

 

E-Commerce-Trend hält an – Logistikimmobilien begehrt

Investoren zielen zunehmend auf Logistikimmobilien ab: „Auch durch den anhaltenden Boom im E-Commerce sind Logistikimmobilien äußerst attraktiv und die Preise hoch. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen“, so die Einschätzung von Dietmar Prümm. Der Anteil der Finanzinvestoren ist in diesem Sektor vergleichsweise hoch, während in den übrigen Sektoren strategische Investoren dominieren.

Weitere Ergebnisse der Analyse im Überblick:

Asien attraktivste Region: Mit 79 Deals war Asien im ersten Halbjahr die attraktivste Region vor Europa mit 51 Transaktionen und Nordamerika (27). Nach Volumen der Deals liegt Europa dank des spanisch-italienischen Megadeals auf Platz 1 (49,3 Milliarden US-Dollar), vor Asien (34,1 Milliarden) und Nordamerika (13,2 Milliarden).

Blick auf Deutschland: Deutsche Logistikunternehmen waren an sieben Infrastruktur-Deals beteiligt. In der Schifffahrt setzt sich die Konsolidierung fort. Dafür stehen exemplarisch die Übernahme von Hamburg Süd durch Maersk und der Erwerb der Conti Reederei durch die Offen Group.

Der indische Logistikmarkt gewinnt an Attraktivität: Dank einer stabilen Regierung und zahlreichen Reformen interessieren sich ausländische Investoren verstärkt für den indischen Logistikmarkt. Im ersten Halbjahr 2017 fanden sieben Deals mit indischer Beteiligung statt. Damit bestätigt der indische Markt seinen Aufwärtstrend, der sich bereits im vergangenen Jahr andeutete.

Chinesische Unternehmen an 30 Deals beteiligt: Chinesische Unternehmen kaufen weiterhin Infrastruktur, sowohl im eigenen Land als auch im Ausland. Auch der chinesische E-Commerce-Markt wächst weiter – dank der großen E-Commerce-Plattformen Alibaba und JD.com, die verstärkt neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Automatisierung für die Logistik nutzen wollen.

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