Die Berichterstattung über Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen wird für Unternehmen immer wichtiger. Doch trotz stark gestiegener Professionalität gibt es bei vielen Berichten noch erhebliches Verbesserungspotenzial.
Mit den Grünen im Bundestag zog auch ein neues Berichtsfeld in die Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen ein: Berichte zu Umweltthemen und nachhaltiger Unternehmensführung gewannen im Umfeld öffentlicher Diskussionen um Umwelt und soziale Verantwortung von Unternehmen rasch an Bedeutung und nehmen heute einen wichtigen Platz in der Unternehmenskommunikation ein.
Eine Vielzahl von Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten sind heute von guter Qualität - sowohl Text als auch Layout sind ansprechend und professionell aufbereitet. Trotzdem gibt es im Einzelfall immer wieder erhebliche Defizite. Häufig werden Zielgruppen nicht direkt angesprochen, sondern die Themenwahl bleibt allgemein und wenig konkret. Die Sprache bleibt häufig zu allgemein oder zu technokratisch. Beim Layout stehen häufig austauschbare Hochglanzfotografien in nur weit hergeholtem Zusammenhang zum Text. Oder amateurhafte Aufnahmen schrecken vom Lesen des gesamten Dokuments ab.
Verbesserungen in Struktur und Text sind zwingend notwendig, um die Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte gezielt einsetzen zu können. Neben einer genauen Definition der gewünschten Zielgruppe und einem klaren, das Thema unterstützenden Layout, gehört dazu die fachliche Konzentration auf den gewünschten Inhalt. Zahlenreihen zur Abfallentwicklung im Unternehmen dürfen nicht kommentarlos in eine separate Grafik verbannt werden, sondern müssen beispielsweise durch eine Bildunterschrift oder eine Erwähnung im Text dem Leser im Zusammenhang erläutert werden. Unverbindliche Absichtserklärungen im Vorwort eines Berichts, die nirgendwo mehr aufgenommen werden, dienen ebenso wenig als vertrauensbildende Maßnahme.
Eine zielgruppengerechte Aufbereitung der Themen umfasst auch den Hinweis auf aktuelle Konflikte des Unternehmens mit Bürger- oder Verbraucherinitiativen oder weist auf Verstöße, Umweltrecht oder Sozialstandards hin.
Ausschlaggebend ist die Richtigkeit der Angaben in den Berichten. Nur dann kann ein solcher Bericht als vertrauensbildende Maßnahme eingesetzt werden. Dies ist für Unternehmensinterne häufig schwer zu leisten, denn es fehlt an erprobten Systemen, Regeln und Verfahren, um kontinuierlich richtige Informationen zu sammeln und zu verarbeiten. Das beginnt bei fehlenden Definitionen, welche Sachverhalte wie zu erfassen sind und setzt sich fort mit fehlenden Plausibilitätsprüfungen und anderen internen Kontrollmöglichkeiten.
Unabdingbar ist daher eine unabhängige Prüfung des gesamten Berichtssystems. Bis heute lassen nur wenige Unternehmen ihre Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte durch einen unabhängigen Dritten auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Angemessenheit überprüfen. Als Standard bieten sich die "Grundsätze ordnungsgemäßer Durchführung von Umweltberichtsprüfungen (IDW PS 820)" des Instituts der Deutschen Wirtschaftsprüfer an, die bereits seit 1998 bestehen. Aktueller sind die Standards der Global Reporting Initiative sowie der von SustainAbility veröffentlichte Standard AA 1000 AS.
"PwC verfügt über die entsprechenden Experten, die Daten und Informationssysteme überprüfen können, die in einem ordnungsgemäßen Prüfbericht enthalten sein müssen", sagt PwC-Experte Dieter Horst.