Deutsche Industrie zieht Auslandsinvestoren an

Industrieunternehmen in Deutschland werden für ausländische Investoren immer attraktiver. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Transaktionen mit ausländischem Käufer um über zehn Prozent. Der positive Trend dürfte auch 2013 anhalten.

Während ausländische Investoren 2011 rund 100 neue Beteiligungen an deutschen Industrieunternehmen eingingen, waren es 2012 bereits 113 Deals. Der Anteil der Transaktionen mit ausländischer Beteiligung stieg damit im gleichen Zeitraum von knapp unter 51 Prozent auf gut 54 Prozent, wie aus der Studie „Doing Deals in 2013 – an Insight into current Industrial Products Deal Environment“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor geht.

Bemerkenswert ist insbesondere das gestiegene Interesse von Investoren aus Übersee. Zwar stammen die meisten Auslandsinvestoren in Deutschland nach wie vor aus Europa, mittlerweile engagieren sich jedoch verstärkt Käufer aus China und anderen Schwellenländern. Standen Investoren aus den BRIC-Staaten in den Jahren 2009 und 2010 erst bei vier Prozent aller Deals auf der Käuferseite, lag ihr Anteil in den Jahren 2011/2012 bereits bei acht Prozent.

„Viele deutsche Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Metallverarbeitung und anderen Industriebranchen wachsen dank ihrer Exportstärke auch in konjunkturell schwierigen Zeiten. Damit ist die deutsche Industrie ein attraktives Ziel für internationale Finanzinvestoren. Hinzu kommt das Interesse ausländischer Wettbewerber an Marktanteilen und Know-how, dass sie sich durch eine Beteiligung oder Übernahme sichern können“, erläutert Christian Knechtel, PwC-Partner im Bereich Transactions.

Für eine Belebung des M&A-Geschehens im produzierenden Gewerbe spricht auch die anhaltende Nachfrage der Private-Equity-Fonds. Waren Finanzinvestoren in den Vorkrisenjahren von 2005 bis 2008 an rund einem Viertel der Transaktionen beteiligt, fiel ihr Anteil zwischen 2009 und 2012 auf nur noch 20 Prozent. Im vergangenen Jahr allerdings engagierten sich Private-Equity-Gesellschaften wieder bei 24 Prozent aller Deals in der deutschen Industrie.

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