Emissionsmarkt Deutschland: Möglicherweise gelingt die Trendwende

Ein starkes Schlussquartal hat dazu geführt, dass das Börsenjahr 2012 mit einem Volumen der Initial Public Offerings (IPOs) an deutschen Börsen von insgesamt 2,14 Milliarden Euro die Vorjahressumme um mehr als 600 Millionen Euro übertroffen hat. Der Volatilitätsindex Vdax ist im vierten Quartal 2012 weiter gesunken – möglicherweise ein guter Ausgangspunkt für verstärkte IPO-Aktivitäten im Jahr 2013. Das Volumen der emittierten Anleihen verharrt – bei sinkenden Zinsen – auf moderatem Niveau. Das zeigt die PwC-Studie "Emissionsmarkt Deutschland Q4 2012".

"Möglicherweise markiert das Schlussquartal 2012 die Trendwende", kommentiert Christoph Gruss, Partner im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC die IPO-Aktivitäten in den letzten drei Monaten des Jahres 2012. Der Rückgang der Volatilität erlaube Emittenten und Investoren möglicherweise größere Planungssicherheit, hofft der PwC-Fachmann. 

Die Erlöse von 2,14 Milliarden Euro aus Initial Public Offerings an deutschen Märkten gehen zu fast 95 Prozent auf das Konto der Börsengänge von Talanx und Telefónica – für den PwC-Experten Gruss ein Grund zum Optimismus: "Es darf als positives Zeichen gewertet werden, dass sich Unternehmen wieder größere Börsengänge zutrauen."

Der Markt für Unternehmensanleihen in Deutschland hat hingegen noch nicht wieder Fahrt aufgenommen. Obwohl die Zinsen weiter gesunken sind, konnten Unternehmen im vierten Quartal 2012 nur 58 Milliarden Euro an Anleihen emittieren. Zu Jahresbeginn hatte das Vierteljahresvolumen noch bei 124 Milliarden Euro gelegen, im zweiten Quartal folgte der Einbruch auf knapp 60 Milliarden Euro. Von ihm haben sich die deutschen Anleihemärkte noch nicht wieder erholt.