PwC Family Business Survey: Gestärkt in die Zukunft - doch der Staat muss mehr tun

"Familienunternehmen sind sich ihrer Stärke bewusst, kennen aber auch ihre Achillesferse", kommentiert Dr. Peter Bartels, PwC-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs "Familienunternehmen und Mittelstand", die Ergebnisse der PwC-Studie "Die Zukunft von Familienunternehmen": Vier von fünf deutschen Familienunternehmen verzeichneten trotz der Schuldenkrise in Europa in den vergangenen zwölf Monaten Umsatzsteigerungen, 85 Prozent rechnen auch für die kommenden zwölf Monate mit stetigem oder sogar aggressivem Wachstum. Dennoch haben Familienunternehmer weltweit das Gefühl, ihre Regierungen täten nicht genug für sie.

"Der Markt, Mitarbeiter und Managementthemen machen den Familienunternehmern die größten Sorgen", resümiert PwC-Vorstandsmitglied Dr. Peter Bartels. Fast 2.000 Familienunternehmen hat PwC weltweit für den "Family Business Survey" befragt, darunter 100 deutsche: Als die fünf größten Herausforderungen der kommenden fünf Jahre nannten die befragten deutschen Familienunternehmen:

  • Preiswettbewerb (70 Prozent)
  • Rekrutierung von Fachkräften (69 Prozent)
  • Allgemeine Wirtschaftsentwicklung (69 Prozent)
  • Innovationskraft (62 Prozent)
  • Mitarbeiterbindung (57 Prozent)

"Zwar sind Deutschlands Familienunternehmen bislang vergleichsweise gut durch die Eurokrise gekommen", betont Dr. Peter Bartels, "doch ganz offenbar fürchten sie den Preiswettbewerb und die Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Kurzfristig bereitet Familienunternehmen vor allem die Unsicherheit über die Zukunft des Euro Kopfzerbrechen."

Familienunternehmen sind von zentraler Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft. Doch fühlen sie sich vom Staat nicht genügend unterstützt, ihre Leistung nicht gewürdigt: Nicht einmal jeder zehnte Familienunternehmer glaubt, der Staat tue sein Bestes, um Familienunternehmen zu helfen.

Der Staat solle Familienunternehmen den Zugang zu Kapital erleichtern, meinen fast zwei Drittel der Befragten. Auch bei der Verbesserung der Bildung und Ausbildung und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sehen sie den Staat in der Pflicht, ebenso als Unterstützer bei Innovationen. Denn Innovationen zählen - neben generationenübergreifenden Denken, hoher Flexibilität und Werteorientierung - zu den zentralen Stärken, die Familienunternehmen bislang gut durch die Krise haben kommen lassen. Auch beim Bürokratieabbau und steuerlichen Rahmenbedingungen erwarten Familienbetriebe mehr Taten statt Worte.

Mit Managern tun sich Familienunternehmer schwer

Der Familie bleiben Deutschlands Familienunternehmen unverändert treu: In 86 von 100 befragten Familienunternehmen sitzen Familienmitglieder auch im Management, nur in 26 Prozent der Unternehmen arbeiten Familienmitglieder ohne Leitungsfunktion im Unternehmen mit.

Immerhin fast zwei Drittel der Familienunternehmen beschäftigen mittlerweile Externe im Management. Aber nur in jedem zehnten Familienunternehmen besitzen die externen Manager auch Unternehmensanteile – wie dies bei großen Aktiengesellschaften durchaus üblich ist. Mehr als drei Viertel der Familienunternehmen wollen auch in Zukunft keine Unternehmensanteile an externe Manager abgeben. PwC-Fachmann Dr. Peter Bartels warnt daher: "Indem sie eine Beteiligung externer Manager am Unternehmen ausschließen, verpassen Familienunternehmen unter Umständen die große Chance, Spitzenkräfte dauerhaft an Familienunternehmen zu binden."